Pyrrolizidin und Borrelien

Stellungsname zur Problematik der Pyrrolizidin-Alkaloide in
Phytotherapeutika und der ethnomedizinischen Alternativa bei der Lyme-Borreliose-Behandlung

Im Wikipedia-Beitrag über meine Person unter der Rubrik „Kritik“ steht zu folgendes zu lesen:

In Interviews bezeichnete Storl bestimmte Publikationen als Hetzkampagne gegen die Pflanzenheilkunde und widersprach der krebserregenden Wirkung von Pyrrolizidinalkaloiden in Beinwell und Huflattich auf die Leber, bei normalen Gebrauch. Dokumentierte Todesfälle in Deutschland und der Schweiz erwähnte er darin nicht.

Der Tenor ist, dass jemand der die Toxizität der PAs bezweifelt, nicht ernst genommen werden kann und sich als Scharlatan entpuppt. Da diese Kritik nicht gerechtfertigt ist, möchte ich hier dazu Stellung nehmen. (Übrigens frage ich mich, wer die anonymen Schreiber sind, die diese Behauptungen aufstellen.)

Pyrrolizidin-Alkaloide (PA)

Selbstverständlich würde ich niemals die hepatotoxische, gentoxische, mutagene und karzinogene Wirkung der, in bestimmten Pflanzen enthaltenen Pyrrolizidin-Alkaloiden (PA) leugnen. Dass diese Verbindungen giftig sind, habe ich auch hin und wieder in Vorträgen und Publikationen erörtert.[1] Ich plädiere jedoch für eine differenzierte Sichtweise, da viele unterschiedliche Arten von PA in der Pflanzenwelt vorhanden sind, wovon einige – etwa Farfugine und Tussilagine – nicht toxisch sind.[2] Auch variiert der PA-Gehalt je nach Art, und dann wiederum nach Tageszeit, Jahreszeit und Standort.

Pyrrolizidinalkaloide wurden, in den 60er Jahren, als sekundäre Pflanzenstoffe entdeckt. Inzwischen hat man rund 660 verschiedene PAs in über 6000 Pflanzenspezies gefunden. Bei den PA handelt sich um Esteralkaloide, bestehend aus einem 1-Hydroxymethylpyrrolizidnin (Necin) und aliphatischen Mono- oder Dicarbonsäuren (Necinsäuren). Die Hydroxymethylpyrrolizidine können gesättigt oder ungesättigt sein. Problematisch sind vor allem diejenigen PAs mit ungesättigtem Necin-Grundgerüst (1,2 ungesättigte PA).[3]

PA-haltige Pflanzenfamilien

Pyrrolizidinalkaloide kommen vor allem in folgenden Familien vor:

  • Korbblütler (Asteraceae); Darunter im Wasserdost (Eupatoria), im Huflattich (Tussilago), in der Pestwurz (Petasites), in den Greiskräutern oder Kreuzkraut-Arten (Senecio), dem Leberbalsam (Ageratum) oder dem überall in den Tropen wachsenden Siamkraut (Chromolaena), das in Südostasien als eines der wichtigsten antibakteriellen Wundheilkräuter gilt.
  • Raublattgewächse (Boraginaceae): Darunter, Borretsch, Beinwell, Vergiss-mein-nicht, Lungenkraut, Natternkopf (Echium ), Steinsamen (Lithospermum spp.) und Sonnenwenden (Heliotropium spp.)
  • Hülsenfrüchtler (Fabaceae): Darunter Klapperhülsen-Arten (Crotolaria ), die in den Tropen häufig als Gründünger angebaut werden, oder auch die Lotonis-Arten, die ebenfalls in den Tropen vorkommen.

Huflattich

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Alte Heilpflanzen

Wir sehen in dieser kurzen Auflistung, dass unter den erwähnten PA-haltigen Pflanzen etliche althergebrachte Heilkräuter vorkommen. Unter ihnen befinden sich folgende:

  • Beinwell, Wallwurz oder Comfrey (Symphytum officinale, peregrinum): Seit vorchristlichen Zeiten wurde die äußerst schleimhaltige, saftige weiße Wurzel mit schwarzer Schale bei Knochenbrüchen, Prellungen, Knochenhautentzündungen, Venenentzündungen, chronischen Ulzerationen und bei Gastritis und inneren Verletzungen mit Erfolg verwendet. Dieses vitale, vor lauter Lebenskraft strotzende Raublattgewächs erlebte in den 60er Jahren, durch den Einsatz von Lawrence D. Hills (1911-1991) einen Höhenflug an Popularität. Nicht nur sei es praktisch ein Allheilmittel, erklärte er, sondern man könne auch die mineral- und vitaminreichen jungen Blätter als Viehfutter und, für Menschen als wohlschmeckendes, gesundes Gemüse verwenden.[4] Biogärtner stellten aus den in Regentonnen vergorenen Blättern Jauchen her, die die Pflanzen stärken und Schädlinge fernhalten. Wegen der Angst vor PAs nahm in den 80ger Jahren der Enthusiasmus für die Pflanze ab. Auf den Verzehr als Gemüse wurde weitgehend verzichtet.[5]Die Kommission E hat diese Heilpflanze nur für den äußerlichen Gebrauch zugelassen[6]. Der PA-Gehalt schwankt im Jahreslauf. Die Wurzel enthält eine zehnmal höhere Konzentration an PA als die Blätter; die jungen Blätter im Frühling enthalten 16-mal so viel PA als die älteren kurz vor der Blüte.[7]

