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Alles kriegen wir mit

Vor vielen Jahren, als ich noch bio-dynamischer Gärtner war, fiel mir das Buch, Der Mann der Bäume pflanzte,[1] von dem französischen Schriftsteller Jean Giono, in die Hände. Darin wird von einem Schäfer aus der Provence, namens Elzéard Bouffier, erzählt, der immer Eicheln in der Tasche mit sich trug und diese, bei seinen Wanderungen mit seinem Hirtenstab in die Erde drückte. Während vier Jahrzehnte tat er das.

In der lebendigen Natur geschieht nichts, was nicht in einer Verbindung mit dem Ganzen stehe.

– Johann Wolfgang von Goethe

Das Leben wächst

Viele keimten und langsam entwickelte sich ein junger Wald in der ehemals öden Landschaft. Da seine Schafe gerne die jungen Bäumchen abknapperten, gab er die Schäferei schließlich auf und wurde Imker. Die Bäume wuchsen, der karstige, ausgepowerte Landstrich wurde allmählich wieder grün, andere Pflanzen siedelten sich an, die ausgetrockneten Quellen begannen wieder zu fließen und schließlich kehrten immer mehr Menschen zu den vor langer Zeit verlassenen Dörfern zurück.

Während Elzéard mit seinen Schafen durch die öde Landschaft der Provence zog, wütete anderswo im Land der Erste Weltkrieg. Da er keine Zeitung las und wenig Kontakt zu anderen Menschen hatte, bekam er das Kriegswüten jedoch gar nicht mit.

Das Buch war eine Inspiration für mich. Auch ich hörte auf Zeitungen zu lesen oder mich um das Weltgeschehen zu kümmern. Viele, die das Buch lasen glaubten, wie ich, den Schäfer hätte es wirklich gegeben. Aber die Geschichte war lediglich eine schöngeistige Erfindung des Autors.

Die magische Welt der Natur

Wald

Mein Gärtnermeister, der Manfred Stauffer, schaute ebenfalls weder Fernsehen, noch hörte er Radio und er las keine Zeitung. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass er alles, was in der Welt geschah, mitbekam. Wie konnte das sein? War es, dass sein Geist nicht zugemüllt war und beim Gärtnern, was durchaus eine meditative Arbeit ist, seine Sinne offen waren? Konnte er lesen, was aus den Augen, „den Fenstern der Seele“, der Menschen strömte, denen er begegnete?

Auf dem Einödhof ist es meist ruhig

Das Leben auf dem Einödhof

Inzwischen leben wir, abgelegen auf einem Einödhof auf einer Allgäuer Bergeshöhe. Hirsche, Gämsen, einige schlaue Füchse, die unsere Erdbeeren stehlen, auch Dachse und Rehe sind unsere Nachbarn. Im Sommer kommen zwar Holzlaster vorbei, sowie viele Mountainbiker und Wanderer, dann sind auch noch die Jungtiere, die sogenannten Schumpen, auf den Weiden, aber im Winter ist es still. Schnee und Eis halten die meisten Besucher ab.

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Erstaunlicherweise bekommt man, trotz all dem, mit, was in der Welt so läuft. Man spürt es in der Atmosphäre. Man spürt, wenn in einem Nachbartal, auch wenn man es nicht sehen kann, Bäume gefällt werde. Man spürt, wenn es Sonntag ist oder wenn ein Feiertag, etwa Ostern oder Allerheiligen, im Land gefeiert werden. Da ist die Atmosphäre entspannt. Auch wenn ein Fußballspiel gewonnen wird, etwa die Europa- oder Weltmeisterschaft, da muss man nicht dabei sein, da kriegt man die geballte Spannung irgendwie mit. Ebenso, die Angst und die Unsicherheit, die die Pandemie mit sich brachte.

Egal wo wir sind, wir sind Teil von Bewusstseinsfeldern. Wir können uns nicht abschotten – es sei denn wir versuchen es mit sinnloser Unterhaltung, Alkohol oder Drogen. Aber das wirkt verheerend auf die Seele. Es ist immer gut, in der Natur Rückhalt zu finden, am Meer, in den Bergen, in der Heide oder im Wald. Das hält uns, egal was der Zeitgeist fordert, gesund und in unserem Selbst verwurzelt.

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Diskussion

  1. Wenn es mir nicht gut geht und auch sonst, so 2 x die Woche, gehe ich in die Waldlewitz in der Nähe meines Wohnortes. Sobald ich da bin, muss ich sehr oft tief seufzen und gähnen, ich schreibe das der ersten Entspannung zu. Dann dauert es nicht lange und mir kommen Melodien in den Sinn und, ich bin ja alleine, fange an zu singen. Leise natürlich, denn meine Umgebung die Bäume, das Unterholz, die Kräuter und Tiere nehme ich mit viel Freude wahr. Das tut unheimlich gut und ich merke, dass ich hier zu Hause bin. Ich grüße Sie ganz herzlich, lieber Wolf-Dieter Storl.

