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Das Fest der Brigit oder Birgit – Eine Zeit der Reinigung

In den mondlichten Nächten des Februars, wenn die Sonne in den Wassermann tritt, die Lämmer geboren werden und das Eis zögerlich zu schmelzen beginnt, findet das Reich des Schwarzen Gottes und seiner Gefährtin Morrigane sein Ende. Das Götterpaar verwandelt sich.

Das hellsichtige Landvolk nahm wahr, wie die Göttin nun, verjüngt und rein, als Brigid aus den Tiefen zurückkehrt, wie sie, manchmal auf einem Hirsch reitend, über das Land zieht, die schlafenden Samen weckt und an den Bäumen rüttelt, so dass – den Augen noch unsichtbar- der Saft zu fließen beginnt. Säfte sind Träger des Lebens.

„Ist’s an Lichtmess hell und rein,wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“

Bauernweisheit

Lichtmess, Imbloc, L`fhell Brighde

Die reine, “vom Strahlenkranz umgebene“ weiße Jungfrau – identisch mit der Ostera der Germanen – verkörpert die Leben spenden Kräfte des Ostens, das neuen Morgens. Nun zapften die Kelten Birkensaft und ließen ihn zu Birkenmet vergären.

Das Fest der Brigit oder Birgit war vor allem eine Zeit der Reinigung. Der indogermanische Reinheitskult, wie er auch in Indien noch gepflegt wird, sieht die Dunkelheit als verunreinigend an. Wenn die Nacht, die Sonnen- oder Mondfinsternis vorbei sind oder wenn, wie zu Anfang Februar, die Tage wieder länger werden, muss der Schmutz der finsteren Zeit mit frischem Wasser weggewaschen oder mit (Birken-) Reisig weggefegt werden.

Die Birke ist der Baum der Lichtgöttin und steht für jeden Neuanfang.

Birke

Zusammen mit der weißen Jungfrau, die das Licht zurückbringt, kam auch der Bär aus seiner Hölle wieder hervor. Der Bär ist kein anderer als der wiedergeborene, aber noch verhüllte jugendliche Sonnengott. Er ist noch wild, befindet sich noch wie jeder junge Krieger im initiatorischen Berserkergang. Das Mädchen in dem Märchen ist kein anderes als die Göttin Brigit selbst, und die alte Mutter, die dem Bären, in dem kleinen Häuschen tief im winterlich verschneiten Wald Zuflucht gewährt hatte, ist keine andere als die Frau Holle, die alte Erdmutter.

„Lichmess hell und klar,
bringt viel Flachs im Jahr“

Winter im Allgäu

Der Tag der Brigit war ein wichtiger Orakeltag für die Landwirtschaft. An dem Tag wollte man wissen, wie das Wetter wird, wann man mit dem Pflügen beginnen kann und wie hoch der Flachs wachsen wird.

Meister Petz

Der magische Tag würde das Wetter der nächsten sechs Wochen verkünden. Die Kelten glaubten, dass Meister Petz, aus seinem Winterschlaf erwacht, aus seiner Höhle hervorkommt, um Luft zu schnuppern. Wenn es ihm zu hell ist und er blinzeln muss, kehrt er brummend um und legt sich bis zur Frühlingstagundnachtgleiche wieder im Schoß der Erdmutter schlafen. Der Bauernspruch im Baselbiet sagt es noch:

„ So mägi Stund der Bär u Lichtmäß der Doopecha sunne, so mängi Wuch wird’s no Winter(cholt“

Anderswo heißt es:

„Zu Lichtmess schön und Sonnenschein,
Der Bär muss noch sechs Wochen in die Höhle rein“

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Später, als es keine Bären mehr gab, wurde er im Bauernspruch durch andere Wildtiere, die in Erdhöhlen hausen ersetzt, etwas den Fuchs oder Dachs. In Amerika heißt Lichtmess „Murmeltiertag“ (groundhog day). Es heißt bei den Farmern, wenn das Murmeltier am 2. Februar seinen Schatten sieht, geht es für sechs Wochen wieder unter die Erde.

Das Schneeglöckchen (Galantbus nivalis) ist das Lichtmessblümchen. Es war schon immer die Blume, die die Wiederkunft der Göttin anzeigte. Diese erste blühende Pflanze nach dem Winter wurde dann auch eines der wichtigsten Marienattribute. In England trugen bei Lichtmessumzügen weiß gekleidete Jungfrauen Schneeglöckchensträuße in der Hand. Aber auch die Märzenbecher, Krokusse, Winterlinge und andere zarte Blümlein, die Frost und Schnee trotzen, wurden ihr geweiht.

Der Herrschaftsantritt der Weißen Göttin und des Götterbärs markierte das Ende der Weihnachtszeit. Ihre Herrschaft, dauert der bis Mai.

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