Beinwell

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  • Borretsch oder Gurkenkraut (Borago officinalis): Seit der Antike wird Gurkenkraut als stimmungsaufhellendes Mittel (Römischer Spruch: Ego borago semper gaudi ago.) verwendet und seine erweichende, schleimlösende, entzündungswidrige, harn- und schweißtreibende und kühlende Wirkung geschätzt. Innerlich wurde es angewendet bei Katarrhen, Bronchitis, Schleimhautentzündung, Nieren- und Blasenleiden, als blutreinigendes Mittel bei Gelenkrheumatismus, sowie äußerlich bei Augenentzündung.[8] Inzwischen hat die Forschung neue Indikationen ermittelt. Borretsch wirkt regenerierend auf die Nebennierenrinde (zuständig für das Na-Ca -Gleichgewicht, für körpereigene Steroide, Kortisone und Geschlechtshormone). Er kann angewendet werden nach einer medikamentösen Behandlung durch Kortison oder Steroidhormone und bei der Rekonvaleszenz. Borretschsamenöl, mit seinen hohen Anteilen an ungesättigten Fettsäuren (u.a. γ-Linolensäuren), findet Anwendung bei Neurodermitis.[9] Das Gesamtvorkommen der PA im Borretsch ist extrem niedrig, weniger als 0.001%.[10] Die Pflanze enthält kleine Mengen (etwa 2-10 mg pro Kilogramm getrockneter Pflanze) verschiedener Pyrrolizidinalkaloide (Amabilin, Intermedin, Lycopsamin, Supinin, Thesinin), die in Reinform als Lebertoxisch gelten. Daher ist, nach Angaben des Bundesinstituts für Risikoforschung (BfR), ein regelmäßiger Genuss von Borretsch nicht zu empfehlen. Ein gelegentlicher Verzehr gilt als unbedenklich, ebenso ein Verzehr der Blüten und Samen, sowie des aus den Samen gepressten Borretsch-Öls, da diese die erwähnten Alkaloide nicht oder nur in Spuren enthalten.[11]
  • Huflattich: Dieser kleine Korbblütler, der mit seinen gelben Blüten den Frühling ankündigt, galt seit der Antike als ein Gigant unter den heilkräftigen Pflanzen. Im Jahr 1994 wurde er als Heilpflanze des Jahres auserkoren. Schon die Römer setzten ihn gegen Husten und Lungenentzündung ein, weswegen sie ihn Tussilago (lateinisch tussis = Husten; ágere = vertreiben) nannten; die Griechen kannten ihn als (Bēchion von bēx = Husten). Die Wirkung des Huflattichtees ist entzündungshemmend, reizmildernd, zusammenziehend, auswurffördernd und abschwellend. Die frischen Blätter, zerstampft und äußerlich angewendet, wirken als Umschlag bei Venenentzündung, Brandwunden und Unterschenkelgeschwüren. Hildegard von Bingen erwähnt den huflaticha, als Teil einer komplizierten Rezeptur, als Leberheilmittel: „die Wärme des kleinen Huflattichs beseitigt die Entzündung der Leber“ (!). Überall wo er wächst, wurde der Huflattich als Frühlingswildgemüse gegessen. Hier im Allgäu wurden die jungen Blätter unter die Bratkartoffeln geschnitten. In Russland kommen die jungen Blätter und Knospen ins Gemüse, Kräutersuppen, Kartoffeleintopf und ins Rührei. Angeblich waren Rouladen aus Huflattichblättern eine von Goethes Lieblingsspeisen. (Die Problematik der PA im Huflattich wird auf den folgenden Seiten diskutiert.)
  • Fuchsgreiskraut, Waldkreuzkraut (Senecio nemorensis, ssp. fuchsii): Das Fuchsgreiskraut galt in der traditionellen Pflanzenheilkunde schon immer – äußerlich angewendet – als ein ausgezeichnetes Wundheilkraut. Vor allem aber wurde es wegen seiner styptischen Eigenschaft zur erfolgreichen Behandlung von Wochenbettblutungen, Abortnachblutungen und klimakterischen Blutungen eingesetzt. Ein Vollextrakt (Senecion®), hergestellt von Prof. Dr. Gustav Klein (Dr. Gustav Klein GmbH & Co), hat vielen Frauen in diesen Notlagen das Leben gerettet. Der Vertrieb des Medikaments wurde jedoch, in den 80er Jahren eingestellt, da die Kommission E der Pflanze wegen der PA (Senecionin) eine Negativmonographie erteilte. Prof. Dr. med. Rudolf F. Weiß fragte zwar, ob sich die mit den Alkaloid-Extrakten durchgeführten Rattenversuche auf eine kurzfristige Therapie mit der Ganzpflanze auf  kranke Menschen anwenden lassen.[12] In der Neuauflage des Lehrbuch der Phytotherapie wird jedoch beim derzeitigen Stand der Wissenschaft die Anwendung von Senecio nicht empfohlen.[13] Andere Ärzte wie der Internist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher befürworten den kurzfristigen therapeutischen Einsatz dieses Phytotherapeutikums. (http://symptomat.de/Fuchskreuzkraut aktualisiert den 29.11. 2016)
  • Kunigundenkraut, Wasserdost, Lebertrost oder Wasserhanf (Eupatorium cannabinum): Nachweislich schon seit der griechischen Antike wurde das bitterschmeckende Kraut bei Erkrankungen der Leber (!) und die Blätter als Salbe zur Heilung hartnäckiger Geschwüre verwendet. Die sogenannten „Väter der Pflanzenkunde“ der Renaissance, wie Leonhart Fuchs (1543) oder Peter Matthiolus (1563), verwendeten Eupatorium bei Siechtum der Leber und Milz. Auch gegen grippale Infekte wird der schweißtreibende Tee traditionell angewendet. Der Durchwachsene Wasserhanf ( perfoliatum), eine nahverwandte Spezies aus Nordamerika, wirkt ebenfalls antiviral; sein englischer Name, boneset, deutet die immunstimulierende Wirkung an, denn er wurde gegen das bone-break fever (Denguefieber) mit Erfolg eingesetzt. Neuerdings wird die Anwendung der Eupatorium-Arten in Frage gestellt, und zwar wegen Spuren von PA (Echinatin, Supinin). Diese sind jedoch in so geringen Mengen vorhanden, dass sie bei einer therapeutischen Dosierung keine Rolle spielen.[14] Überhaupt sollten immunstimulierende Phytotherapeutika, wie etwa der Purpurne Sonnenhut (Echinacea purpurea) nicht über längere Zeiträume (höchstens 2 bis 3 Wochen lang) eingenommen werden, da die immunstimulierende Wirkung ins Gegenteil umschlagen kann.
  • Pestwurz (Petasites hybridus): Die Wurzel (Petasitides rhizoma) des Korbblütlers wirkt spasmolytisch und schmerzstillend; sie wurde traditionell als Hustenmittel und zur Migräneprophylaxe, sowie zur Linderung von Krämpfen und Dysmenorrhö verwendet. Doppelblindstudien bestätigen, dass das darin enthaltene Petasin und Isopetasin die glatte Muskulatur beruhigt. Bei Steinbildung im Harntrakt, insbesondere bei Steinabgang mit auftretenden Koliken ist der Einsatz effektiv. Die Kommission E erteilte den Petasites-Blättern, wegen den stark variierenden Inhalt von PA mit 1,2 ungesättigtem Necingerüst, eine negative Monographie, den Wurzeln dagegen eine positive. Nach Fintelmann ist die Anwendung auf wenige Tage zu begrenzen.[15]

