Programm

Erfahre die Grundlagen der Paläo-Ethnomedizin, das Wesen der Heilpflanzen und phytotherapeutische Entwicklungen in Theorie und Praxis in der Natur. Die  15-tägige Ausbildung findet in drei Blöcken, im Frühling, Sommer und Herbst, statt.

Praktische Anwendungen der Heilpflanzen kommen dabei nicht zu kurz. Kräutergänge, Naturbetrachtungen und Anwendungen sind genauso Teil der Ausbildung, wie theoretische Einblicke in die Naturheilkunde, Exkurse in verschiedene Kulturen und Diskussionen.

1. Block

Das Wesen der Pflanzen – ontologische Gesichtspunkte

12.- 16. Juli 2021

Da zum Kennenlernen der Heilpflanzen nicht nur die Inhaltstoffe gehören, wollen wir uns mit dem „Geist“ oder der „Seele“ der Pflanzen beschäftigen, wie sie etwa von den traditionellen Völkern, aber auch von Paracelsus oder von Edward Bach (Bach-Blüten-Elixiere) verstanden werden und untersuchen, welche Rolle sie in einer rationellen Therapie spielen können.

ab 7.30Frühstück
10.00 – 13.00Begrüßung und Einführung in Das Wesen der Pflanzen
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
15.00 – 18.00Das Wesen der Pflanzen
Wolf-Dieter Storl
18.30Abendessen
ab 7.30Frühstück
10.00 – 13.00Tibetisches Medizinsystem und Weltanschauung
Florian Ploberger
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
15.00 – 18.00Das Wesen der Pflanzen
Wolf-Dieter Storl
18.30Abendessen
ab 7.30Frühstück
9.30Ausflug
bis 13.00Kräutergang
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
15.00 – 17.30Kräutergang
Wolf-Dieter Storl
17.30Rückfahrt nach Kißlegg
18.00Abendessen
ab 7.30Frühstück
9.30 – 13.00Das Einmaleins der Ethnomedizin
Justus Weiß
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
15.00 – 18.00Das Wesen der Pflanzen
Wolf-Dieter Storl
18.30Abendessen
  
ab 7.30Frühstück
10.00 – 13.00Abschluss Das Wesen der Pflanzen
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Abreise

Mehr über die Seminare in Block 1

In diesem Vortrag sollen die Grundlagen der Tibetischen Medizin in anschaulicher Weise erläutert werden. Laut dem wichtigsten Text der Tibetischen Medizin, dem sogenannten „rgyud bzhi“ („4 Tantra der Medizin“), liegt die Ursache jeglicher Krankheit in Unwissenheit. Daraus entstehen die 3 sogenannten „Geistesgifte“: Hass, Begierde und Verblendung. Die Begriffe “Krankheit bzw. Gesundheit” aus Sicht der Tibetische Medizin sowie das Thema „ethisches Verhalten aus Sicht der tibetischen Ärzte“ werden besprochen.

Weiters werden sowohl Krankheitsursachen als auch die diagnostischen Methoden detailliert erörtert. Zu letzteren zählen Betrachtung (inkl. Urindiagnostik), Berührung (inkl. Pulsdiagnostik) sowie Befragung der Patienten. Nach dem Medizinbuddha-Mandala werden Therapiemöglichkeiten vorgestellt. Dazu zählen Diätetik, Verhaltensempfehlungen, äußere Maßnahmen (wie Massagen, Akupunktur, Moxibustion, Schröpfen, Heilbäder) sowie als spezieller Schwerpunkt Pharmakologie.

Darüber hinaus wird die Medizin-Buddha-Praxis vorgestellt. Diese wird von zahlreichen tibetischen Ärzten regelmäßig durchgeführt und zielt darauf ab, die dem Medizin-Buddha innenwohnenden Qualitäten zu entwickeln.

Während des Vortrages werden kurze praktische Meditationen eingebaut.

Der letzte Teil ist für individuelle Fragen der Zuhörer reserviert.

