Skip to content

Frühlingskräuter statt Wintermüdigkeit

Sobald im Frühling die ersten grünen Blätter aus der Erde sprießen, bereiten wir uns regelmäßig eine Kräutersuppe zu. Wir nennen sie unsere Grüne-Neune-Suppe und befinden uns damit in einer wohl jahrtausendealten Tradition. Schon in vorchristlicher Zeit haben die Menschen in Mitteleuropa nach den langen Wintern die kraftspendenden Frühlingskräuter gesammelt – begierig nach frischem Grün, das dem wintermüden Körper neue Energie verleiht. Die Wildkräuter enthalten wesentlich mehr wertvolle Biostoffe als unsere hochgezüchteten Gemüse- und Salatsorten aus dem Supermarkt.

„Die gemächliche Gartenruhe geht im Februar allmählich zu Ende. Nach Lichtmess, so hieß es, spitzen die Gärten langsam wieder die Ohren““

Wolf-Dieter Storl

Name

Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Verarbeitung

Heimisch in Nord- und Mitteleuropa.
Kommt auch in Nordafrika und Kleinasien vor

Standort

Auf feuchten, nährstoff – und basenreichen Böden in Wiesen und Obstwiesen, oft in großen Gruppen

Vegetationszeit

Mehrjährig, Frühjahrsblüher,
Blüte: April, Mai

Sammelzeit

März, April

Verwendbare Teile

Blättchen vor der Blüte

Das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Die kleinen, runden, fleischig glänzenden Blätter des Scharbockskrauts sind das erste richtig saftige Grün. Scharbock ist der alte Name für Skorbut. Die Blättchen wurden in früheren Zeiten gegessen, um den bösen Wintergeist, den Scharbock, aus den Gliedern zu vertreiben, der die Gaumen bluten lässt, die Haut blass und unrein macht und den Menschen mit bleierner Müdigkeit – Frühjahrsmüdigkeit – überfällt. Auch wir haben nach magerer Winterkost dieses Vitamin‐C‐reiche Grün bitter nötig.

Nachdem die Pflanze blüht, kann man die Blätter nicht mehr verwenden, denn dann werden sie unbekömmlich und entwickeln einen beißenden Geschmack. Das sogenannte Protoanemonin, das sich nun bildet, kann zu Erbrechen, Darmkoliken und Nierenreizung führen. Wegen den glänzenden goldgelben Blüten nannten die Bauern das blühende Kräutlein Butterblümchen, Schmalzblüml, Schmergel, Schmalzsternlein. Ankeblümli heißt es im Alemannischen oder – im Breisgau – die Kleine Anke- maie (Anken = Butter). Als Gian (Sonne) kannten es die alten Kelten.

Die glänzenden Blätter des Scharbockskrauts, ist das erstes saftige Grün auf den Wiesen.

Im Mai ist das Scharbockskraut dann ganz verschwunden. Nur noch kleine, kartoffelgelbe, keulenförmige Brutknollen bleiben unter der Erde erhalten. Die kleinen Brutknollen, die wie winzige Kartoffeln oder auch wie Getreidekörner aussehen, sind jedoch immer ein wertvolles Notzeitgemüse. Nach starken Regenfällen werden sie manchmal massenhaft angeschwemmt und können leicht geerntet werden.

Literaturtipp

21 Pflanzenpersönlichkeiten erkennen & nutzen – darum geht es in meinem Buch Die ‘Unkräuter’ in meinem Garten,   – hier verrate ich die Merkmale der Wildkräuter, ihre Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten als heilende oder essbare Pflanzen sowie ihre Bedeutung als Teil des Gartenbiotops.

Die Unkrauter in meinem Garten

Das kann man mit dem "Unkraut" tun:

Nach dem blühen kann
man die Blätter nicht
mehr verwenden,
denn dann werden sie
unbekömmlich.

Anwendungen mit Scharbockskraut:

Mein Jahreskurs 2026

Ich begleite dich ein Jahr lang durch die heimische Pflanzenwelt. Alle zwei Wochen schalte ich eine neue Videolektion frei – bis Dezember. Du lernst Bestimmungsmerkmale, Heilkräfte, Brauchtum und Anwendungen kennen. Meldest du dich bis 01.02.2026 an, sparst du 160 € mit dem Frühbucherrabatt.

Bleib auf dem Laufenden!

Wolf-Dieters Newsletter abonnieren

Geschichten, Neuigkeiten und Tipps von Wolf-Dieter Storl und der Storl Akademie

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich.
0 ausgewählt
/

Mehr Artikel entdecken

Zunderschwamm und Kohle

Zum räuchern nehme ich lieber den einheimischen Zunderschwamm (Fomes fomentarius), um die Kräuter zum Glimmen zu bringen – das heißt, wenn nicht gerade glühende Holzkohle vom Lagerfeuer oder vom häuslichen Herd vorhanden ist.
Weiterlesen →
Birke

Das Fest der Brigit oder Birgit – Eine Zeit der Reinigung

In den mondlichten Nächten des Februars, wenn die Sonne in den Wassermann tritt, die Lämmer geboren werden und das Eis zögerlich zu schmelzen beginnt, findet das Reich des Schwarzen Gottes und seiner Gefährtin Morrigane sein Ende. Das Götterpaar verwandelt sich.
Weiterlesen →
Huflattich (Tussilago)

Die Wiederentdeckung der Heilpflanzenkunde

Allein sich die Zeit zu nehmen, die Blüten und Blattmuster anzuschauen, tut der Seele gut. Und was der Seele gut tut, das hat auch eine heilende Wirkung auf uns. Der Gebrauch von Kräutern, Blüten und Wurzeln als Heilmittel geht weit zurück. Noch ehe der Mensch zum Homo sapiens wurde, haben die Frühmenschen sich mit Pflanzen geheilt.
Weiterlesen →

Zunderschwamm und Kohle

Zum räuchern nehme ich lieber den einheimischen Zunderschwamm (Fomes fomentarius), um die Kräuter zum Glimmen zu bringen – das heißt, wenn nicht gerade glühende Holzkohle vom Lagerfeuer oder vom häuslichen Herd vorhanden ist.
Weiterlesen →
Birke

Das Fest der Brigit oder Birgit – Eine Zeit der Reinigung

In den mondlichten Nächten des Februars, wenn die Sonne in den Wassermann tritt, die Lämmer geboren werden und das Eis zögerlich zu schmelzen beginnt, findet das Reich des Schwarzen Gottes und seiner Gefährtin Morrigane sein Ende. Das Götterpaar verwandelt sich.
Weiterlesen →
Online lernen
Anmeldung bis zum 30.4.2026 offen.