Borretsch

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Huflattich

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Waldkreuzkraut

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Wasserdost

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Pestwurz

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Angriff auf die Kräuterkunde

In den 80ger Jahren wurden Heilkräuter immer beliebter. Es war die Zeit, in der die Kräuterfrau Maria Treben[16] und auch die Hildegard-Pflanzenheilkunde immer populärer wurden. Das Buch („Das grosse Buch der Heilpflanzen“ GU-Verlag, 1979) des Apothekers Mannfried Pahlow wurde ein Dauerbrenner. Auch renommierte Mediziner wie Prof. Dr. med. Rudolf Fritz Weiß, der das Lehrbuch der Phytotherapie veröffentlichte, oder der renommierte amerikanische Mediziner Andrew Weil[17] trugen zur allgemeinen Begeisterung für Phytotherapie bei.

Aber dann gab es einen Dämpfer. Pyrrolizidinalkaloide – ein für den Laien kaum auszusprechender Zungenbrecher – machte Schluss mit der Begeisterung. In vielen der für unschuldig gehaltenen, bewährten Heilpflanzen lauerte das tückische, leberschädigende, krebserregende Gift.

Am 10. 8. 1988 kündigte das Bundesgesundheitsamt (BGA) an, das Herstellung von Arzneimitteln, die Huflattich, Borretsch, Pestwurz, Beinwell und Waldkreuzkraut enthielten, untersagt wird. Die Aktion betraf 2500 Arzneimittel, die meistens von kleinen, mittelständigen Betrieben hergestellt und vermarktet wurden.

Als Beweis der Schäden, die PA Anrichten, zitiert das BGA einen Aufsatz aus dem Journal of Pediatrics:[18]  

„…In jüngster Zeit ist über den Todesfall eines Neugeborenen infolge einer veno-okklusiven Erkrankung (Budd-Chiari-Syndrom) berichtet worden, nachdem die Mutter Huflattich-haltigen Tee während der Dauer der Schwangerschaft getrunken hatte…“

Auch die Medical Tribune, eine Zeitschrift für medizinische Fachinformation, lässt seine Leser wissen: „Säugling stirbt an Leberzirrhose – Mutters Kräutertee war tödlich“ (M.T. Nr. 32, 12. August, 1988, S. 3).

Die Tierversuche

In der Boulevardpresse hagelte es Schlagzeilen. Es war ein gefundenes Fressen für sensationshungrige Journalisten, die kaum Ahnung weder von Botanik noch von organischer Chemie hatten. Die Wirkung der Kampagne war eine starke Verunsicherung derjenigen, die den Naturheilverfahren gegenüber offen sind – und das sind nicht wenige.

Der Schock saß tief. Daran änderte sich auch nichts, als sich später herausstellte, dass die junge Mutter aus der Drogenszene stammte und öfter lebertoxische halluzinogene Pilze zu sich genommen hatte. Außerdem war die Leber der Mutter nicht geschädigt, sondern nur die des Kindes, obwohl die fötale oder kindliche Leber wesentlich resistenter ist als die Erwachsenenleber.  Der „Huflattichtee“, den die Mutter getrunken haben soll, war zudem ein Teegemisch aus zehn verschiedenen Pflanzen. Der Anteil des Huflattichs betrug dabei nur neun Prozent. Nach weiteren Meldungen war man nicht einmal mehr sicher, ob überhaupt Huflattich in dem Teegemisch enthalten war.[19]

Ja, aber was ist mit den Tierversuchen, den Rattenexperimenten? Belegen sie nicht eindeutig, dass diese Pflanzen mutagen (erbgutverändernd) oder karzinogen (Krebs erregend) wirken? Bei den Untersuchungen handelt es sich doch um objektive wissenschaftliche Experimente, um genaue Messungen und richtige Schlussfolgerungen! Wenn man sich die Tierversuche genauer anschaut, sind sie bei weitem nicht so eindeutig: „Die Pflanzen wurden mit einem Futteranteil zwischen vier und 32 Prozent zwangsweise verabreicht, da sich die Tiere ab einem Huflattichanteil von 15 Prozent im Futter weigerten, diese Nahrung zu sich zu nehmen. Diese Stresssituation ist bekanntermaßen als karzinomfördernder Faktor zu bewerten“.[20] Als die Ratten am Ende gar nicht mehr fressen wollten, wurde ihnen Huflattich oder Beinwell über Monate hinweg durch Schlundsonden einverleibt. Auch ging man dazu über, ihnen den isolierten Wirkstoff hypodermisch zu injizieren. Endlich entwickelten sie die (erwarteten) Lebertumore.

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Können die Ergebnisse solcher Tierversuche überhaupt auf Menschen übertragen werden? Eine fundamentale Frage. Die Menge an Huflattichblättern, mit denen die armen Tiere zwangsgefüttert wurden, entsprächen, auf den Menschen übertragen, vier Apothekerpackungen, die er täglich über lange Zeiträume hinweg konsumieren müsste. Wer würde das schon tun?

