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Wichtige Heilpflanzen der Sommersonnenwende

Es war, als hätt‘ der Himmel Die Erde still geküsst, Dass sie im Blütenschimmer Von ihm nur träumen müsst.

– Joseph Freiherr von Eichendorf

Vortrag

um 19:30 - 22:00​

Kulturhaus Dornbirn

Holunderküchlein zur Sommersonnwende

Üppig blüht – wie immer zur Sommersonnwende – der Holunder. Traditionell essen wir am 21. Juni, dem längsten Tag und der kürzesten Nacht des Jahres, Holunderküchlein. In Bierteig getaucht, frittiert und mit einem Kompott aus reifen Erdbeeren gegessen. Ach, ist das lecker! Als echter Feinschmecker könnte man das auf die Spitze treiben und die Holunderküchlein mit Ahornsirup und Schlagsahne schlemmen. 

Der Brauch Holunderküchlein zu essen, geht bis in vorchristliche Zeiten zurück. Im Allgäu wurde einst der Schmalz, in denen die Küchlein gebraten wurden, als Heilsalbe verwendet. Die übrig gebliebenen, gesammelten Blüten liegen an einer schattigen Stelle im Haus auf Papier und trocken. Im Winter, wenn es wieder Grippe- und Erkältungszeit ist, werden sie gute Dienste leisten, denn ein Holunderblütentee ist ein wirksames Mittel gegen Viruserkrankungen und hilft das Immunsystem anzuregen.

Literaturtipp Die Rezepte unseres Lebens

 Ein Kochbuch, das die Geheimnisse der “Storlschen Küche” und ihr Bewusstsein für die Natur festhält. Mit persönliche Anekdoten und Hintergrundwissen über die Zutaten, das Leben und die Geschichte unserer Familie.

Die Johanniskräuter

Die Holunderblüten gehören zu den Johanniskräutern, die zu dieser Zeit, in der die Sonne in dem Tierkreiszeichen der Zwillinge am Zenit steht, gesammelt werden. Diese Heilkräuter tragen das Licht der Sonne in sich und vermitteln dessen Heilkräfte:

  • Der Kräuterbüschel enthält selbstverständlich das Johanniskraut oder Hartheu (Hypericum perforatum), dessen Tee die Nerven entspannt und beruhigt, und trübe Gedanken und Melancholie vertreibt. Hypericum bedeutet „über dem Bild“, das heißt, es vertreibt krankhafte Einbildungen. Teufelsflucht ist ein weiterer Name der lichtdurchfluteten Pflanze.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Johanniskraut
  • Die Kamille gehört mit zu diesen gesegneten Kräutern. Sie heilt Wunden und vor allem Entzündungen im Darmbereich. Die Skandinavier weihten sie dem Sonnengott Baldur.
  • Die Arnika, auch Bergwohlverlei genannt, das Mittel bei Prellungen und frischen Wunden, wurde einst um die Kornfelder gesteckt, damit der Kornwolf oder die Roggenmuhme, die Träger der Wachstumskraft, das Getreidefeld nicht verlassen oder damit der Bilwis oder Bilmesschneider keine Kornkreise (Hexenschnitte) in die Felder zaubert.
  • Der Beifuß, den man als „Johannisgürtel“ trug, wenn man über das Sonnwendfeuer sprang, und der Bärlapp, den man mit in den Gürtel flocht, gehörten auch zu diesen heiligen Pflanzen.
  • Weitere Johanniskräuter waren der Thymian oder Quendel, die Ringelblume, die Schafgarbe, der Ziest, Eisenkraut, Klette, Kümmel, Königskerze, Gundermann, Margeriten, Rotklee, Blutwurz und andere.

Schafgarbe (Achillea)

Die Sommersonnenwende

Einst wurde die Sommersonnwende, ähnlich wie die Wintersonnwende, volle zwölf Tage lang gefeiert. Dabei spielte das Feuer eine wesentliche Rolle. Mit der Feuerlohe, wie auch mit dem Rollen brennender Scheiben und Fackelläufen gab man der Sonne Beistand. (Später versuchten die kirchlichen Behörden das Rollen brennender Räder zu verbieten, nachdem um 800 n.u.Z. das Kloster Fulda deswegen abrannte.) Einzeln oder händehaltend sprang man über die Glut des Feuers, von der einen in die andere Jahreshälfte. Es war ein Freudenfest und es reinigte Leib und Seele, denn die kleinen dämonischen Geister, die sich so gerne in unsere Aura einnisten, springen ab, da sie nicht die Hitze nicht ertragen können. Die Bauern glaubten, wie hoch man sprang, so hoch würde das Korn und der Flachs werden. Die „Sonnwendbuschen“, die Büschel heilender Kräuter, wurden kurz an das Feuer gehalten, um sie mit Feuer- und Sonnenkraft aufzuladen. Sogar die Asche von dem Sonnwendfeuer sammelte man, denn auch diese galt als heilend. Das Baden im frischen Morgentau am Johannistag galt ebenfalls als heilend.

Das sind nur einige der vielfältigen überlieferten Bräuche, die sich auch oft je nach Region lokal unterschieden. Um sie alle aufzuzählen, müsste ich ein ganzes Buch schreiben, doch dazu fehlt mir die Puste. Etwas zu dem Thema habe ich ja schon in dem Buch Pflanzen der Kelten (Seite 160-164) und in dem Buch Einsichten und Weitblicke (Seite 242-244) geschrieben. Es sind die Feste, die seit Jahrhunderten gefeiert wurden und die uns, wenn wir sie begehen, mit unseren Vorfahren in Verbindung bringen können.

Ein Sonnwendfeuer konnten wir dieses Jahr noch nicht machen, denn am Abend zogen die Gewitterwolken herbei und brachten fruchtbaren Regnen: Der Donnergott, der Gefährte und Begatter der Erdgöttin, zog blitzend auf seinen Gewitterböcken über das Land und segnete es. Aber das macht nichts, denn die heilige Zeit erstreckt sich, wie gesagt, über zwölf Tage hinweg.

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Diskussion

  1. Lieber Herr Wolf Dieter Storl,
    immer wieder lese ich über Pflanzen und dass am Liebsten bei Ihnen.
    Heute früh wollte ich etwas über die Bedeutung der Magarete erfahren.
    Denn sie blüht auf unserer Terrasse so wunderschön 🤩
    Kommt uns vor, wie ein Zeichen.

    Nicht gesät, ein Länderumzug in einem Kübel und sie strahlt uns an 🌞
    Was sie uns wohl sagen will?
    Wir freuen uns einfach 😁

    Danke für alles, was Sie und Ihre Frau für die Erde und ihre Bewohner tun.
    🙏
    Freue mich deshalb auf Ihrem persönlichen Newsletter. 😁🙏

    Herzliche Grüße aus Österreich
    Christiane Jung

  2. Lieber Herr Wolf Dieter Storl,
    immer wieder lese ich über Pflanzen und dass am Liebsten bei Ihnen.
    Heute früh wollte ich etwas über die Bedeutung der Magarete erfahren wollen.
    Denn sie blüht auf unserer Terrasse so wunderschön 🤩
    Kommt uns vor, wie ein Zeichen.

    Nicht gesät, ein Länderumzug in einem Kübel und sie strahlt uns an 🌞
    Was sie uns wohl sagen will?
    Wir freuen uns einfach 😁

    Danke für alles, was Sie und Ihre Frau für die Erde und ihre Bewohner tun.
    🙏
    Freue mich deshalb auf Ihrem persönlichen Newsletter. 😁🙏

    Herzliche Grüße aus Österreich
    Christiane Jung


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