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Himmelfahrt und Vatertag

 Das Fest wird immer vierzig Tage nach der Auferstehung des Heilands und dessen Auffahrt in den Himmel gefeiert, wo er dann zur Rechten des Gottvaters seinen Platz einnimmt.

An dem Tag, an dem du fühlst, die ganze Welt ist dein Zuhause, der Himmel deine Decke, Die Erde dein Boden und jeder Baum dein Garten – bist du wirklich zuhause.

– Shri Shri Ravi Shankar

Die Bedeutung im Mittelalter

Im Mittelalter stelle man dieses Mysteriengeschehen bildlich dar. An dem Tag zog man in den Kirchen eine Christusfigur hinauf ins Kirchengewölbe, wo sie im „Heiligengeistloch“ verschwand und manchmal regnete es Blumen von oben herab – im tiefschwarzen Bayern finden solche dramatischen Darstellungen immer noch statt. Es herrschte Arbeitsverbot, man aß nur „fliegendes Fleisch“ (Geflügel) – im Allgäu wurden „Bratvögel“ gebacken – und veranstaltete Prozessionen um Wiesen und Felder. Der Brauch war eigentlich ein Erbe altheidnischer Flurumgänge, um die Fruchtbarkeit, das Aufsprießen und in die Höhe Schießen des Getreides, der Futtergräser und Nahrungspflanzen zu feiern und teilnehmend zu unterstützen. An dem Tag, an dem man glaubte, die Sonne mache drei Freudensprünge, machte man auch Ausflüge in den Wald und auf die Bergeshöhen. 

Das Fest fällt immer auf einen Donnerstag, eigentlich dem Tag des altheidnischen Himmels- und Donnergottes, der ja einst für die Fruchtbarkeit der Natur zuständig war. In Skandinavien wird der Tag hellig thorsdag oder Helgethorsdag (Heiliger Throstag) genannt. Häufig bringt der Tag ja auch fruchtbaren Gewitterregen. Auch im Mittelalter fürchtete man noch, wenn man an diesem Tag nicht zur Messe ging, arbeitete, nähte oder strickte, dann würde der Blitz einschlagen. Vielerorts sammelte man in aller Morgenfrühe, noch vor Sonnenaufgang, das rötlich angehauchte Katzenpfötchen (Antennaria), auch Donnerblümchen genannt, und flocht einen Kranz daraus, der im Haus oder im Stall aufgehängt wurde, um sich übers Jahr vor Blitz und Gewitter zu schützen.  

Baldrian (Valeriana)

Baldrian (Valeriana)

Da der Herr an diesem gesegneten Tag aufwärtsfährt, sammelten die Bäuerrinnen zu dieser Zeit aphrodisische Kräuter, das männliche Glied ebenfalls aufsteigen lassen. Zu diesen „Auffahrtskräutern“ gehörten, zum Beispiel, Baldrian, Bibernelle, Liebstöckl (Maggikraut), Allermannsharnisch oder der Aronstab, den man wegen seines Blütenkolben auch „Pfaffenpint“ nannte. Man glaubte, wenn ein Mädchen es in seine Schuhe legte, würden ihr alle jungen Gesellen nachlaufen.

Vatertag das Gegenstück zu Muttertag

In der neuen säkularen Zeit ist aus dem Himmelfahrtstag der Vatertag geworden. Er gilt als Gegenstück zu dem in Amerika 1908 eingeführten „Muttertag“. Wie in früheren Zeiten macht man noch immer Ausflüge in die freie Natur. Zur Zeit meines Großvaters fuhren die Herren mit einem Kremser (einem geräumigen, gut gefederten, mit Plane bedeckter Pferdewagen), samt Bierfass oder Weinkiste, mit Musik und Gesang, hinaus ins Land. Meistens hielten sie in jedem Gasthaus auf dem Weg. Zum Leidwesen der Pfaffen ersetzte der Reben- und Gerstensaft das Weihwasser. 

Das schöne Frühlingsfest können auch die neuen Heiden feiern. Denn wie wir sehen ist es ein umgewandeltes Fest des Donar-Thors, dem Herr des Wetters und dem Gatten der Erdgöttin. Die Götter sind unsterblich, sie sind immer mit uns, sie wandeln nur ihre Gestalt.

 

Literaturtipp "Unsere Wurzeln entdecken"

Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was können wir von alten Wegen lernen? Wie kann unsere Spiritualität aussehen, wenn wir die Botschaften der Alten hören und ihnen in unserem Leben Raum geben? Die großen Fragen werden mit meinen Erfahrungen bei indigenen Völkern, besonders den amerikanischen Indianern, verbunden und in den Kontext unserer modernen Welt gestellt. Ausblicke in vorstellbare oder wünschenswerte Entwicklungen der Zukunft runden diesen außergewöhnlichen Band ab.

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Diskussion

  1. Ich finde das alles so interessant! Ich fühle mich auch so wohl dabei. Bin selbst ein Waldkind. Da fühle ich mich sehr wohl.