Tödliche Gefahr im Kräutertee

Die Negativ-Schlagzeilen sind seit den späten 80er und frühen 90er Jahren nicht weniger geworden. Inzwischen werden Kräutertees im Allgemeinen verdächtigt die leberschädigenden Stoffe zu enthalten. Unter der Überschrift „Der Tod im Kamillentee“, warnte die TAZ (17.7.2013) ihre Leser, dass der übermäßige Genuss von Kräutertees hohe Dosen gesundheitsschädlicher PA enthalten könnte. Wissenschaftler hätten diese und andere sekundäre Pflanzenstoffe sogar in handelsüblichen Kräutertees gefunden – Babyfencheltee, Fencheltee, Kamillentee, Pfefferminztee, Brennnesseltee, Melissentee, auch im Grüntee und Schwarztee. Das ist ein Schock für die Mitteleuropäer, wo Heilkräutertees schon seit eh und je eine wichtige Rolle spielen; ebenso gehörten Kräuter auch zum gesundheitsbewussten „Lifestyle“. 2012 konsumierten die Verbraucher knapp 19.000 Tonnen – das sind rund 27 Liter pro Kopf.  ÖKO-TEST (27.2.2017) berichtet, dass sogar der beliebte Rooibos-Tee, ein Antioxidans und Anti-Ageing-Mittel, häufig mit PA-haltigen Beikräutern sowie Pflanzenschutzmittel-Rückständen kontaminiert ist.

Honig[21] wird durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kristisch betrachtet, denn Bienen nehmen den Pollen von Natterkopfarten (Echium), Greiskrautarten (Senecio) und Borretschgewächsen (Borago) als Nahrung auf.[22]

Um sicher zu gehen, trinkt man also am besten keinen Kräutertee mehr, und schon gar nicht, wenn er mit Honig gesüßt ist. Da wäre man doch viel sicherer mit Soft-Drinks und mit Maisglukose oder Aspartam oder Saccarin gesüßten Getränken. Die unkontrollierte Natur ist eben gefährlich.

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Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Pyrrolizidinalkaloide in Nahrung oder Getränken für die Konsumenten tödliche Folgen haben können. Das würde ich auch niemals in Frage stellen. Vereinzelte Todesfälle gab es zum Beispiel 1948, und dann wieder 1976, in Usbekistan, Indien und Afghanistan als das Brotmehl durch die Samen, der in den Weizenfeldern als Unkraut wachsenden Sonnenwenden (Heliotropium popovii) verunreinigt war. In Jamaika kam es 1954 zu endemischen Vergiftungen durch sogenannte Buschtees, die das Kraut von Klapperhülsen (Crotalaria) und Kreuzkraut (Senecio) enthielten. Auch aus Südafrika werden Fälle von Lebervenenverschluss gemeldet, bei Menschen die solche Busch- oder Bantu-Tees gewohnheitsmäßig tranken. In Afghanistan – einem Land mit 35,000,000 Einwohnern – kam es immer wieder mal, in den Jahren 1999 bis 2001, zu PA-Vergiftungen, mit schätzungsweise 100 Todesfällen.[23]

Was in den, von weit hergeholten Berichten, die unter anderem im Medizinjournal The Lancet oder auch vom BfR, veröffentlicht wurden, nicht berücksichtigt wird, ist folgendes:

  • Sowohl im afghanischen Mehl als auch im indischen Brot wurden nicht nur PAs, sondern auch hoch lebertoxisches Schimmelpilzgift (Aflatoxin)[24] und Hepatitis-B-Viren gefunden.[25]
  • Vor allen in Dürreperioden treten diese Sonnenwendekräuter und Klapperhülsen vermehrt als Begleitvegetation in den Getreidefeldern auf.
  • Abgesehen von Kreuzkrautarten (Senecio), spielen Crotalaria und Heliotropium in Mitteleuropa keine Rolle als Ackerbegleitkräuter. In diesen 3 Gattungen sind größere Mengen an 1,2 ungesättigten PA enthalten.
  • In Mitteleuropa befinden sich höhere Konzentrationen von 1,2 ungesättigten PA vor allem in Natternköpfen (Echium), dem Gewöhnlichen Greiskraut und anderen Senecio-Arten, wie das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea). Diese aber werden nie als Teekräuter oder als Wildgemüse gesammelt, noch spielen sie eine Rolle in der Phytotherapie.

Die Frage, die sich nun stellt, sind die altüberlieferten Heilpflanzen, die in Mitteleuropa wachsen, ebenso giftig? Führen sie zu Todesfällen? Es besteht kein Zweifel, dass vor allem die verschiedenen Senecio-Arten beträchtliche Mengen an toxischen PA (Senecionin, Jacobin) enthalten. Es sei vor ihnen gewarnt![26]  Diese finden aber kaum Anwendung in der Phytotherapie. Andere traditionell angewendete Heilpflanzen enthalten wiederum PA, die weniger toxisch sind oder nur in geringeren Mengen vorhanden sind. Man sollte also differenzieren.

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Rudolf Fritz Weiß, Doyen der medizinischen Phytotherapie und Mitglied der Kommission E, schreibt, dass PA in traditioneller therapeutischer Dosierung praktisch vernachlässigt werden können.[27],[28], [29]. Prof. Dr. Wolfgang Holzer, vom Botanischen Institut der Universität für Bodenkultur (Wien), schreibt in Bezug auf PA in dem Huflattich: „Da aber diese Stoffe im Huflattich nur in ganz geringen Konzentrationen vorkommen, müsste man ungeheure Mengen der Droge vertilgen, um tatsächlich Schäden davonzutragen. Es wäre beim jetzigen Stand des Wissens unsinnig, dieses nützliche Kraut mit einem Mal als giftig anzusehen. Vorsichtshalber kann man aber eine Teekur auf 4 Wochen beschränken.“[30] Joachim Pötsch, Botaniker an der Universität Potsdam, schreibt: „In letzter Zeit haben sich warnende Stimmen gegen die Verwendung von Huflattich als Heilmittel erhoben. Es konnte in der Pflanze das Alkaloid Senkirin nachgewiesen werden dem eine karzinogene Wirkung zugeschrieben wird. Ein weiteres inzwischen isoliertes lebertoxisches Alkaloid ist das in geringen Spuren vorhandene Senecionin. Die Wasserlöslichkeit, Instabilität und geringe Konzentration dieser Stoffe lassen jedoch die weitere Verwendung der Droge als gerechtfertigt erscheinen[31].

