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Ein Spaziergang durch die Kräuterwelt

Allein sich die Zeit zu nehmen, die Blüten und Blattmuster anzuschauen, tut der Seele gut. Und was der Seele gut tut, das hat auch eine heilende Wirkung auf uns. Der Gebrauch von Kräutern, Blüten und Wurzeln als Heilmittel geht weit zurück. Noch ehe der Mensch zum Homo sapiens wurde, haben die Frühmenschen sich mit Pflanzen geheilt. 

„Der die Natur nicht kennt, liebt sie nicht.“

Paracelsus

Primatenforscher haben herausgefunden, dass es schon bei den Schimpansen Ansätze für eine, von einer Generation zur anderen tradierte Heilpflanzenanwendung gibt. Heilpflanzenkunde ist universal. Kulturanthropologen bestätigen: Es gibt keinen Volksstamm, keine Ethnie, die nicht Heilkräuter verwendet, wenn es darum geht gesund zu bleiben. Das bedeutet nicht anderes, als dass sich ein unermesslich großer Wissensschatz angesammelt hat. Geprüftes Erfahrungswissen, nicht bloß theoretisches Wissen. 

Löwenzahn

Mein Gartenjahr
Im 16./17. Jahrhundert aber kam es in der westlichen Welt zu einer Wende, zu einem medizinischen Paradigmen-Wechsel. Die Syphilis, eingeschleppt aus
der Neuen Welt, wütete gnadenlos. Kein Kraut schien dagegen gewachsen zu sein. Da versuchten es die Mediziner der Hohen Schulen mit modernen“, schnell wirkenden mineralischen Mitteln aus der Küche der Alchemisten. Giftsubstanzen waren das, wie Quecksilberchlorid, Antimon, Vitriol, Terpentin und dergleichen. Diese wirkten drastisch und riefen eine heroische“ Reaktion im Organismus des Patienten hervor. 
 
Geifern, Durchfall, Zittern, Erbrechen, Haarausfall und Zahnverlust waren Zeichen, dass der Körper sich heldenhaft gegen die Krankheit wehrte. Der starke Speichelfluss, als Reaktion auf Quecksilberpräparate, wurde z. B. als erfolgreiches Ausleiten schlechter Humore gedeutet. Auch Aderlass, Purgativa, Opiumpräparate, Blasenpflaster und Abführmittel waren in Mode. Gegen eine derart stark wirksame Medizin verhielten sich Kräutertees und Breiumschläge als völlig harmlos. Kräutermedizin war out, galt als Altweiberkram, als bäuerlicher Aberglaube.
Schafgarbe

Kräutertees sind eine wirksame Medizin

Inzwischen jedoch haben sich die Dinge wieder gewendet. Dank fortgeschrittener Methoden der wissenschaftlichen Analyse, scheint die Heilpflanzenheilkunde gar nicht mehr so rückständig zu sein. Pflanzen sind Meister der organischen Chemie, sie sind absolut nicht die primitiven Lebewesen, für die man sie einst hielt. 

Im Gegensatz zu unseren synthetischen pharmazeutischen Monostoffen, enthalten sie jeweils bis zu 2000 Wirkstoffkombinationen, auf diese Weise können sie Bakterien, Pilze und Viren besser austricksen. Das ist wichtig, denn die potenziell pathogenen Mikroorganismen werden zunehmend resistent gegen unser Antibiotika-Arsenal. Als Penicillin, Tetracyclin und Erythromycin zunehmend ihre Wirkung einbüßten, griff man auf Methicillin, als Reserve-Antibiotikum zurück. Aber – o weh! – nun gibt es auch Methicillin Resistente Staphylokokken (MRSA). Neue, effektive Antibiotika sind nicht in Sicht. Wir nähern uns dem Post-Antibiotika-Zeitalter.

