Skip to content

Mein Gartenjahr – Der Heumonat Juli

Die Sonne, die sich nun am Zenith im Zeichen der Zwillinge befindet, wechselt gegen Monatsmitte in das fruchtbare Zeichen des Krebses über. „Geh aus, mein Herz, und suche Freud’ in dieser lieben Sommerzeit,“ singt in sommerlicher Ekstase der Kirchendichter Paul Gerhardt, „Schau an der schönen Gärten Zier, und siehe wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben“. Gerne nimmt der gestandene Gärtner diesen fröhlichen Rat an. Alle Beete sind nun bestellt, alles wächst nun und reift heran wie von selbst, die Nächte sind lau und laden ein, den wonnevollen Mittsommer-Traum mitzuträumen.

„Nur in der Juli-Glut Wird Obst und Wein dir gut.“

Altes Sprichwort

Fülle und Lebensfreude - Der Heumonat

Heumonat ist der alte Name des Monats, wenn die Wiesen nach Heu duften. Man könnte ihn auch Beerenmonat nennen, denn nun werden die Stachelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren allmählich reif; die letzten süßen Erdbeeren sind noch zu ernten und gegen Monatsende fängt es zögerlich mit den Brombeeren an.

Der 25. Juli, der Tag des „Kornheiligen“ Jakobus, galt für die ländliche Bevölkerung als wichtiger Lostag. „Ist es hell auf Jakobustag, viel Früchte man sich versprechen mag.“ Ein heißer Jakobustag verkündet einen kalten Winter. Nach altgeübtem Brauch werden am Jakobustag die ersten Kartoffeln, die Jakobi-Erdäpfel, geerntet und gegessen; man sammelt Heilwurzeln und Blaubeeren. Der Kohl wird behackt, damit er recht dick werde. Dazu spricht die Gärtnerin: „Jakob, Dickkopp, wird so dick wie mein Kopp, im Namen ….“ Rüben sollten unbedingt vor Jakobi gesät werden, dann gibt es Rüben, danach nur Rübchen. In den Alpen war und ist Jakobi das Hauptfest der Sennen und Hirten; es wird auf „Jakobsstärke“ getrunken; man misst die Kräfte im „Rankeln“ oder „Schwingen“, eine alte Form des Ringens. Für den Gärtner ist auf alle Fälle ein Laubenfest angesagt.

»Schau an der
schönen Gärten Zier,
und siehe wie sie mir
und dir sich ausgeschmücket
haben.«

Die Pflegearbeit geht weiter, es ist aber keine Eile mehr geboten, man kann entspannt arbeiten. Es ist nun möglich, noch eine Folgesaat von Erbsen, Zuckererbsen und Buschbohnen in den Boden zu bringen. Wenn man noch Beete frei hat oder einige Beete mit Frühkulturen abgeräumt sind, kann man noch einmal Salat und Kohlrabi, auch Herbstkohl, Zuckerhut und Lattich, pflanzen oder noch Schnittsalat, Karotten, Schwarze Rettiche, Kohlrüben, Mairüben und Spinat aussäen.

Tipp: Sobald die Salate richtig schön wachsen, scheinen von überall her Schnecken aufzutauchen. Da helfen manchmal
Lavendelbüsche rund um den Garten. Oder sorgfältiges Absammeln.

Literaturtipp Mein Gartenkalender 2026

In dieser Ausgabe stehen die Tiere im Garten im Mittelpunkt: Warum sie so wichtig sind, welche Rolle sie im ökologischen Gleichgewicht spielen – und wie ein harmonisches Miteinander im Garten gelingt.

Neu!

Was Du jetzt tun kannst:

Kräuterjauchen und düngen die Pflanzen. Sie helfen dem pflanzliche Immunsystem und verhindern den Befall mit Schädlingen.

3 Dinge für den Garten im Juli

Bleib auf dem Laufenden!

Wolf-Dieters Newsletter abonnieren

Geschichten, Neuigkeiten und Tipps von Wolf-Dieter Storl und der Storl Akademie

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich.
0 ausgewählt
/

Mehr Artikel entdecken

Himmelfahrt und Vatertag

Christi Himmelfahrt war einst weit mehr als ein kirchliches Fest: Menschen zogen hinaus auf Felder, in Wälder und auf Bergeshöhen, um das aufsteigende Leben der Natur zu feiern. Hinter alten Prozessionen und geheimnisvollen Bräuchen verbirgt sich ein vergessenes Erbe vorchristlicher Frühlingsriten.
Weiterlesen →
Wald

Die Heilkräfte der Bäume

Ein Gang durch den Wald ist mehr als nur Erholung – er ist eine Rückkehr zu unseren Wurzeln. Die klare, lebendige Luft durchströmt den Körper, beruhigt das Herz und lässt die Unruhe des Alltags leise verklingen.
Weiterlesen →
Schluesselblume

Ostern als Fest des erwachenden Lebens

Nach den kalten, dunklen, beschwerlichen Wintertagen kehrt das Leben zurück, erst langsam und zögernd, dann schwillt es mächtig an. Der erstarrte Boden taut auf, ein grüner Schimmer überzieht die abgegrasten Weiden. Fette herzförmige Scharbockskräuter wagen sich heraus.
Weiterlesen →

Himmelfahrt und Vatertag

Christi Himmelfahrt war einst weit mehr als ein kirchliches Fest: Menschen zogen hinaus auf Felder, in Wälder und auf Bergeshöhen, um das aufsteigende Leben der Natur zu feiern. Hinter alten Prozessionen und geheimnisvollen Bräuchen verbirgt sich ein vergessenes Erbe vorchristlicher Frühlingsriten.
Weiterlesen →
Wald

Die Heilkräfte der Bäume

Ein Gang durch den Wald ist mehr als nur Erholung – er ist eine Rückkehr zu unseren Wurzeln. Die klare, lebendige Luft durchströmt den Körper, beruhigt das Herz und lässt die Unruhe des Alltags leise verklingen.
Weiterlesen →