Meine Artikel

Wolf-Dieter Storl

Totenzeit – Samain, Halloween

In den nasskalten, nebligen Novembertagen ziehen lautlos übersinnliche Wesen durch die kahl gewordene Dornenhecke. In den unheimlichen Vollmondnächten des elften Monats - sie stehen im Jahresrad den wonnevollen Mainächten diametral gegenüber - öffnen sich die Gräber. Die Toten schwärmen aus, um der Göttin - nun in Gestalt der schwarzen, schreckenserregenden Totenherrscherin - zu huldigen. Rastlos schweifen sie, in Schatten und Nebel gehüllt, umher, lassen die Balken knarren und knacken, rütteln an den Fensterläden oder geben Klagelaute von sich.
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Kräuterkorb

Kräuter sammeln im August

Der August ist der heißeste Monat des Jahres. Diese Hochsommertage sind die beste Zeit heilkräftige Kräuter zu sammeln. Denn um ätherische Öle und andere kraftvolle Wirkstoffe zu bilden, brauchen die Kräuter heißes, trockenes Wetter und viel Sonnenlicht. Aus diesem Grund, übrigens, bringen die mediterranen Landschaften, wie die Provence, so viele aromatische Heilpflanzen – Thymian, Lavendel Salbei, Rosmarin – hervor.
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Getreide

Das Getreidefest

Für die Kelten war das Erntefest im August ein Fest des Feuers. Überall auf den Höhen loderten mächtige Feuer. Im Jahreskreis lag diese Feierlichkeit diametral dem Fest der Frühlingsgöttin Brigit gegenüber. Ihr Fest – die Christen wandelten es in Maria-Lichtmess um – war ein Fest des Wassers; Eis und Schnee schmelzen und die Samen keimen.
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Wolf-Dieter Storl

Lebensernte

Unser Leben verläuft wie die Jahreszeiten der Natur. Herbst und Winter lassen sich ebenso wenig aufhalten wie das Erstarken der Sonne im Frühling. Geburt und Tod sind ein natürliches Geschehen. Götterkräfte sind da am Werk, unerbittliche, mit denen wir uns in Einklang bringen sollten. Wie die Kräuter und die Blumen im Feld kommen wir ins Leben hinein, blühen dem Himmel entgegen, versamen im Herbst und verschwinden wieder. Der göttliche Geist, der uns durchweht, sich in uns verkörpert und unser eigentliches Selbst darstellt, ist Zeuge dieses Werdens und Vergehens in dieser Raum-Zeit-Dimension.
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Klatschmohn

Mittsommer

Endlich Sommer. Endlich die ersehnte Wärme nach einem langen kalten Winter und kühlen verregneten Frühling. Blütenwunder. Summen und Zirpen in wogenden Gräsern, sanftes Muhen der Rinder, Kuhglocken klingen über den Wiesen der Alp (Alm), Vögel singen, das duftende Heu der Bauersleut ist geschnitten, Menschen baden im Baggersee und einige sammeln Kräuter. Es ist Mittsommer. Was für eine magische Zeit. Mutter Erde träumt ihren Sommertraum.
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Klee

Fronleichnam

1. Juni. Die Sonne scheint, es ist herrlich warm. Die Wiesen blühen. Die Rinder sind nun auf der Bergweide. Und endlich können wir im Gemüsegarten anfangen zu graben, säen und pflanzen. Lange hat es diesmal gedauert. Lange war es kalt auf diesen Höhen und den ganzen Mai hat es geregnet, ab und zu gehagelt und vor genau einer Woche hat es noch einmal kurz geschneit, richtige Frau Holle Flocken; die bleiben aber nicht liegen. Und heizen mussten wir jeden Tag. Da schrumpfte unser kostbarer Holzvorrat, der eigentlich für den nächsten Winter gedacht war, dahin. Nun aber haben die Frost- und Eisriesen ihre Koffer gepackt und sind Richtung Schweitzer und Vorarlberger Alpen abgereist.
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Gamander-Ehrenpreis

