Über die Kraft des Zaubers und der Illusionen
- 7. November 2023
Für die alten Völker Nordeuropas war die Welt, in der wir leben, keine konkrete materielle Angelegenheit, kein Gegenstand, der sich analytisch zergliedern ließ. Das, was ihre Welt ausmachte, war ein Zauberbann, ein Spell, dem alle unterliegen.
„Allen Märchen gemeinsam sind die Überreste eines in die ältesten Zeiten hinaufreichenden Glaubens, der sich in bildlicher Auffassung übersinnlicher Dinge ausspricht.“
Wilhelm Grimm
Der Zauber
Das englische Wort Spell (germanisch: *spellon) bedeutete ursprünglich Zauberformel und ist verwandt mit dem deutschen Wort Spiel. Ein Spell wirkt so, wie das Spielen der Fiedel, das bei den Zuhörern tiefe Gefühle und innere Bilder hervorzaubern kann.
Der Gesang des Sängers oder die mächtigen Worte des Barden tun das ebenfalls. Bei den Naturvölkern sind es die Schamanen, die mit ihrem Gesang, dem Trommelspiel und ihren theatralischen Vorstellungen das, was Wirklichkeit genannt wird, ins Dasein bringen.
Jedes Volk, jede Kultur hat ihren Zauber. Und auch jede Zeit hat ihren Zauber, den man heute Zeitgeist nennt. Auch unsere Welt ist nichts Absolutes. Es ist nicht so, wie viele Menschen heute denken, dass es nur eine objektive Welt gibt, die es zu entdecken gilt. Auch unsere heutige, wissenschaftlich ge- und vermessene Welt ist lediglich eine moderne Verzauberung, mitgeprägt durch das Fernsehen, Hollywood-Kino, moderne Medien, Zeitschriften (wie den Spiegel, den alle Lehrer lesen), unser Schul- und Erziehungswesen, Universitäten, Wissenschaften und empirische Forschung, Rock, Pop, Werbung und vielem mehr.
Aus dem Buch "Die alte Gättin und ihre Pflanzen"
In dem Buch, Die alte Göttin und ihre Pflanzen, geht es um, alten Sagen, Mythen und Märchen und was sich dahinter verbirgt
Wir leben in einer magischen Welt, wir müssen nur wieder den Zugang finden
Der Weg, der uns wieder zu uns Selbst und zu unserer Heimat führt, ist der des Innehaltens, des Schauens, des Sich-Zeit-Nehmens, um immer wieder in die Ewigkeit einzutauchen.
Und wenn diese naturverbundenen Menschen innehielten und in den Spiegel ihrer Seele schauten, dann zeigte sich ihnen die Erde als eine Göttin, die alle nährt, und die Sonne als eine strahlend schöne Gottheit.
Überhaupt war alles beseelt und ansprechbar. Auch die Sterne waren Götterwesen, die immer wieder auf die Erde hinabstiegen und mit denen auch die Menschen verkehrten.
Die Zauberin und der Zauberer konnten – im Zustand der Ekstase – zum Mond fliegen und den Mondwesen begegnen. Auch tief in die Erde konnten sie reisen. Nicht geologische Ablagerungen nahmen sie darin wahr, sondern Lichtreiche voller Gnome, Zwerge und Drachenwesen. Und sie wussten, dass tief, tief im Schoß der Erde die Frau Holle, die Urmutter, lebte.
Bleib auf dem Laufenden!
Wolf-Dieters Newsletter abonnieren
Geschichten, Neuigkeiten und Tipps von Wolf-Dieter Storl und der Storl Akademie