  2. Hallo Heike, ich bin die Christa (64) und bin gerade auf der Suche nach einer neuen Bleibe für mich. Gerne würde ich bei netten Leuten mitarbeiten gegen mitwohnen an einem schönen Platz in der ruhigen Natur. Wo wohnt ihr denn? Ich bin im Oberallgäu.
    Würde mich freuen von dir zu hören.

  3. So schön!Vielen Dank dir lieber Wolf-Dieter!
    Ein Lichtgruß ins Allgäu an diesem trüben Novembertag!

  4. “Der Mann, der Bäume pflanzte” von Jean Giono hat auch mich tief beeindruckt. Allerdings ist diese Geschichte nicht nur eine “schöngeistige Erfindung”. Diesen Bauern namens Elzéard Bouffier und sein Werk hat es tatsächlich gegeben. Wie der Autor schreibt, ist Bouffier 1947 im Hospiz von Banon friedlich entschlafen. Die von Bouffier gepflanzten Wälder gab es, aber “heute” (d.h. 1970) “ist alles verändert und über den Haufen geworfen worden, um Silos für Atomraketen, Schießplätze und mehrere Ölreservoirs anzulegen.” Jean Giono starb 1970. Welche Realität uns dort, in der nördlichen Provence, heute (2023) erwartet, wäre eine spannende Recherche wert…
    Dennoch ist meine Überzeugung: “Der Geist der Sache” geht nicht verloren und webt sich in das Weltgeschehen ein.

  5. Gut wenn man deine Artikel liest. Auch wir haben uns vor Jahren zurück gezogen und leben in unserer Naturwelt, aber manchmal ist es doch sehr einsam, weil wir keine Familie oder einen Helfer haben und immer nur auf uns selbst angewiesen sind. Wir sind aber eben auch älter und da ist das allein leben in der Natur schon manchmal sehr schwer, als wir jung waren merkten wir das nicht, aber jetzt schon sehr und ich habe einfach Angst, dass niemand mitbekommt wenn wir, unsere Tier, der Garten Hilfe brauchten. Das ist die andere Seite vom Leben in der Natur.

    • Liebe Heike, Ich kann dir das sehr gut nachfühlen! Ich lebte mit meinem Partner 7 Jahre im Allgäu in wunderschöner Natur, wir wollten unseren Lebensabend da verbringen – aber, mein Partner ist vor 6 Monaten verstorben (war 7 Monate im Pflegeheim) und ich musste einsehen, dass ich das alleine nicht aushalte und schaffe. Nun habe ich das Allgäu wieder verlassen und bin in die Nähe meiner Kinder gezogen – zwangsläufig, denn mit 75 schafft man nicht mehr alles alleine und wenn man dann tagelang keinen Menschen sieht? Das war hart, ich habe es nicht ertragen, leider.

    • Liebe Heike.
      Ich habe gerade deine Nachricht gelesen und in mir, entstand der Impuls Dich ohne Zögern zu kontaktieren. Ich würde Dich/Euch kennen lernen wollen mit der Absicht Euch unterstützen zu können.
      Ich befinde mich in eine berufliche Auszeit, also, bin flexibel, freue mich über Kontakt mit Naturverbundenen Menschen.
      Falls Du Interesse hast , schreibe mich an.
      P.S: Gerne ein ersten Kontakt unter: [email protected]
      Liebe Grüße
      Andreea

    • Liebe Heike.
      So wie es aussieht, ist die Antwort nicht öffentlich, sondern nur an Dich gerichtet.
      Die angegebene Email Adresse ist seriös und bitte für den Erstkontakt benützen.
      Liebe Grüße
      Andreea

      • Liebe Alle, liebe Wolf Dieter Storl Bewunderer, lieber Wolf Dieter Storl,

        Mir ist in den Sinn gekommen, eine naturwissenschaftliche Studie zu machen. Dabei geht es um einen naturgegebenen Rhythmus, dessen Wirkung ich mit Eurer Hilfe belegen möchte, d.h. mit der Erfragung Eures Alters und auch des möglicherweise abweichendem “empfundenen Alters”.
        Ich erhebe keine persönlichen Daten.
        Keine Geburtsdaten nur das Alter.
        Z.B.: Judith H. 55 Jahre / fühle mich meistens z.B.: 44 Jahre jung oder 70 Jahte alt…
        Eventuell sinnvoll wäre auch die Info ob gesund oder chronisch Krank.

        Entweder anonym als Antwort auf das Kommentar oder per Email an [email protected] oder telefonisch unter : +436643548921
        Fügt bitte dazu ob ihr genauere Infos dazu haben möchtet bzw. Das Resultat der Studie zugeschickt bekommen möchtet oder nicht.

    • Hallo, vielleicht wäre es eine Option, wenn man dort in einer WG zusammen lebt, alles zusammen meistert? Jung und alt zusammen….anbauen, ernten….zusammen Weihnachten feiert….. ein Traum… liebe Grüße, Bärbel


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