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Einsichten und Weitblicke

Wir stolzen Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinnste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.
-Matthias Claudius

Kann unser im harten Schädel verschanztes Primatenhirn die unendliche Fülle des Seins wirklich erfassen, kann der Kopf diese Fülle verstehen? Ich habe da meine Zweifel.

Für den berühmten britischen Gelehrten Aldous Huxley – er schrieb, unter anderem, das Buch Brave New World –  ist das Hirn vor allem ein Reduktionsfilter, das die auf uns einströmende Fülle auf ein erträgliches Maß reduziert und unser alltägliches Bewusstsein einschränkt, so dass wir unsere karmisch bedingten Lebensaufgaben bewältigen können. Ohne diesen Filter würden wir von dem Überfluss der Eindrücke überwältigt und verwirrt werden, wir würden wie die Felsen und Steine reglos und schweigend stillstehen müssen. Eine Ewigkeit lang. Oder wie die Pflanzen würden wir uns in ekstatischer Wonne der Kraft der Erde und des Lichtes hingeben müssen. Im ewigen und einmaligen Hier-und-Jetzt, würden wir verharren.

biene-in-der-wiese

Dieser Zustand – Mystiker reden davon – könnte ideal sein, aber wir sind weder Stein, noch Pflanze, noch unschuldige Tiere. Wir sind Menschen mit Karma. Das heißt wir sind verstrickt in den Banden, die wir mit unseren Wünschen, Gedanken, Worten und Taten uns selber gestrickt haben. Wir sind frei. Wir sind Funken des göttlichen Geistes, auf Abenteuerreise. Wir befinden wir uns im Zustand des Abgesondertseins (mittelhochdeutsch sundert). Die Kirche nahm das auf und spricht von der „Erbsünde“. Wir sind also besonders. Und unser Ziel ist es, uns aus den karmischen Verstrickungen – dem egoistischen Wahn, der geistigen Blindheit der Blödheit – zu lösen, die Erleuchtung, das Nirvana, das Seelenheil, Moksha, Shiva, die Wonne oder wie immer man es nennen will, zu erlangen. In der Vision der mittelalterlichen Minnesänger sind wir Ritter auf Suche nach dem Gral und die Reise ist ein Abenteuer; Pilger sind wir auf der Suche nach unserem wahren Selbst.

Meine Pilgerreise durchs Leben

Auf dieser Reise helfen uns unsere Brüder und Schwestern, die Kräuter und Bäume, die Tiere. Sie sind noch verbunden, nicht abgesondert. Und auch die Lichtelfen – unsichtbar für das äußere Auge –, die klugen Zwerge, die Engelwesen, die seligen Ahnengeister und die Götter, wenn wir ihnen lauschen, weisen uns Wege auf unserer Abenteuerreise.

Und eine der Gottheiten, den unsere Vorfahren kannten, ist der in den Stürmen und den Wäldern waltende Zauberer und Schamanengott Woden. Diesem Wodan, Goden, Woutis, Odin, widmete ich diese Zeilen:

Wodan – Odin,
Gott der Raben, Wölfe und Berserker
wählte dich, hat dich erkoren,
noch ehe du wurdest geboren.
Ihm ist es egal,
ob du Jesus liebst,
dich Allah ergibst,
dich ins buddhistische Nirwana meditierst
oder im wissenschaftlichen Materialismus verlierst.
Wotans wilder Wind durchweht und wirbelt dich,
Lässt dich verwahrloste Wege gehen,
Wahnsinniges, Grauenhaftes sehen,
Irrfahrten überstehen.
Erfahrungen, notwendige, schenkt er dir,
führt dich in die Mitte und über den Rand,
zum wahren Selbst, zu mir,
zur Wahrheit, Weisheit und Wonne,
zur inneren Sonne, zum Sat-Chit-Anand.

Ich weiß nicht, ob ich mich dafür entschuldigen soll, aber auf solche Gedanken kommt man eben, wenn man am Meer meditiert.

In dem neuen Buch, Einsichten und Weitblicke, erzähle ich über einiges, was mir auf dieser Pilgerreise durchs Leben begegnet ist. Etwas Biographisches, etwas über die lieben Pflanzen und Tiere, die mir begegnet sind, etwas über die tiefere Bedeutung der Jahreszeiten, etwas Heilkundliches und sonst noch etliches Kunterbuntes ist mit dabei.

Einsichten und Weitblicke

Ein sehr persönliches Lesebuch.

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Zeige 3 Kommentare
  • Schüpbach Therese
    Antworten

    Herzlichen Dank und liebe Grüsse aus der Schweiz, lieber Wolf-Dieter.

    Erinnere mich gerne an deinen Vortrag und das kurze persönliche Gespräch in Zürich.

    Herzliche Grüsse
    Therese Schüpbach

  • Anne-Katrin Alm
    Antworten

    Herzlichen Dank und liebe Grüße aus Warnemünde.
    Ich bin so glücklich über Sie.
    Anne-Katrin Alm

  • Peter
    Antworten

    Lieber Wolf-Dieter,
    „Wir stolzen Menschenkinder
    Sind eitel arme Sünder …. “
    Hat das die katholische Kirche verfasst …? Wer glaubt denn noch an so etwas …. ?
    Und wer auch immer ist Odin oder gar Wotan … ? Und wen interessiert es, was ihn interessiert …?
    Aus welch Primatenhirn ist denn das entsprungen …?
    In allen Ehren um Dein Wissen, Erkenntnisse und Weisheit lieber Wof-Dieter – ich habe so einige Deiner wunderbaren Bücher und schätze Dich sehr.
    Herzliche Grüße
    Peter

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