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Mein Gartenjahr – Der Erntemonat August

Im August steigt hell leuchtend der Sirius, der Hundsstern, über den Horizont und kündigt die heißen, schwülen Hundstage an. Die Sonne wandert vom Krebs, einem fruchtbaren Wasserzeichen, in den feurigen Löwen. Als »Erntemonat« oder »Ernting« bezeichnete einst das Landvolk den Monat August. Nun wird nämlich das Korn reif, und die ersten, eher säuerlichen Augustäpfel können gepflückt werden. 

„Wer Rüben will recht gut und zart, sä’ sie an Mariä Himmelfahrt.t“

Bauernregel

Ernten und Sammeln

Auch in den Gemüsebeeten ist es, als schütte eine gütige Göttin ein Füllhorn voller Feldfrüchte aus. Die Bremsen stechen das Vieh; das goldgelbe Brotgetreide winkt dem Schnitter; verheißungsvoll reifen Obst und Wein; Fallobst will aufgesammelt und zu Mus oder erfrischendem Most verarbeitet werden. 

Für die keltische Urbevölkerung Europas war der August, insbesondere der Augustvollmond, eine der Hauptfestzeiten. Es war Lugnasad, das dem Lugus (Lugh) und seiner Gefährtin, der Matrone, geweihte Feuerfest. Lugh ist die Sonne als feuriger Löwe. Sein Feueratem ist es, der den grünen Saft aus dem Getreide treibt und die Körner in goldene Nuggets verwandelt, der das Obst und Gemüse reifen lässt und die heilenden, duftenden, ätherischen Öle in die Kräuter hineinzaubert. Dem Götterpaar zu Ehren entfachten die Menschen Notfeuer. Damit steigerten und unterstützten sie, in mystischer Partizipation, die hochsommerlichen Wärmekräfte.

»Nicht nur der Mensch pflegt und gestaltet den Garten, der Garten belehrt und kultiviert auch ihn.«

Zuckererbse

Der August muss heiß sein, denn – wie jeder Bauer und Gärtner weiß: »Was der August nicht kocht, kann der September nicht braten! Zuckererbsen, Schal‐ und Markerbsen werden reif, auch die ersten Frühkartoffeln. Das ist eine gute Kombination auf dem Teller. Auf den abgeernteten Kartoffelbeeten können die letzten Buschbohnen, Radieschen, Spinat, Blattsalat, Feldsalat, Radicchio und Wintergemüse wie Karotten, Teltower Rübchen, Rettich, Chinakohl, Wurzelpetersilie, Knollenfenchel und Rote Bete ausgesät werden. Zucchini sollten täglich oder sobald sie etwa eine gute Handspanne lang sind geerntet werden, denn solange man die jungen Früchte schneidet, produziert die Pflanze neue Blüten. Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren werden nun reif. Wenn die Vögel sich für die Beeren interessieren, sollte man Netze über die Beerenbüsche spannen.  

Literaturtipp

Ich bringe euch in meinem neuen Buch „Die ‚Unkräuter‘ in meinem Garten“ die unerkannte Schönheit und Bedeutung von 21 Pflanzenpersönlichkeiten in und um Garten und Feld nahe. 

Die Unkrauter in meinem Garten

Was Du jetzt tun kannst:

Die Seele kann genährt werden, indem wir uns der Natur zuwenden und ihre Schönheit genießen. 

3 Dinge für den Garten im...

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