  2. Wenn mich dort DRAUSSEN was stört und ich es bewerte….weiss ich was ich zu tun habe….ZURÜCK ZU MIR und ehrlich hinschauen. Was ist es IN MIR? Warum bewerte ich die scheinbare Gleichgültigkeit anderer? Wo bin auch ich immer noch gleichgültig?

  3. Ich fühle 365 Tage ” Muttertag”…..weil die Verbindung zwischen mir und meiner Tochter so wohltuend ist…..beitragend……gegenseitig! Und es gibt immer noch sehr viele junge Menschen, die diese Verbindung zu ihren Eltern haben und pflegen😉wenn ICH dort DRAUSSEN Gleichgültigkeit wahrnehme und es bewerte dann gehe ich sofort zu MIR zurück und frage mich ” wo bin ich gleichgültig? Vielleicht nicht anderen gegenüber…aber MIR gegenüber….oder meiner Seele gegenüber?”
    Ich kann nur wahrnehmen was ich BIN. Ein Taschendieb sieht nur Buddhas Taschen😉

  4. Ich finde diese Feiertage immernoch schön. Auch wenn meine Mutter lieber den Frauentag am 8.März mit Nelken oder Tulpen begeht, bringe ich ihr doch gerne eine blühende Aufmerksamkeit am Muttertag. Da kann ich nichts falsches dran finden und sie nimmt die Pflänzchen dankbar entgegen. Ja und dem Vater meiner vier Kinder wünsche ich auch einen geruhsame Christi Himmelfahrt. Es ist ein ehrwürdiger Tag. Und ich bin froh, wenn meine Kinder mich dabei sehen, um es später, wenn sie es verstehen und die wilde Jugend vorüber ist, auch mal erinnern. Wenn sie es nachmachen o. K. Aber ich verlange nichts, ich zeige nur. Die Entscheidung liegt bei ihnen. Und auch wenn Es heute in unserer Region den ganzen Tag regnet, wollen wir esals Segen annehmen, denn die Saat geht auf, Gott sorgt dafür. Einen friedlichen Christi Himmelfahrt, mögen die Wälder, Wiesen und Felder erblühen! 😇💞☘️

    • Ja,Vorbild sein!!!

  5. Es ist still geworden, keine jungen Männer mit Bollerwagen und das nicht nur wegen Corona, sondern schon Jahre sieht man kaum noch junge Burschen singend und allerdings auch saufend durch die Felder ziehen. Aber auch der Muttertag ist untergegangen. Kinder besuchen ihre Mütter nicht mehr, pflücken keine Wiesenblumen mehr. Das interessiert die jungen Leute alles nicht mehr.Alles traurig und still. Wir Alten kennen das noch und fanden es schon Mutter und Vater zu treffen, aber heute will man keine Familie mehr, alles lästig und die Alten braucht man auch nicht mehr, die können ruhig weg.
    Entschuldigt meine traurigen Gedanken, aber es fällt mir immer schwerer mit dieser Gleichgültigkeit zurecht zu kommen. Was haben wir Eltern denn nur falsch gemacht, dass unsere Kinder uns verleugnen?

    • DAS MÜSSEN NUR SIE SICH SELBST BEANTWORTEN; IN SINGULAR NICHT IM PLURAL; ES GIBT VIELE FAMILIEN DENEN IST MUTTERTAG HEILIG

      • Ich will in der heutigen traurigen Zeit kein Kind sein! Ich weiss nicht ob unsere Eltern auch so gedacht haben, als Sie so alt waren, bzw. vor der Endscheidung standen.

    • Wenn sie auch nicht mehr gepflückt werden, der Blumenhandel erwirtschaftet alleine in der Muttertagswoche einen Umsatz von etwa 120 Millionen Euro. Vielleicht ist es nicht weniger geworden, sondern nur anders – stiller. An Vatertag war auf den Straßen früher sicher mehr los, es gibt sie aber noch, die mit den Bollerwägen und den Blümchen am Fahrrad. Viele “Herren” machen es sich inzwischen auch mit Nachbarn oder Freunden zuhause mit Bierchen am Grill gemütlich. Es werden ernsthaftere Gespräche geführt als früher. Ich denke, vieles was wir als gleichgültig bewerten, ist in erster Linie erst einmal eine große Müdigkeit die sich unter den Menschen, in einer viel zu komplizierten Welt, breitgemacht hat.
      Daraus KANN natürlich Gleichgültigkeit entstehen aber vielleicht sollten wir versuchen, diese nicht unbedingt immer persönlich zu nehmen – und lernen damit zurechtzukommen. Alles Gute für Sie.

    • Liebe Heike, das ist ein allgemeines Phänomen und der medialen Gehirnwäsche und Angstmache und den elektronischen Geräten und den daraus resultierenden Ablenkungen zu danken.
      Das wird aber nicht so bleiben. Alle Menschen werden sich wieder auf das Wesentliche besinnen und alles wird gut. Bis dahin, halte durch und halte die Liebe und den Frieden in deinem Herzen und sei lieb gegrüßt von Christine aus Dresden


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Vortrag

3. September um 19:00 Uhr