Der Huflattich – Das beste Hausmittel bei Lungenleiden

Vier Monate lang, vom frühen Morgen bis spät in die Nacht, hatte ich im Schaffensrausch an der Schreibmaschine gesessen. Kaum mit dem Manuskript fertig, da haute mich ein Fieber um, gefolgt von einer schweren Lungenentzündung. In der Nacht erschien mir im klaren Traum ein gelbes Blümchen, freundlich strahlend wie die Sonne. Als ich am nächsten Morgen durch die matten Fensterscheiben auf die spätwinterliche Landschaft hinausblickte, da entdeckte ich an der Böschung, wo der Schnee schon etwas weggetaut war, tatsächlich kleine gelbe Blümchen.

Vertreibt die winterliche Kälte

Wie kleine Sonnen, auf kahlen blass-rötlichen Stengeln thronend, trotzten sie der Kälte.  „Huflattich!“, dämmerte es in mir. Im Pflanzenatlas blätternd, kam ich auf seinen lateinische Namen: Tussilago, „Hustenvertreiber“. Den Hinweis folgend ließ ich mir einen Tee aus den Blüten aufbrühen. Er schmeckte gut. Dabei hatte ich den Eindruck, als scheine eine helle, warme Frühlingssonne in die dunklen Winkel meiner erkälteten Lungen und vertreibe aus ihnen die winterliche Kälte.

Die strahlig gelben Korbblüten des Huflattichs, die noch vor den Blättern erscheinen und zu den ersten Frühlingskündern gehören, gelten als bestes Mittel für angeschlagene Bronchien und gegen Husten. Ein Tee aus Blättern und Blüten wirkt schleimlösend und reizlindernd.

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Blätter und Blüten enthalten Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe und Flavonoide, die für die Heilwirkung verantwortlich sind. In den 1980er‐ Jahren glaubte man, dass gewisse Alkaloide im Huflattich die Leber schädigen könnten. Genauere Untersuchungen ergaben aber, dass in der geringen Menge, die man als Tee zu sich nimmt, die Alkaloide keine negative Wirkung auf die Leber haben.

Schwangere und Stillende sollten auf Huflattichtee aus Wildsammlung zur Sicherheit verzichten. Wer ganz vorsichtig ist, kann in der Apotheke Huflattich aus kontrolliertem Anbau kaufen: Man hat inzwischen alkaloidfreien Huflattich gezüchtet, der über Apotheken vertrieben wird.

Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass die frisch zerstampften Blätter mit Quark gemischt und als Paste aufgetragen hervorragend bei Venenentzündung helfen. Junge Huflattich Blätter ergeben ein gutes Wildgemüse. Man kann sie als Roulade zubereiten und verschiedene Füllungen darin einwickeln.

Rezept

Allgäuer Hustensyrup

Schichtweise Huflattichblätter und Zucker in einen irdenen Topf füllen; verschließen, an einem warmen Ort (Misthaufen) vergraben; 2 Monate gären lassen. Nach der Gärzeit, durch ein Leintuch pressen, aufkochen und in dunkle Flaschen füllen. Löffelweise bei Husten einnehmen, oder zum Süßen des Hustentees verwenden.

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