Die therapeutische Dosierung, wie sie im Kräutertee gegeben ist, ist minimal, so dass keine Gefahr zu befürchten ist. Die in der getrockneten Droge nachweisbaren Mengen an PA sind so gering, dass sie praktisch vernachlässigt werden können[32]. Aus all den Jahrhunderten, in denen man Huflattich und Beinwell als Heilmittel verwendet hat, ist nicht ein einziger Fall von Leberschäden oder gar Tumorbildung bekannt geworden, der sich darauf zurückführen ließe[33].

Eine Frage, die auch Prof. R. F. Weiß stellte, ist, ob es gerechtfertigt ist Laborrattentests auf Menschen zu extrapolieren. Selbst der Bund für Risikobewertung (BfR) gibt zu, dass epidemiologische Studien zur Krebsauslösung oder Gentoxizität durch PA fehlen.[34]  Aus Tierversuchen ist die embryotoxische Wirkung bestimmter PA bekannt, jedoch sind die Daten spärlich und es liegen keine Kenntnisse über mögliche entwicklungstoxische Effekte am Menschen vor.[35]

Glyphosat und andere Gifte

Mit den Untersuchungstechniken moderner Labore könnte man wohl leberschädigende oder krebsauslösende Bestandteile in fast allen Heil-, Nahrungs- und Genussmitteln nachweisen. Wein, Schokolade, Kaffee, Mandeln, Aufschnitt, Fisch, Konfitüre oder auch Fertiggerichte müssten nach demselben Maßstab, der an die Heilpflanzen angelegt wurde, wahrscheinlich verboten werden. Ebenso fast alle chemischen Medikamente – 58,000 Tote durch Arzneimittelschäden gibt es pro Jahr allein in der Bundesrepublik[36]. Aspirin würde keine Zulassung bekommen. Die im Zigarettenrauch enthaltenen Nitrosamine gelten als tausendmal gefährlicher als die Pyrrolizidin-Alkaloide – und dennoch wird weitergeraucht. Und was ist mit dem Totalherbizid Glyphosat, dessen Rückstände im alltäglichen Brot und Bier vorhanden sind, und dessen Zulassung in der EU im November 2017 auf weitere fünf Jahre beschlossen wurde? An der karzinogenen und gentoxischen Wirkung des Herbizids besteht kein Zweifel mehr: So stieg, zum Beispiel, die Krebsrate in Regionen in Argentinien und Paraguay in den Regionen wo Reis und Soja mit Glyphosat behandelt wurde, zwischen 2003 und 2009 auf das Dreifache, die Geburtendefekte auf das Vierfache[37].

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Auch das Trinkwasser vieler Städte, auch wenn es keimfrei ist, enthält Rückstände, die sich nicht herausfiltern lassen und die, nach den Kriterien, die bei Heilpflanzen angewendet werden, zu Verboten führen sollten. Dazu gehören Medikamentenrückstände, Pestizide, Röntgen- und MRT-Kontrastmittel, Declofenac, Antibiotika, synthetische Hormone, Blutfettsenker, orale Kontrazeptive und Östrogene, die Genitalmissbildungen und Hodenkrebs verursachen können, Körperpflegeprodukte und andere Stoffe, die für Organismen toxisch sind.

Die Dosis macht das Gift

Nicht jeder war mit dem BGA Verbot altbewährter Heilpflanzen, aufgrund der PA einverstanden. „Das ist ein Angriff auf alle Richtungen der biologischen Medizin“ urteilten Dr. med. Karl Buchleitner (Ärztliche Aktionsgemeinschaft für Therapiefreiheit e.V.) und Dr. med. Karl-Heinz Gebhardt (Vorsitzender der Hufeland-Gesellschaft für Gesamtmedizin e.V.). Dr. med. Veronica Carstens, Gattin des ehemaligen Bundespräsidenten Karl Carstens und Vorsitzende der „Karl und Veronica Carstens Stiftung zur Förderung der Naturheilkunde“ verkündete schlicht, „Wenn mir der Huflattich verboten wird, dann pflanze ich Huflattich in meinen Garten!“[38] Die Mediziner, Dr. med. Klaus-Peter Schlehbusch und Dr. med. Hans Christoph Scheiner, und Peter Wendling sahen sich veranlasst, ihren Wiederstand gegen den „Generalangriff  auf die Biologische Medizin“ in Buchform zu veröffentlichen („Die Vernichtung der Biologischen Medizin : Mit Paragraphen gegen die Naturheilkunde. München: Heyne, 1989)

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Prof. Dr. med. Dipl.-Chem. L. Maiwald (Medizinische Universitätsklinik, Luitpoldkrankenhaus Würzburg) weist auf Folgendes hin: Nur bei den „Forte-Phytotherapeutika“ (stark und unmittelbar wirkende Heilpflanzen, wie Digitalis, Colchicum oder Belladonna) kann die pharmakologische Giftwirkung auf einen einzigen Stoff zurückgeführt werden. Bei den schwächer oder langsamer wirkenden Mite-Phytotheraputika – sie machen die meisten der in der Kräuterheilkunde verwendeten Pflanzen aus – beruht die Wirksamkeit aus einem Stoffkomplex: „Dieser besteht aus einer Summe von Einzelstoffen, die nur als Gesamtheit therapeutische Wirkung entfalten. Auch die schwach und langsam wirkenden Arzneipflanzen, wie z. B. der Huflattich, enthalten giftige Einzelstoffe, wenn auch in sehr kleiner Menge. Diese giftigen Bestandteile des pflanzeneigenen Stoffkomplexes haben jedoch keine Giftwirkung im Sinne des isolierten Einzelstoffs, weil sie eingebettet sind in die Summe der stofflichen Wirkungen und der Eigenheit der anderen Stoffanteile des Stoffkomplexes, wenn man die pflanzliche Matrix als Einheit[39] therapeutisch nützt. Ja, der Einzelstoff kann, im Stoffkomplex enthalten, eine total andere therapeutische Wirksamkeit entfalten, d. h. die Giftigkeit ist im Sine einer arzneilichen Wirksamkeit des pflanzeneigenen Stoffkomplexes verändert.“[40]  Prof. Maiwald weist darauf hin,