Gegen die Abwehrstoffe der Pflanzen können die Keime keine Resistenz bilden. Pflanzen haben sich seit 700.000.000 Jahren mit diesen Kleinlebewesen auseinandergesetzt. Ihre Kraft stellen die Pflanzen uns zur Verfügung und das, im Gegensatz zu synthetischen Medikamenten, praktisch ohne Nebenwirkungen. Über Jahrmillionen hinweg haben wir mit den Pflanzen
eine gemeinsame Ko-Evolution durchgemacht; ihre Heilsubstanzen sind für unsere Körper keine Fremdstoffe, ihre Anwendung tut unserer „inneren Ökologie“ gut.

Literaturtipp

In dem Buch, Ich bin ein Teil des Waldes, geht es darum, einige Hintergründe zu erhellen, die zu der Naturphilosophie führten, die in meinen anderen Werken zum Ausdruck kommen. Für mich ist die Natur nicht etwas Äußeres, etwas rein Gegenständliches, das man mit kühler Sachlichkeit analysieren und quantifizieren kann.

Cover Ich bin ein Teil des Waldes

Mit gutem Gewissen kann man also sagen: Heilpflanzenkunde ist wieder in. Sie ist nicht nur ein esoterisches Anliegen, sondern gehört in die Hände kompetenter Ärzte, Heilpraktiker und Pfleger. In Kombination mit vernünftiger Lebensführung, ist sie der beste Garant für unser Wohlbefinden.

Soweit eine Kurzfassung aus der wissenschaftlichen Sicht der Dinge. Da ist jedoch noch ein weiterer Aspekt, der mir als Ethnologe bei den Schamanen im
Himalaya und bei den Indianern bewusst wurde, nämlich, dass Pflanzen hoch entwickelte geistige Wesenheiten sind, die mit uns kommunizieren und uns, wenn wir sie bitten, gerne helfen. Aber das steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Übrigens kann jede Pflanze eine Heilpflanze sein.
Vorausgesetzt, man kennt sie gut und hat ein liebendes Verhältnis zu ihr.

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Diskussion

Kommentar

  1. Achtung die Seite zum Bestellen funktioniert nicht, wenn man Kasse antippt gelangt man erneut auf die Cookieseite und der Warenkorb leert sich, habe es mehrfach probiert…herzliche Grüße Claudia

  2. Ich denke, dass es Wesen gibt, die in der Natur zuhause sind, die Natur schützen. Gerne würde ich mit Ihnen kommunizieren. Leider habe ich den Kopf zu voll, um aufmerksam zuzuhören. In Island leben die Einwohner mit Feen und anderen Geistwesen, befragen sie und richten sich nach Ihnen. Auch Irland lebt mit den Geschichten von der Anderswelt. Beide sind Länder mit viel Landschaft. Die Menschheit wäre nicht so hektisch und leistungsorientiert, es gäbe sicherlich einige Zivilisationskrankheiten weniger würde jeder sich etwas mehr mit der Natur beschäftigen. Als ich anfing wilde Kräuter zu essen, hatte ich nur noch drei Wochen lang Allergiesymptome statt 12 oder mehr Wochen, obwohl ich schon jahrelang damit zu tun habe.

  3. Nun habe ich schon zum zweiten mal junge Mieter und verstehe die Welt nicht mehr. Die Fensterrolllos werden nur einen kleinen Spalt aufgemacht ansonsten brennt elektrisches Licht. Draußen im Garten sieht man keinen. Der Müll wird in einem Zimmer gehortet, weil sicher der Weg zur Tonne nicht möglich ist, weil man dabei durch die frische Luft gehen müßte. Was ist mit den jungen Leuten los? Ist frische Luft giftig? Ist die Natur gefährlich? Ist elektrisches Licht besser als Tageslicht? Oder leben die schon alle in der Welt des Smartphones denn das haben sie rund um die Uhr vor ihren Augen. Aber sicher bin ich die Unwissenden weil ich die Sonne liebe, sehr viel draußen bin einen garten mache und die natur wunderschön finde. Ach ja, na klar ich bin ja nicht mehr jung, das wird es sein.


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Vortrag

1. Juni 2024 um 19:00 Uhr