Macht man den Schritt von der individuellen Betrachtung einer Heilpflanze zu der Herstellung eigener Heilmittel betritt man eine neue Welt der pharmazeutischen Substanzen, Prozesse und Produkte.

PharmazeutInnen, AlchimistInnen und Kräuterheilkundige lernen idealerweise kreativ die zentralen Substanzen, Prozesse und Aspekte der Heilmittelherstellung kennen. In der traditionellen Ausbildung von Heilenden nimmt die eigene Herstellung von Arzneimitteln eine zentrale Rolle ein. Ihre vielschichtigen Aspekte sollen in diesem Kurs einleitend beleuchtet werden.

Was bedeutet es, sich in die Eigenschaften von heilenden Substanzen hineinzudenken? In ihre eigenen Lebensläufe und Lebenskreise? Was erzählen uns ihre Biographien?

Von diesen Grundlagen ausgehend, werden im zweiten Teil praktische Kenntnisse der Heilmittelherstellung dargestellt und beschrieben: Angefangen bei den zentralen Aspekten der Heilmittelherstellung, über die wichtigsten Zutaten der Heilmittel, hin zu den grundlegenden Techniken der Heilmittelherstellung. Diese Aspekte werden mit ethnographischen Beispielen und praktischen Demonstrationen ergänzt.

Zum Abschluss soll zusammenfassend die Frage nach der heilenden Kraft in (selbst hergestellten) Arzneimitteln gestellt werden: Was heilt? Lebenskraft oder ein Wirkstoff? Wie können wir diese heilende Kraft durch achtsam hergestellte Heilmittel besser weiter vermitteln? Wie beantworte ich für mich diese Frage und bringe dies bewusst in meine eigene Heilmittelherstellung ein? Wie können mir hierbei die angesprochenen Aspekte helfen die Heilmittelherstellung als eine kreative Kunstform zu verstehen, die mich in Kontakt mit den Substanzen und Prozessen des Lebens bringen?

2. Block

Grundlagen der Paläo-Ethnomedizin und europäischen Heilkunde

09. – 13. August 2021

Wir beschäftigen uns mit dem entschlackenden, Drüsen anregenden frischen Grün, das in heidnischen Zeiten eine Kultspeise war. Auch den Ergebnissen der Ethologie, der vergleichenden, wissenschaftlichen Verhaltensforschung, in Bezug zu den Pflanzen, die Wildtiere bei Krankheit oder Verwundung aufsuchen, werden wir nachgehen. Das führt uns zu der Anwendung von Heilpflanzen bei den Menschen des Mittleren Paläolithikums (Neandertaler) und den Heiltechniken in der Jüngeren Steinzeit (Schwitzkuren, Moxabustion, Räucherungen, schamanische Sicht des Krankheitsgeschehens) und deren Weiterentwicklung bis in die Neuzeit in Europa, Sibirien, Nordamerika und Zentralasien.

ab 7.30Frühstück
10.00 – 13.00Begrüßung und Einführung in die Grundlagen der Paläo-Ethnomedizin
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
15.00 – 18.00Grundlagen der Paläo-Ethnomedizin
Wolf-Dieter Storl
18.30Abendessen
ab 7.30Frühstück
09.30- 13.00 

Frühlingskräuter und Frühlingskuren
Marianne Ruoff

13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
15.00 – 18.00Grundlagen der Paläo-Ethnomedizin
Wolf-Dieter Storl
18.30Abendessen
ab 7.30Frühstück
9.30Ausflug
bis 13.00Kräutergang 
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
15.00 – 17.30Kräutergang 
Wolf-Dieter Storl
17.30Rückfahrt nach Kißlegg
18.30Abendessen
ab 7.30Frühstück
10.00 – 13.00Grundlagen der Paläo-Ethnomedizin
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
14.30 – 18.30Wort und Wurz in der lettischen Heilkunde
Ieva Ancevska
18.30Abendessen
ab 20.00je nach Wetter Lagerfeuer
ab 7.30Frühstück
10.00 – 13.00Abschluss Grundlagen der Paläo-Ethnomedizin
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Abreise