  1. dass die betroffenen Arzneipflanzen sich seit Jahrhunderten als Arzneimittel bewährt haben.
  2. Dass bei der Vielzahl ihrer Anwendungen keine dem pflanzeneigenen Stoffkomplex anzulastenden Schädigungen am Menschen beobachtet und/oder berichtet worden sind.
  3. Dass die Fachliteratur zwar „Fälle“ von Schädigungen durch pyrrolizidinhaltige Arzneipflanzen aufweist, die Umstände der Anwendung, des Konsums, der Begleitmedikation und anderes jedoch nicht oder unzureichend mitgeteilt sind, weshalb diese Mitteilungen nicht als Beweis der Schädlichkeit dienen können.

Andrew Weil (Mediziner aus Harvard, Prof. derUniversity of Tuscon, Arizona) schreibt, die Inhaltsstoffe puffern einander; isoliert wirken sie anders. Sie wirken anders als im Reagenzglas. Er hebt hervor, dass der einzige Unterschied zwischen einer Arznei und einem Gift die Dosis ist. Alle Arzneien werden in hinreichend hohen Dosen zu Giften, und viele Gifte sind in entsprechend niedrigen Dosen nutzbringend.[41] Ähnliches hatte ja schon Paracelsus gesagt.

Borreliose

In dem Wikipedia-Artikel heißt es weiter: „Storls Thesen zur Naturheilkunde sind umstritten. Insbesondere sein Buch Borreliose natürlich heilen – einer Krankheit, unter der Storl nach eigener Angabe litt, zog Kritik auf sich. Es wird ihm vorgeworfen, dass er einer antibiotischen Behandlung skeptisch gegenübersteht.“

Es scheint, als haben die unbekannten Autoren des Wikipedia-Artikels sich nicht die Zeit genommen das Buch gründlich zu lesen. Wenn man genauer liest, wird offensichtlich, dass ich nicht leugne, dass Doxycylin oder andere Breitspektrum-Antibiotika der Tetracylin-

Gruppe bei Beginn der Infektion durchaus effektiv sein können[42]. Häufig jedoch zeigen sie sich bei chronischer Borreliose als unwirksam, trotz lang andauernder intravenöser Einflößung („Tropf“), da die Spirochäten Strategien entwickelt haben, die Antibiose zu umgehen[43],[44],[45].

Hyperthermie und Phytotherapeutikum: Eine rationelle Therapie

Auf Grundlage der Durchforstung der interkulturellen ethnomedizinischen Literatur suchte ich nach alternativen Heilmethoden.[46] Mittels Hyperthermie (tägliches Schwitzbad) in Zusammenhang mit einem ausleitenden Phytotherapeutikum (Guajak: Das Harz des Pockenholzbaumes, Guajacum officinalis; G. sanctum) gelang es den karibischen Ureinwohnern, die mit der Borreliose verwandte Spirochäten-Infektionen, Syphilis und Frambösie, erfolgreich zu behandeln. Die Berichte sind glaubwürdig bezeugt. Nicolaus Poll, Leibarzt des Kaisers Karls V, berichtet 1517, dass rund dreitausend spanische Syphilitiker auf diese Weise kuriert wurden.[47] Petrus Martyr de Angleria, Sekretär des Westindianrates der Spanischen Krone, beschrieb als Erster in einem schon 1493 veröffentlichten Bericht, die Effizienz dieser Kur. In Europa schlug die Kur jedoch fehl, da man weder die Schwitzhütte noch das Guajakum korrekt anwendete.[48]

Die TCM (traditionelle chinesische Medizin) behandelt den syphilitischen Symptomkomplex u.a. mit der Karde (Dipsacus; chin. Xu Duan) als ausleitendes, entgiftendes, entzündungshemmendes, Ch’i und Blut bewegendes, Nieren-Jing stärkendes Phytotherapeutikum. Der in TCM und Homöopathie bewanderte, amerikanische Herbalist Matthew Wood nahm diesen Hinweis auf. Er berichtet von durchaus positiven Erfolgen bei der Behandlung von Lyme-Borreliose bei seinen Patienten mit Tinkturen der Kardenwurzel.[49]

Karde

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Mir sind die Probleme mit multiresistenten Keimen, die sich unserer Kontrolle immer mehr entziehen, zwar durchaus bewusst, aber ich bin kein engagierter Anti-Antibiotika Kreuzzügler. Ich befürworte jedoch eine phytotherapeutische Alternative, insofern diese vorhanden ist.[50] Schließlich haben die Pflanzen sich in ihrer Evolution seit über 400 Millionen Jahren Strategien entwickelt, um sich erfolgreich gegen Bakterien, Viren und Pilze durchzusetzen. Wir teilen eine Ko-Evolution mit den Pflanzen und können – wie man es schon seit Urzeiten und in praktisch allen Kulturen gemacht hat – ihre Hilfe in Anspruch nehmen.

[1]
W.-D. Storl. Wandernde Pflanzen. Aarau und München: AT-Verlag, 2012.
Storl schreibt (Seite 280):Die moderne wissenschaftliche Phytotherapie zeigt sich wenig begeistert von Greiskräutern. Die therapeutische Anwendung ist nicht zu empfehlen. Tierexperimente zeigen, dass sie erhebliche Konzentrationen von Pyrrolizidin-Alkaloiden aufweisen, die toxische, leberschädigende und mutagene Eigenschaften besitzen.W.-D. Storl. Der Erde schönste Träume: Mit Wolf-Dieter Storl durchs Jahr 2017 (Seite 10):Pestwurz wurde schon in der Antike als Arzneimittel verwendet. Heute wird vor sogenannten leberschädigenden Pyrrolizidin-Alkaloiden gewarnt, die es enthält. Diese Alkaloide sind gefährlich.

