Die Samhain-Nacht

Herbst – aus dem altgermanischen harbista (engl. harvest) – bedeutet Erntezeit: Äpfel und Birnen hängen reifend an den Bäumen, Kohlköpfe sind dick und rund, und das Wurzelgemüse kann im Wettlauf mit den Wühlmäusen aus dem Boden gegraben werden. Die Sonne verliert an Kraft, sie sinkt in die niederen Tierkreiszeichen, es wird nebelig, trüb, kühl und von Tag zu Tag dunkler.

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Gut zu wissen, dass es mal eine Sonnenwende geben wird. Wenn man diese Gewissheit nicht hätte, würden sicherlich Idioten Computer-Projektionen aufstellen, die mit Zahlenkolumnen beweisen würden, dass es messbar immer kälter wird und wenn es so weiter geht, dann würden wir in Eis erstarren und das Leben zum Stillstand kommen! – es sei denn, wir würden genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um die Welt global in Brand zu stecken, um damit dem drohenden Kältetod entgegenzuwirken.

Zum Glück aber können wir uns an die Vergangenheit erinnern, um die Zukunft – das auf uns zukommende – zu erkennen.

Halloween und Geisterzeit

Für die Kelten begann der neue Jahreszyklus im November zu Samhain (auch Samunin), was so viel heißt wie „Jahresende, Zeit der Sammlung“ es ist eine dunkle und neblig-trübe Zeit. Wie der Bär in seine Höhle, so verschwindet die kraftlose Sonne in die Tiefe, ins Reich der Frau Holle. Es ist Totenzeit, Zeit der Jagd und des Schlachtens. Eine britische Legende erzählt, dass der Sonnenhirsch jetzt von dem schwarzen Jäger niedergetreckt wird und stirbt. Die Blumenbraut, die Vegetationsgöttin, folgt dem schwarzen Jäger (der schwarzen Sonne) in die Tiefe und buhlt um ihn; sie wird zur Göttin der Toten.

In anderen Imaginationen erscheint nun die Göttin als eine alte, graue Spinnerin. Die langen, flirrenden Sipnnenfäden, die im Altweibersommer (schweizdeutsch: Witwensömmerli: englisch: goose summer, also Gänsesommer) durch die Luft schweben, sind Werk ihrer Spindeln.

In der Samhain-Nacht (englisch: Halloween) schwärmen die Totengeister aus und betteln um milde Gaben und Speisung. Als Gespenster maskierte Jugendliche spielen die Rolle der Geister oder besser gesagt, die Geister verkörpern sich vorrübergehend in den Maskenträgern. Wenn man ihnen etwas gibt, dann segnen sie den Lebenden und werden zu dankbaren Toten (englisch: grateful dead); wenn man es ihnen verweigert, dann werden sie spuken und Schabernack treiben. Für die Toten stellte man Lichter in ausgehölte Rüben vors Haus, in den Fratzen geschnitzt waren. Heuet verwendet man dafür die aus Amerika stammende Kürbisse.

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Das altheidnische Fest lebt weiter in Allerseelen, Allerheiligen, Volkstrauertag und anderen Totengedenktagen. Auch der Marntinstag mit seinen Laternenumzügen, an dem die Kinder “Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ singen und die Martinsgans gehört dazu.

Der Herbst ist gekommen

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Im Herbst zieht sich die Lebenskraft – die mit der Sonne verbundenen ätherischen Bildekräfte – zurück. Kräuter welken, Laub verfärbt sich wie verblühte Blumen, fällt zu Boden und wird von Pilzen und Kleinlebewesen verdaut. Der Abbau ist voll in Gang. Für die Pilze ist es die hohe Zeit; sie heben ihre bunten Fruchtkörper über den modrigen Boden empor und entlassen die Sporen zum Hochzeitsflug.

Ich wünsche Euch allen eine besinnliche Zeit und Licht im Herzen,

Wolf-Dieter

Etwas für die Winterzeit

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Kommentare
  • Doris Peter
    Antworten

    Es gefällt mir sehr gut.

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