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Achtsam durch das Gartenjahr – September

Im September wandern bei uns die Schumpe (Jungvieh) wieder hinunter ins Tal. Die Sonne zieht hinab ins Sternbild der Jungfrau. Nach der Herbst‐Tagundnachtgleiche werden die Tagesstunden kürzer als die Nachtstunden. Es wird kühler. Es kann jederzeit Frost geben. Im Garten geht das Abernten weiter.

„September schön in den ersten Tagen, will den ganzen Herbst ansagen.“

Bauernregel

Verbreitung

Weltweit verbreitet in den gemäßigten
Klimazonen

Standort

Auf stickstoffreichen Böden in der Umgebung oder der Nachfolge menschlicher Siedlungen

Vegetationszeit

Ausdauernd. Treibt im frühen Jahr aus dem Wurzelstock wieder aus

Sammelzeit

Junge Blätter: März bis zur Blüte

Grüne Samen: Juli bis August

Reife Samen: Oktober

Verwendbare Teile

Ganze Pflanze, junge Blätter, Samen

Große Brennnessel (Urtica dioica )

Für die meisten Menschen ist die Brennnessel der Inbegriff des Unkrauts. Dabei verfügen wir mit dieser zu Unrecht geächteten Pflanze über eine der mächtigsten Heilpflanzen, die die Natur uns quasi überall kostenlos anbietet.

Der Schweizer Kräuterpfarrer Johann Künzle meinte, sie sei so heilkräftig, dass die Menschen sie wahrscheinlich ausgerottet hätten, hätte sie nicht ihre Brennhaare, um sich gegen übermäßige Ernte zu wehren. Das Kraut ist nicht nur ein vitaminreiches Frühjahrsgemüse. Als Tee aufgegossen wirkt es blutreinigend oder entschlackend, deshalb ist es hilfreich bei Ekzemen und rheumatischen Beschwerden. Der Tee hilft bei Harnwegsentzündungen, Nierengrieß und Blutarmut und regt die Bauchspeicheldrüse an. Die Samen sind, ähnlich wie Ginseng, ein leistungssteigerndes Gesundheitselixier; sie enthalten Phytohormone, viel Vitamin E, Linolsäure, Mineralien und andere Vitalstoffe. Sie sollen auch die Potenz anregen, weswegen sie den Mönchen und Nonnen im Mittelalter verboten waren. Inzwischen wurde entdeckt, dass eine Tinktur aus den Wurzeln bei der Behandlung von Prostatabeschwerden wirksam ist. Seit der Steinzeit verwendete man die Brennnessel als Faserpflanze zur Herstellung von Seilen, Stricken, Netzen und Textilien.

Die Brennnessel ist eine der mächtigsten Heilpflanzen, die uns die Natur kostenlos anbietet
Brennnessel

Auch als Bio­Gärtner wollte ich aus diesen Gründen nicht auf Brennnesseln verzichten:

Wo die Brennnessel wächst, hinterlässt sie gute, humusreiche Erde. Diese Bodenverbesserung erzielt man auch mit der Anwendung von Brennnesseljauche. Die Jauche stimuliert die Bodenbakterien und belebt den Boden. Gemähte Brennnesseln fördern, als Beigabe im Kompost oder im Güllebehälter, eine günstige Rotte oder Vergärung. Die Jauche regt das Immunsystem der Pflanzen an und wehrt Schädlinge ab. In unserem 2 Hektar großen Gemüsegarten wurden wir damit den Befall von Blattläusen in kürzester Zeit los. Wir brauchten kein Gift einzusetzen, sondern nur den Boden rund um die betroffenen Pflanzen mit verdünnter Brennnesseljauche gießen.

Mit Brennnesseln hat man früher entrückte und »seelisch schwebende« Menschen geschlagen, um sie wieder zurück ins Hier und Jetzt zu bringen.

Literaturtipp

Vom ersten Umgraben im Vorfrühling bis zur letzten Ernte im Winter – darum geht es in meinem Buch Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr,   – hier verrate ich meine ganz persönlichen Tipps und Tricks zur erfolgreichen Gartenpraxis

Was kann man mit dem "Unkraut" tun:

Brennnessel

Dieses brennende Kraut macht wach, bringt einen in die Gegenwart und löst
Zauber.

Anwendungen mit Brennnessel

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Diskussion

Kommentar

  1. Vielen Dank 🙏 für die vielen Informationen.

  2. Sehr informativ, danke.

  3. Wolf Dieter Storl, eine Kategorie Menschen die leider viel zu selten und rar sind und mit seinen Beiträgen und persönlichen Erfahrungen, ein absolutes Juwel mit dem Umgang Mensch und Natur darstellt. Zurück zur Ursprünglichkeit ist der Schlüssel zu allem.
    Grüße.


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