Mehr über die Seminare in Block 2

Die alte lettische Heilkunde wurde über Generationen hinweg mündlich und praktisch überliefert. Nur am Ende des 19. Jahrhunderts wurde begonnen, die Traditionen teilweise zu sammeln und aufzuschreiben, aber bis heute glaubt man, dass die stärksten die direkt überlieferten Bräuche, Beschwörungen und Zaubersprüche sind.  Mehrmals in der Geschichte wurde die Heiltradition bekämpft, und in der Sowjetzeit wurde die Volksmedizin sogar ganz verboten. Trotz des langen Verbotes ist die Heiltradition in Lettland noch immer lebendig, weil das alte Wissen meistens zusammen mit Alltagsbräuchen in den Familien weitergegeben wurde.

In der lettischen Heilkunde werden die Heilkräuter als die allerwichtigsten Heilmittel gesehen. Die Heilkräuter werden als Tee, Salben, Umschläge, Aufgüsse, auch als Einreibe- und Massagemittel im Schwitzbad verwendet. Die Kräuter sind seit Jahrhunderten sehr vertraute Heilmittel gewesen. Sogar das Wort Arzneiheißt auf Lettisch ‚zāles’, und das bedeutet – Kräuter.

Noch heute wird die Heilkräuter-Tradition in Lettland fortgesetzt, obwohl viele gar nicht daran denken. Besonders auf dem Lande werden Heilkräuter in jeder Familie gesammelt und benutzt. Das scheint selbstverständlich zu sein. Zusammen mit Heilkräutern werden besondere Lieder und Heilsprüche benutzt. Manche Volkslieder, die man heute einfach als Lieder singt, wurden früher als Zauberlieder für magische Heilrituale verwendet.

Beschwörungen/ Heilsprüche wurden früher gegen verschiedenen Krankheiten genutzt. Noch heute gibt es ziemlich viele Heilpraktiker in Lettland, die so heilen. Sie nutzen auch Volkslieder, mit denen sie die alten Götter um Hilfe rufen oder Heilsprüche, die als heilende, magische Formeln verwendet werden. Viele der lettischen Volkslieder sind gute Affirmationen und haben positive Wirkung. Der Gesang hat eine heilsame Wirkung, und das zeigt uns sogar die Sprache, weil die Wörter heilen (dziedēt) und singen(dziedāt) einen gemeinsamen Stamm in der lettischen Sprache und auch in der baltischen Ursprache haben.

In meiner Praxistätigkeit beobachte ich nun schon viele Jahre, wie man mit den Frühlingskräutern wie Birke, Bärlauch, Brunnenkresse, Schlüsselblume, Löwenzahn, Sellerie und manch weiteren die im Frühjahr häufigen Erkrankungen vorbeugen oder behandeln kann.

Auch eignet sich das Frühjahr besonders für Entschlackungskuren, die mit Kräutern und Ernährungsänderung zudem chronische Beschwerden vorbeugen, lindern oder beseitigen können. Denn zu dieser Jahreszeit steigen die Energien wieder nach oben, der Körper und die Poren öffnen sich nach außen. Dies kann genutzt werden, um altes Angesammeltes aus dem Körper hinaus zu leiten. Dabei ist manchmal erstaunlich, welche Heilwirkungen mit den Kräutern in Kombination mit Ernährungsmaßnahmen dauerhaft erreicht werden können.

Besonders gehen wir im Seminar auf die Heilpflanzen Birke und Löwenzahn ein. Löwenzahn vermag umfassend und dabei doch sanft auf den menschlichen Körper einzuwirken. Er kann alle Verdauungssäfte so gut anregen, dass Speichel, Magensaft, Leber-Gallensekrete, Darmsekrete und Bauchspeicheldrüsensekrete wieder mehr fließen. Weil zudem Niere-Blase und Stuhlgang gefördert werden, kann der Körper allein durch eine Löwenzahnkur umfassend entschlackt werden. Bei richtiger Anwendung wird damit eine umfassende und ausgleichende Wirkung auf den gesamten Stoffwechsel erreicht und so manchen Erkrankungen vorgebeugt oder entgegengewirkt. Dazu ist Löwenzahn eine vitamin- und mineralienreiche vielseitige Nahrungspflanze.