[2] Dharmananda, Subhuti, Ph.D., Director, Institute for Traditional Medicine, Portland Oregon. „Safety Issues Affecting Herbs: Pyrrolizidine Alkaloids“, 2001, S. 10 (http://www.itmoline.org/arts/pas.hm) (viewed 28. 10. 2016)

[3] Roth, L., M. Daunderer und K. Kormann, Giftpflanzen und Pflanzengifte. Hamburg: Nikol Verlag, 2012, S. 896

[4] Storl, W.-D. Mit Pflanzen verbunden. München: Heyne, 2009 (Seite 46ff)

[5] Wie so viele andere in der „grün“-engagierten Alternativkultur (counter culture), haben wir des Öfteren frische Beinwelltriebe als Spinatgemüse oder die zerkleinerten Wurzeln, in Bratkartoffeln gemischt, gegessen – etwas was ich, seit der Erkenntnis des leberschädigenden Potentials der PA nie wieder machen würde. Gegen kurzfristige äußerliche Anwendung als wirksames Knochenheil- oder Wundheilmittel spricht jedoch nichts.

[6] Die Kommission E, eine wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des Bundesgesundheitsamtes (BGA), untersuchte zwischen 1978 bis 1994, nach wissenschaftlichen Kriterien, die allgemein verwendeten Heilkräuter.

[7] Foster, Steven. Herbal Renaissance. Salt Lake City: Gibbs-Smith, 1993, S.75

[8] De Vries, Herman. Natural Relations. Nürnberg: Verlag für Moderne Kunst, 1989, S. 606

[9]Storl, W.-D. „Heilpflanzenkunde“ in Das grosse Buch der ganzheitlichen Therapien (Rüdiger Dahlke, Hg.). München: Integral Verlag, 2007, S. 242  

[10] Dharmananda, op. cit., S. 2

[11] https://de.wikipedia.org/wiki/Borretsch

[12] Weiß, Rudolf F. Lehrbuch der Phytotherapie. Stuttgart: Hippokrates Verlag, 1991, S. 386f

[13] Fintelmann, Volker und Rudolf Fritz Weiss. Lehrbuch der Phytotherapie (10., völlig neu bearbeitete Auflage). Stuttgart: Hippokrates Verlag, 2002, S. 434

[14] Roth, L., M. Daunderer und K. Kormann. Hamburg: Nikol Verlag, 2012, S. 337

[15] Fintelmann, op. cit. S. 258

[16] Maria Trebens Buch, „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ (Ennstaler Verlag, 1978) wurde inzwischen über 9 Millionen Mal verkauft.

[17] Weil, Andrew, Heilung und Selbstheilung. Weinheim: Beltz, 1988; Seite 120ff (Originalausgabe: Understanding Conventional and Alternative Medicine. Boston: Houghton Mifflin Co., 1983)

[18] Michel Roulet et al; „Hepatic veno-occlusive disease in newborn infant of a woman drinking herbal tea“, in The Journal of Pediatrics, Volume 112, Issue 3, 1988, Pages 433-436

[19] Schlebusch, Klaus Peter, Hans-Christoph Scheiner und Peter Wendling. Die Vernichtung der Biologischen Medizin. München: Heyne, 1989, S. 16

[20] Schlebusch et al. op.cit. S. 19

[21] Stellungnahme Nr. 038/2011 des BfR vom 11.August 2011, ergänzt am 21. Januar 2013: „Analytik und Toxizität von Pyrrolizidinalkaloiden sowie eine Einschätzung des gesundheitlichen Risikos durch deren Vorkommen im Honig.“

[22] http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2016/36/verunreinigungen_in_tees_und_honig_sind_die_hauptaufnahmequellen_fuer_pyrrolizidinalkaloide__pa_-198657.html

[23] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2905904/

[24] Aflatoxine haben schon bei geringer Konzentration eine hepatotoxische und karzinogene Wirkung.

[25] Klaus Peter Schlebusch et al. Op. cit. S. 18.

[26] Dharmananda, Subhuti, op. cit. 2016

[27] Weiß, Rudolf Fritz, op. cit. S. 262

[28] Fintelmann, V. und R. Weiß. Lehrbuch der Phytotherapie. Stuttgart: Hippokrates, 2002, S. 19

[29] Schlebusch, et al. op.cit. S. 23

[30] Holzer, Wolfgang et al. Das kritische Heilpflanzenhandbuch. Wien: ORAC, 1985, S. 160

[31] Pötsch, Joachim. Unkraut oder Wildpflanze. Leipzig: Urania, 1991, S 40-41

[32] Weiß, Fritz Rudolf. op. cit. S.261

[33] Foster, Steven. op. cit., S.77

[34] BfR: Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln (https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-pyrrolizidinalkaloiden-in-lebensmitteln.pdf ) Aktualisierte FAQ des BfR vom 14. Juni 2018:

Seite 3. Nach international akzeptierten Richtlinien, z. B. von EFSA oder IARC, können gesicherte Aussagen zur genotoxischen krebserzeugenden Potenz einer einzelnen Substanz nur auf der Basis vorliegender Tierstudien zur Kanzerogenität und zur Genotoxizität und/oder aussagekräftigen epidemiologischen Humandaten getroffen werden. Die Untersuchungen müssen dabei aktuellen wissenschaftlichen Standards genügen. Geeignete Tierstudien liegen allerdings nur für Riddelliin und Lasiocarpin vor. Für andere 1,2-ungesättigte PA liegen meist nur Ergebnisse aus in-vitro-Tests und aus in-vivo-Kurzzeittests vor, die internationalen Bewertungsstandards nicht genügen. Diese Daten erlauben keine wissenschaftlich haltbaren Aussagen zur genotoxisch-kanzerogenen Potenz der getesteten Substanzen. Das Risiko einer genotoxisch-kanzerogenen Wirkung von Substanzen, für die keine geeigneten Studien vorliegen, wird auf der Grundlage bekannter Struktur-Wirkungsbeziehungen und Zuordnung zu einer entsprechenden Gruppe oder Klasse bewertet. So wird bei der Risikobewertung der Gruppe der 1,2-ungesättigten PA mittels „read across“ auf bekannte Dosis-Wirkungs-Zusammenhänge in Kanzerogenitätsstudien chemisch verwandter Verbindungen Bezug genommen. Weiterhin können ungenügend toxikologisch charakterisierte Substanzen mit strukturellen Merkmalen, die auf eine mögliche genotoxisch-kanzerogene Wirkung hinweisen, gemäß den international akzeptierten Richtlinien für den Threshold of Toxicological Concern (TTC) klassifiziert und bewertet werden.