Pfingstgrüße

Pfingsten – heute weiß kaum jemand mehr, was das bedeutet – war einst, neben Weihnachten und Ostern der dritte Höhepunkt des Jahreslaufs. Es ist das Fest des Herabkommens des Heiligen Geistes über die Menschheit und über die Natur. Wald und Flur kleiden sich in frisches Grün, die Blumen blühen dem Himmel entgegen mit frischer Pracht und die Vögel singen liebliche Lieder.
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Wald und See

In den Fängen des Wahnsinns

Dass der Mensch dem Wahnsinn verfallen kann, gehört zu seinem Wesen, zur sogenannten conditio humana. Im Vergleich zu den Tieren, ist der Mensch viel weniger an die Weisungen der Natur gebunden. Die vererbte Instinktsicherheit, die den Zugvögeln sagt, wo und wann sie im Herbst hinfliegen sollen, dem Bieber, wie Bäume zu fällen und Dämme zu bauen sind, oder der Katze, wie man Mäuse fängt, diese Sicherheit haben wir nicht. Wir haben uns von der Natur weitgehend emanzipiert.
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Himmel

Himmelfahrt und Vatertag

Dieses Jahr, gerade während die Eisheiligen vorbeiziehen, fällt der Himmelfahrtstag auf den 13. Mai. Das Fest wird immer vierzig Tage nach der Auferstehung des Heilands und dessen Auffahrt in den Himmel gefeiert, wo er dann zur Rechten des Gottvaters seinen Platz einnimmt. Im Mittelalter stelle man dieses Mysteriengeschehen bildlich dar. An dem Tag zog man in den Kirchen eine Christusfigur hinauf ins Kirchengewölbe, wo sie im „Heiligengeistloch“ verschwand und manchmal regnete e Blumen von oben herab – im tiefschwarzen Bayern finden solche dramatischen Darstellungen immer noch statt.
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Wald

Eine neue Romantik

Schamanentum ist uralt. Es hat seine Wurzeln in der alten Steinzeit und ist noch immer Teil der Lebensweise der naturnahen Völker. Schamanentum fasziniert uns, denn auch in unserer schrillen, schnell lebenden, globalen Gesellschaft ist nicht alles Gold, was glänzt.
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Gras

Alles im Grünen Bereich

Grün tut gut, es ist Farbe der Hoffnung, des Frühlings, des Neubeginns, des Lebens und der Jugend. Das war sicherlich schon immer so. Bei den meisten der alten, naturnahen Völker sind es ein lichtvoller, grüner Wald und bunt blühende Wiesen, voller Schmetterlinge und anmutiger Tiere, die den eben Gestorbenen auf der anderen Seite grüßen.
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Gundermann

Der Gundermann (Glechoma hederacea)

Wer kennt ihn nicht, den kleinen blau-lila blühenden Lippenblütler, mit seinen herb balsamisch duftenden, nierenförmigen Blättern und kriechenden, sich immer neu bewurzelnden Ausläufern? Er fühlt sich wohl in der Nähe menschlicher Behausungen, am wohlsten am Zaun und unter der Hecke.
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Wolf-Dieter Storl im Winter

Winter adé

Es sieht so aus, als packt der Winter, dieser harte Kerl, seine sieben Sachen und macht sich auf den Weg zu seinem Sommerexil in den hohen Schweizer Bergen. Es liegt zwar noch eine weiße Decke auf unseren Höhen und ein hungriger Fuchs streift nachts ums Haus und wühlt verzweifelt im Kompostbehälter. Er tut mir leid, denn da wird er kaum etwas zu Fressen finden. Aber bald, wenn die Schneedecke weg ist, wird es den Wühl- und Feldmäusen an den Kragen gehen.
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Zauberwort und Heilkraut

Wo kommt unsere Heilkunde, unsere Medizin her? Die Lehrer in der Schule erzählten, dass sie ursprünglich aus Ägypten und dem Nahen Osten stamme. Rezepturen und Heilmethoden wurden dann ins alte Griechenland weitergetragen, wo der helle Kopf, Hippokrates, sie von abergläubischen, magisch-religiösen Vorstellungen säuberte.
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Wolf-Dieter Storl im Winter

