Wie kamen die Krankheiten, wie die Heilmittel in die Welt?

Share on email
Share on print
Share on facebook
Die östlichen Waldindianer erzählen dazu folgende Geschichte. Einst gab es weder Hunger noch Krankheiten. Die Menschen lebten glücklich. Die Tiergeister schenkten den Jägern Wild, und die Frauen sammelten Wildgemüse, Wurzeln, süße Beeren und Nüsse. Aber im Laufe der Zeit wurden die Menschen achtlos und undankbar. Sie jagten mehr, als sie brauchten. Sie schlachteten ganze Herden ab, und die kleinen Tiere, die Käfer und Ameisen, zertrampelten sie rücksichtslos. Auch nahmen sich die Menschen nicht mehr die Zeit, mit den Tieren zu reden oder sie gar freundlich zu grüßen.

Die Versammlung der Tiere

So konnte es nicht mehr weitergehen! Alle Tiere versammelten sich in einer Höhle tief im Berg unter dem Vorsitz des alten Weißen Bären, um zu beratschlagen. Nur die Hunde blieben der Versammlung fern, sie mochten die Menschen, halfen ihnen beim Jagen und bekamen dafür Knochen und Kot zu fressen und im Winter manchmal einem warmen Platz zum Schlafen.

Wolf-Dieter Storl mit Kira

Die Hunde blieben dem Menschen treu.

Die Tiere drängten darauf, die Menschen zu strafen. Da aber keiner von ihnen mit Pfeil und Bogen oder mit dem Kriegsbeil umzugehen wusste, entschieden sie sich für die Zauberei. Die Hirsche wollten den Jägern, die sich für das erlegte Wild nicht bedanken, Rheuma in die Glieder zaubern. Die Schlangen und Lurche entschieden sich, den Menschen schreckliche Alpträume zu schicken. Die Vögel wollten sie in den Wahnsinn treiben. Der Specht wollte den Frevlern pochende Kopfschmerzen schicken. Und die Käfer und Insekten, die am meisten gelitten hatten, dachten sich dermaßen schreckliche Seuchen aus, dass die Menschheit ganz von der Erde verschwinden würde. Damit waren aber die anderen Ratsmitglieder nicht einverstanden, also mussten die Insekten, deren Anführer ein Madenwurm war, diesen Entschluss zurücknehmen.

Die freundlichen Pflanzen

Zum Glück waren die Pflanzen den Menschen wohlgesinnt. Sie freuten sich, wenn diese ihre Blüten bewunderten, wenn ihnen die saftigen Beeren schmeckten und wenn sie für die Bäume schöne Lieder sangen. So kamen sie überein, den Menschen zu helfen, sie würden ihnen Heilmittel gegen Krankheiten geben. Nur mussten die Menschen zu ihnen kommen und sie danach befragen. Sie mussten ihre Medizinleute, die mit den Pflanzen reden können, zu ihnen schicken, wenn sie ihrer Hilfe bedurften.

Eine Geschichte aus dem Buch "Kräuterkunde"

Heilpflanzen spielten seit jeher im Leben aller Völker eine entscheidende Rolle und gewinnen auch in der modernen Medizin mehr und mehr an Bedeutung. Der Leser erfährt eine Initiation in die geheimnisvollen Kräfte der Natur und in ein Heilwissen, das Teil des uralten Erfahrungsschatzes der Menschheit ist. 

Mehr Artikel entdecken

Vogelbeerbaum (Sorbus aucuparia)

Vogelbeeren und wilde Aprikosen

Vor einigen Tagen kam wieder einmal der tschechische Naturfreund, der gütige Herr Hašek, über den Berg gewandert und brachte mir zwei wunderbare Geschenke mit. Erstens ein kleines Bäumchen, eine Edeleberesche (Sorbus aucuparia var. edulis; S. aucuparia var. moravica), auch Mährischer Vogelbeerbaum genannt.
Weiterlesen →
Gemüseernte

Oktober – Der Weinmonat

Als Weinmonat bezeichnete Karl der Große den Oktober. Die Niederländer nannten den Monat „Aaerselmaend“, denn nun gehen die Tage deutlich rückwärts, beziehungsweise „ärschlings“. Nun fliegen die Vögel nach Süden: „Nach Sankt Gall (16. 10) schweigt der Vögel Sang und Schall.“ Das Vieh verlässt die Sommerweide und kommt in den Stall; auf dem Acker und im Garten herrschen Grau- und Brauntöne vor; kaum loderte der Herbstwald in den schönsten Farben auf, da fällt auch schon das Laub und bedeckt die Erde mit einer schützenden Mulchschicht.
Weiterlesen →
Was sagst du dazu?

Diskussion

  1. Lieber Wolf-Dieter, vielen Dank, dass du dein vieles Wissen mit uns teilst ! Ich sehe gerne deine Videos und lese deine Bücher (inzwischen habe ich 5 dieser Kleinode). Wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe, muss ich oft an dich denken, weil uns hier die Natur gut versorgt. Fast alles, was man so braucht, wächst hier, und wenn ich mit den Pflanzen rede, höre ich deine Stimme im Ohr, die mir Erklärungen gibt! Ich wünsche mir, dass du uns noch lange erhalten bleibst !
    Alles, alles Liebe
    Birgit Quednau

  2. Vielen Dank für “Alles”.Sie geben halt und erinnern die Menschen an Ihrem Ursprung.LG.Katrin

  3. Lieber Herr Storl, Ihr Buch “Mit Pflanzen verbunden” hat mir schon oft weiter geholfen, und auf diesem Wege möchte ich Ihnen einfach mal DANKE sagen!

  4. Danke Herr Storl dass sie uns ihr vielseitiges Wissen vermitteln.
    Ich habe auch schon ein Buch von Ihnen🥰

  5. Die Natur und ihre Kinder sind einzigartig!!! Danke dass es dich gibt Dieter. Bin Dankbar dass du dein wissen mit uns Teilst.

  6. Ich habe deine Vorträge auf You Tube gefunden und höre sie immer wieder an… so begeistert bin ich. Egal ob das Thema der Wald, die Natur, die Heilkraft der Pflanzen, der gemeinsame Nenner der Mythologie der Völker ist oder deine Biografie … du trägst dein umfangreiches Wissen in wunderbarer Art und Weise vor… Herzlichen Dank dafür und möge dein heilsames Wirken noch lange andauern.

  7. Vielen Dank, dieser für mich sehr heilsamen Arbeit von Dir. Bei dem Seminar, im letzten September in Kissleg, habe ich soviel Unterstützung in Form Deines Auftretens und Seins erfahren. Damit sind die vielen Zweifel und Unsicherheiten verschwunden und ich liebe was ich tue mit ganzem Herzen. DANKE

  8. Ich liebe deine Arbeit. Viele Tips haben mir schon gesundheitlich geholfen


Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.