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Achtsam durch das Gartenjahr – Juni

In den Brachmonat oder Heuert, wie der Juni einst genannt wurde, fallen Pfingsten, Fronleichnam und Johanni, die einst wichtigsten Stationen im Bauernkalender. Jetzt blüht auch der Gundermann. 

Wer kennt ihn nicht, den kleinen blau-lila blühenden Lippenblütler, mit seinen herb balsamisch duftenden, nierenförmigen Blättern und kriechenden, sich immer neu bewurzelnden Ausläufern? Er fühlt sich wohl in der Nähe menschlicher Behausungen, am wohlsten am Zaun und unter der Hecke. In plattdeutschen Landen heißt er deswegen »Krupp-dörn-Tun« (Kriech durch den Zaun) oder in Oldenburg, »Jan-kiek-döörn Tun« (Hans guck durch den Zaun).

„Ist der Juni warm und nass, haben Bauern und Gärtner Spass.“

Bauernregel

Verbreitung

In fast ganz Europa und in Asien verbreitet, in der Neuen Welt eingeschleppt

Standort

Lehmige, feuchte, nährstoffreiche Wiesen, Gärten und Heckensäume

Vegetationszeit

Ausdauernd und wintergrün, Blüte: April-Juni/Juli

Sammelzeit

Ganzjährig

Verwendbare Teile

Ganzes Kraut, Blätter, Blüten

Der Gundermann (Glechoma hederacea)

Der botanische Garten in Oldenburg war für uns zehnjährige Lausbuben ein Abenteuerspielplatz. Viel Spaß machte es, die Schildchen mit den Pflanzennamen herauszuziehen und anderswo hinzustecken. Das trieb die angestellten Gärtner in den Wahnsinn. In den Beeten, unter den Hecken und auf den sandigen Wegen wucherte ein kriechendes Kräutlein, das kein Schild hatte. Ich mochte es sehr, vor allem wohl wegen seiner herb duftenden, dunkelgrün glänzenden Blätter. Eher schüchtern ging ich auf eine Gruppe zu, die gerade in botanische Gespräche vertieft war, und fragte, wie die Pflanze heiße. »Das ist der Gundermann«, klärte einer mich auf. Da hatte ich nun den Namen und zugleich einen pflanzlichen Verbündeten gefunden, der mich bis heute begleitet. 

Die aromatische Pflanze ist recht vif. Wenn ihr der Standort nicht gefällt, macht sie lange Ausläufer, tastet immer wieder den Boden ab, ob sich das feste Anwurzeln lohnt. Wo es ihr gefällt, wächst sie zu einem kleinen Büschel und fängt an üppig zu blühen. Die Verbreitung ihrer Samen überlässt sie den Ameisen.

Gundermann wurde schon früh als Wundheilpflanze bei eitrigen Geschwüren und schlecht heilenden Wunden verwendet. Noch immer stellen Allgäuer Kräuterfrauen aus den im Mai und Juni gesammelten Blättern ein »Wundkrautöl« her, indem sie diese in einem verschlossenen Glas drei oder vier Tage in die Sonne stellen; eine kostbare helle Flüssigkeit sammelt sich dann am Boden an.

Der Gundermann ist eine der ersten Pflanzen, die die Frühlingswärme zum Austrieb nutzen.
Gundermann

Literaturtipp

Vom ersten Umgraben im Vorfrühling bis zur letzten Ernte im Winter – darum geht es in meinem Buch Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr,   – hier verrate ich meine ganz persönlichen Tipps und Tricks zur erfolgreichen Gartenpraxis. Alle wichtigen Arbeitsschritte werden Schritt für Schritt erklärt und zusätzlich auf der beigelegten DVD in über 110 Minuten Video gezeigt. 

Was kann man mit dem "Unkraut" tun:

Anwendungen mit Gundermann

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Kommentar

  1. Ich hab das Buch die Seele der Pflanzen in meiner Ausbildung zur Phytotherapeutin erworben


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Vortrag

1. Juni 2024 um 19:00 Uhr