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Der Geist der Pflanze heilt

„Der Geist der Pflanze heilt“ – diese Aussage hörte ich immer wieder während meines Aufenthaltes in Peru, wo ich drei Monate in der Familie eines ‚curandero‘ (schamanischer Heiler) lebte und mit vielen Menschen über ihre Heilpflanzen sprach, die sie mir voller Stolz zeigten.

„Am leuchtenden Sommermorgen Geh’ ich im Garten herum, Es flüstern und sprechen die Blumen, Ich aber, ich wandle stumm.“

Heinrich Heine

Indigene Perspektive & ganzheitliche Herangehensweise

Im indigenen Weltbild sind Pflanzen also weitaus mehr als ein rein materieller „Inhaltsstoff-Behälter“. Wenn ich das Gespräch darauf brachte, dass in Deutschland, wo ich herkäme, die Menschen eher glaubten, dass die Inhaltsstoffe für die Heilwirkung einer Pflanze verantwortlich seien, lachten die Menschen. Sie meinten, dies sei ein Scherz. Selbstverständlich war für sie, dass für jegliche Heilung der ‚espíritu‘ der Pflanze, gewissermaßen die Kraft „hinter“ der Pflanze, verantwortlich sei.

Mit dem Ziel, die Menschen und ihre Ansichten besser zu verstehen, legte ich damals vor Ort im schwül-warmen Regenwald Schritt für Schritt mein wissenschaftliches Denken ab und erfasste, dass das Lebensgefühl der Menschen eine geistige Grundlage hatte: jede Pflanze einer Art ist gewissermaßen mit einer viel größeren Energie, einem Pflanzen-‚espíritu‘ verbunden. Anders als bei Pflanzen, die als botanische Art ein „Gruppenwesen“ darstellen, hat jeder einzelne Mensch seinen persönlichen ‚espíritu‘. Jedem Menschen steht es frei, den ‚espíritu‘ einer Pflanzenart um Hilfe zu bitten, z. B. bei persönlichem Unwohl-Sein und Krankheits-Symptomen.

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Heilung beginnt mit Verbundenheit

Die Vorstellung, die mir immer wieder begegnete war: man wendet sich dem Geist der Pflanze zu, bittet ihn um Hilfe, erntet die Heilpflanze, macht die nötigen Zubereitungen und nimmt sie ein. Im Zuge dessen reinigt der Geist der Pflanze – wenn alles gut klappt – meinen Geist und mein Körper wird daraufhin gesund. Denn Beschwerden werden mit Verunreinigungen des persönlichen ‚espíritu‘ in Verbindung gebracht.

Eingebettet waren all diese Sichtweisen in ein Lebensgefühl der Verbundenheit mit der Natur und des Vernetzt-Seins, das mich zutiefst beeindruckt hat und mein Denken und Fühlen seither prägt.

Für mich fängt diese Vernetztheit und das Gefühl des Eingebettet-Seins in jedem von uns selbst an und kann daher überall auf der Erde gestärkt werden: am besten im Alltag, zuhause, dort wo wir gerade leben, mit den Pflanzen, die uns umgeben.

Inspiriert von Dr. Wolf-Dieter Storl, der 2007 meine Diplomarbeit „Der Geist der Pflanze heilt.” als Zweitgutachter korrigierte, gründete ich 2010 mit meinem Mann Patrick das Ethnobotanische Institut.

Bei allem konkreten, „wissenschaftlichen“ Wissen über Inhaltsstoffe und Zubereitungsformen ist mir also die ganzheitliche Perspektive auf Pflanzen wichtig. Das feinsinnige Spüren während der Ernte und Zubereitung ist etwas sehr Schönes, das Körper, Seele und Geist nährt.

Über die Autorin

Sarah Moritz_Ethnobotanisches Institut

Dr. rer. medic. Sarah Moritz

Heilpraktikerin, Gründerin Ethnobotanisches Institut

Dr. rer. medic. Sarah Moritz, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Medizinwissenschaftlerin, Heilpraktikerin und Gründerin des Ethnobotanischen Instituts. Ihre Aus- und Weiterbildungen in Präsenz und online zielen darauf ab, eine tiefe Verbundenheit mit der heimischen Natur im persönlichen Alltag zu entwickeln. Diese Vision des “Lebens in Verbundenheit” prägt sowohl ihre Lehrtätigkeit als auch ihr privates Familienleben. Das Ethnobotanische Institut bietet eine Plattform für Natur- und Pflanzenfreunde.

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  1. Leider kann ich mich nicht zum Newsletter anmelden. 🥲


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