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Maria Himmelfahrt

Die Pflanzen bilden ihre heilkräftigen ätherischen Öle und andere pharmakologische Wirkstoffe vor allem in der hellsten und heißesten Jahreszeit aus.

Heilerinnen im Sommer

In unseren geografischen Breitengraden ist das zwischen Mittsommer und der Herbsttagnachtgleiche. Es macht also guten Sinn, wenn die Frauen – die Heilkunde war ja einst vor allem eine weibliche Angelegenheit – ihren Heilkräuterbündel während dieser Zeitspanne sammelten und weihen ließen. Dieser Bündel war einst die „Apotheke“ die den menschlichen Bewohnern des Hofes, wie auch den Tieren im Stall das ganze Jahr zugute komme sollte. Zu diesen Kräutern gehörten nicht nur das ganze Arsenal der schmerzlindernden, stoffwechselfördernden, wundheilenden, harntreibenden, geburtsfördernden und anderen physikalisch wirksamen Mittel.

Ebenso wichtig waren magisch wirkenden, etwa die Räucherkräuter, die die Großmutter anzündete, um einen Blitzeinschlag zu verhindern, oder die die Frau unters Bett legt, um dem Eheglück nachzuhelfen, oder solche, die angezauberte Schädlinge vertreiben.

Gesammelte Kräuter für Tee

Die Zeit um Maria-Himmelfahrt

Schon in heidnischen Zeiten weihten die indigenen europäischen Völker, etwa die Kelten, ihre Heilpflanzen in den Tagen zwischen der Kornernte im August und der Herbsttagnachtgleiche, wenn der feurige Erntegott Lugus (irisch Lugh, walisisch Lleu oder Llew) und die Göttin mit dem Füllhorn, die Kornmutter, herrschten. Im 5. Jahrhundert übernahmen die Christen die herkömmliche Kräuterweihe. Heilkräuter wurden nun in im Namen der Mutter Gotts, der Maria, in der Zeitspanne der „Frauendreißiger“, zwischen Maria-Himmelfahrt (15. August) und Maria-Geburt (8. September) oder dem Fest Maria Namen  (12. September) gesammelt.

Am Maria-Himmelfahrtstag stellte jede Frau ihren Kräuterbündel (Kräuterboschen, Würzbüschel, Sangen, Würzwisch, Herbst-Maien) zusammen, wobei eine blühende Königskerze (Verbascum thapsus), auch Himmelsbrand oder Marienkerze genannt, die Mitte bildet; kleinere Heilkräuter, wie etwa die Schafgarbe oder der Dost werden da herum gruppiert und die ganz kleinen Kräuter, wie die Kamille, machen den äußeren Ring aus. Der Grundgedanke dahinter ist, dass die Mutter Gottes an dem Tag die Erde verlässt und in den Himmel fährt; sie hat jedoch Mitleid mit den armen Menschen und hinterlässt ihren Segen in Form von heilenden Kräutern.

Literaturtipp "Die alte Göttin und ihre Pflanzen"

Wer ist nun diese kräuterkundige Frau, die da im dichten Wald wohnt? Ihrer taufrischen Spur wollen wir in diesem Buch nachgehen. Und diese Spur führt uns nicht nur über blühende Wiesen, durch moosbewachsene Wälder und in dunkle Schluchten, sondern auch in die Tiefen unseres eigenen Wesens

Märchen als Tor zu inneren Welt.

10 Wochen - 10 Märchen - von Samhain bis zu den Rauhnächten.

In meinem neuen begleiteten Onlinekurs gehen wir gemeinsam auf eine märchenhafte Reise durch die dunkelsten Wochen des Jahres. Märchen haben die Kraft uns mit unseren Ahnen zu verbinden und den überlieferten Seelenbildern früherer Generationen. Zugleich geben sie Impulse für die eigene Lebensreise, helfen bei der Begegnung mit inneren Schatten und zeigen, welche Kräfte in Zeiten des Übergangs und der Wandlung entstehen können.

Der Brauch wird noch vielerorts in ländlichen Regionen gepflegt, aber  oft geht es heutzutage um einen Wettbewerb der Frauen, wer den schönsten Kräuterstrauß zusammengestellt hat. Wenn die Hausbewohner oder die Tiere im Stall wirklich krank sind, nimmt die moderne Bäuerin nun lieber die Produkte der Pharmaindustrie in Anspruch.

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