[35] Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees und Tees Stellungnahme 018/2013 des BfR vom 5. Juli 2013, S. 8

[36] Ercivan, Erdogan. Gefälschte Wissenschaft. Rottenburg: Kopp, 2004, S. 169

[37] www.global2000.at/glyphosat-gefahren?gclid=EAIaIQobChMI7MPlpKaI2wIVAWQZCh1EvQ-FEAAYASACEgJmcfD_BwE

[38] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13531735.html

[39] Hervorhebung im Originaltext.

[40] Schlebusch, et al; op. cit., S. 24.

[41] Weil, Andrew, op. cit., S. 121

[42] Storl, Wolf-Dieter. Borreliose natürlich heilen. Baden und München: AT-Verlag, 2015. ISBN 978-3-03800-360-1. Seite 54

[43] Feder, Henry M. et al, Ad Hoc International Lyme Disease Group, „A Critical Appraisal of Chronic Lyme Disease“, in New England Journal of Medicine, 357 (14), 1425-1426, October 4, 2007:

Patients with post-Lyme disease syndrome who have received a two-month course of doxycycline, an antibiotic that enters the cells, had no greater improvement than those who received a placebo. Five double-blind, randomized, placebo-controlled clinical trials have convincingly demonstrated that antibiotic treatment of post-Lyme disease symptoms is not in the best interests of patients.

[43] Krupp, L. B. et al., “Study and treatment of post Lyme disease (STOP-LD): a randomized double masked clinical trial”, in Neurology (Official Journal of the American Academy of Neurology) 60, (2003) 1923-1930

[44] http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/langfristige-verordnung-therapien-unwirksam-gegen-langzeitsymptome-einer-borreliose-infektion-2016033160460

[45] Man erkennt den Novizen bei der Borrelienbehandlung daran, dass er stur Antibiotika verschreibt, die im Allgemeinen nur kurzzeitig wirken und wenig Langzeiterfolge bringen (…) Wir haben (bei langzeitiger Antibiotikaanwendung) ernste und bleibende Nebenwirkungen beobachtet wie zum Beispiel Nierenversagen, Tinnitus, Immunsystemschwächung und andere. Dr. med. Dietrich Klinghardt, Borreliosespezialist, „Die Lyme-Borreliose: Ein Blick jenseits der Behandlung mit Antibiotika.“ Vortrag in Bellevue, Washington 2005

[46] Als Kulturanthropologe, der Medical Anthropology (Sheridan College, Wyoming) und Sociology of Medicine (Kent State University, Ohio) gelesen, bzw. unterrichtet hat, nehme ich in Anspruch, in diesem Gebiet Kompetenz zu besitzen.

[47] Griggs, Barbara. Green Pharmacy. Rochester, Vermont: Healing Arts Press, 1997. ISBN 0-89281-427-6, Seite 36f.

[48]Storl, W.-D. op. cit. Borreliose natürlich heilen. 2015, S. 218

[49] Wood, Matthew, Die Weisheit der Pflanzen. Aarau und München: AT-Verlag 2012, S. 300. (Originalausgabe: The Book of Herbal Wisdom. Berkeley, Kalifornien: North Atlantic Books, 1997)

[50] Als weiterführende Literatur empfehle ich Stephen H. Buhner, Pflanzliche Antibiotika: Wirksame Alternativen bei Infektionen durch resistente Bakterien, Krankenhauskeime und MRSA. Glattbach: Herba Press, 2015. (Englische Originalausgabe: Herbal Antibiotics. Storey Publ. 2012

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  • Suzane
    Antworten

    Danke vielmals für deine Stellungnahme Wolf! Ich habe deine Wolfpedia gleich auf Wikipedia direkt verlinkt:-). Danke für dein Sein und deinen reichen Erfahrungsschatz, den du so ehrlich, verschmitzt und fundiert mit uns teilst.

  • Xenia
    Antworten

    Hier ein link zum Thema, wer hinter den Wikipedia Artikeln steht. Vielleicht hilf dir das weiter.
    https://youtu.be/wHfiCX_YdgA

    Und ich fühle im übrigen deine gutselige Energie, auch wenn ich dich noch nie persönlich getroffen haben.

  • Birgit Helmlinger
    Antworten

    Danke, Herr Storl für diesen informativen Artikel. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich von Eupatorium perfoliatumoder E. cannabium keine Tinktur mehr bekommen kann, in ganz Europa nicht, seit die immunstärkende und virenbekämpfende Wirkung bekannt ist. Stattdessen gibt es mehr Fertigarzneimittel für den x-fachen Preis, die nur Spuren der Pflanze enthalten.. Ich trinke zur Vorbeugung grippaler Infekte eine Tasse täglich über den Winter und sollte ich mir doch etwas einfangen, erhöhe ich auf 3-5 Tassen. Nach ca. 3 Tagen ist das Problem behoben. Ist diese Anwendung aus Ihrer Sicht problematisch? Danke für Ihre Mühe. Liebe Grüße ins Allgäu
    Birgit Helmlinger, Berlin

  • Gerhild Langer
    Antworten

    Dito.

    .

  • caaren
    Antworten

    Wolf dieter Storl ein großartiger Mann, der es vermag Leib, Geist und Seele fantastisch zu berreichern. Eine große Freude und ein Verlust für jeden der ihn nicht kennt. Seine Buchinhalte und Vorträge verändern Wahrnehmung und machen Mut.

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