Trank der Unsterblichkeit

Unerbittlich ist die Macht der Götter. Wer kann schon die Jahreszeiten aufhalten? Nach der Sonnenwende dreht sich nun das Jahresrad wieder und es ist tiefer Winter. Gerade jetzt läuft ein, in dickem Pelz gehüllter Fuchs über die schneebedeckte Weide, auf der im Sommer Jungvieh und Ochsen grasten; die Bäume im Wald sind mit Raureif überzogen, und im Garten ragen noch einige braune Stängel über dem Schnee und dem kaum erkenntlichen Federkohl, der sich noch immer im Beet befindet.
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Neujahr

Neujahrsgrüße für Pflanzenfreunde

Hier oben, wo ich wohne, herrscht Winterskälte, es liegt Schnee, die Tage sind kurz und die Nächte lang. Was machen da die Pflanzen: Sie ziehen sich zurück in die schützende Erde, in die Wurzeln, harren als Samen aus oder hüllen sich in sicher verpackte Knospen. Und wissen, mit der Wintersonnwende wurde das neue Licht in den Tiefen wiedergeboren.
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Sonnenuntergang

Wintersonnenwende

In den dunklen Tagen der Weihnachtszeit ist es leicht in die Tiefe zu gehen, innig zu werden. Im Sommer dagegen wird man eher ekstatisch, es zieht einen hinaus ins Freie und lädt zum Tanz in der blühenden Natur ein. In den Winternächten ist es anders, da kann man in der Innenschau das Wunder der Wiedergeburt des Lichtes erleben, wenn das „Licht der Welt“ von den Urmüttern unter den Wurzeln des Weltenbaumes wiedergeboren wird
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Wald in der Nacht

Angst geht um

Unser Leben ist das Abenteuer des göttlichen Geistes, der in uns lebt. Wir sind da, am Tanz des Lebens teilzunehmen und unserer Lebensaufgabe, dem Dharma, zu folgen. Das Leben ist voller Wunder; wir sind eingebettet in diesem Wunder. Verbinden wir uns mit dem göttlichen Kern und lasst uns im Licht der Wahrheit leben.
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Berge

Titanische Illusionen

Bolo, die Schwester eines Schamanen, führte unsere Gruppe von Heilkundigen durch die schier endlose Grassteppe der Nordmongolei, dort wo Nomaden mit ihren Jurten ihren Herden folgen. Dabei kamen wir auch durch verwüstete Landschaften, in denen internationale Bergbaukonzerne auf Suche nach Mineralien und Seltenerdmetalle die Steppe aufwühlen. Es sind die Rohstoffe, welche die Industrienationen für Elektromobilität, I-Phones und Windräder benötigen; anderswo sahen wir große Flächen des fragilen Steppenbodens, die von ausländischen Agrarkonzernen umgepflügt wurden, um pflanzliche Erzeugnisse für den globalen Markt zu gewinnen.
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Wurzeln

Vortrag: „Die Völker und ihre Mysterien“

In Indien habe ich wieder etwas Anderes erlebt. Der Mensch ist wie eine Form, aber wer diese Form ausfüllt, das kann ein Dämon, eine Gottheit oder ein anderes Wesen sein. Manche Menschen sind Dämonen in Menschengestalt. Es kann aber auch ein Gott sein, und wenn die Sinne klar und unverfälscht sind das Herz rein, dann sieht man sie, die die Gottheit.
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Vogelbeerbaum (Sorbus aucuparia)

Vogelbeeren und wilde Aprikosen

Vor einigen Tagen kam wieder einmal der tschechische Naturfreund, der gütige Herr Hašek, über den Berg gewandert und brachte mir zwei wunderbare Geschenke mit. Erstens ein kleines Bäumchen, eine Edeleberesche (Sorbus aucuparia var. edulis; S. aucuparia var. moravica), auch Mährischer Vogelbeerbaum genannt.
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