Auch die Birke besitzt vielseitige Heilwirkungen auf Atemwege, bei Infektionen, für Magen-Darm, Haut und Haar, dient als Wildnisnahrung und Nutzpflanze und lieferte über Jahrhunderte in nördlichen Gegenden vielerlei überlebenswichtige Werkstoffe wie Zündmaterial, wasserdichte Behältnisse und Klebstoffe. Nördliche Völker verehrten sie daher als Verkörperung der Urmutter und Lichtgöttin. Besondere Pilze wie Birkenpoorling, den Ötzi um den Hals trug, der Glückspilz Fliegenpilz und der heilkräftige Chaga sind mit ihr assoziiert.

Im Seminar werden bewährte Rezepte, Zubereitungs- und Anwendungshinweise aus der ärztlichen Praxis vorgestellt, dazu kann manches wie zum Beispiel ein Chaga-Kaffee gekostet werden.

3. Block

Aktuelle Entwicklungen in der Phytotherapie

13. – 17. September 2021

Nach der Herbsttagnachtgleiche geht das Kräutersammeljahr zur Neige. Der Herbst ist jedoch die beste Zeit die Wurzeln zu graben. Wir werden uns mit dem Wesen der Wurzel befassen, denn diese spielten seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle in der Heilkunde, etwa als immunmodulierende materia medica (Engelwurz, Bibernelle, Meisterwurz, usw.) oder heutzutage bei der Lyme-Borreliose (Karde). Auch Probleme der Toxizität, etwa bei den Pyrrolizidin-Alkaloiden, der Furcht vor Fuchsbandwurm, Hanta-Virus und dergleichen, kommen zur Sprache.

ab 7.30Frühstück
10.00 – 13.00Begrüßung und aktuelle Entwicklungen in der Phytotherapie
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
15.00 – 18.00Aktuelle Entwicklungen in der Phytotherapie
Wolf-Dieter Storl
18.30Abendessen
ab 7.30Frühstück
10.00 – 13.00Der Geist der Pflanze heilt
Sarah Moritz
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
14.30 – 18.30Workshop Frauenheilkräuter
Sarah Moritz
18.30Abendessen
ab 7.30Frühstück
9.30Ausflug
10.30 – 13.00Kräutergang 
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
15.00 – 17.30Kräutergang 
Wolf-Dieter Storl
17.30Rückfahrt nach Kißlegg
18.30Abendessen
ab 7.30Frühstück
10.00 – 13.00Aktuelle Entwicklungen  in der Phytotherapie
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Zeit zur freien Verfügung
14.30 – 18.30Seminar Heilpflanzen in der Tiermedizin – Modeerscheinung oder letzte Rettung
Alexandra Nadig
18.30Abendessen
ab 7.30Frühstück
10.00 – 13.00Abschluss aktuelle Entwicklungen in der Phytotherapie
Wolf-Dieter Storl
13.00Mittagessen und Abreise

Mehr über die Seminare und Workshop in Block 3

Indigene Sichtweisen auf Krankheit, Heilung und die Pflanzenwelt

„In Deutschland dominiert die Sichtweise, dass die Inhaltsstoffe einer Pflanze ihr heilkräftiges Element sind.“ Diese meine Aussage in Gesprächen mit Menschen im peruanischen und kolumbianischen Amazonasgebiet löste einiges Lachen aus. Sie wurde für einen Scherz gehalten. Undenkbar schien es, dass wir fortschrittlichen Deutschen mit all unseren Errungenschaften solchen Glaubensätzen anhängen würden.

Die Gespräche waren Teil einer Feldstudie, in der es um Sichtweisen auf „Krankheit“, „Heilung“, „Heilertum“ und auf die Pflanzenwelt ging. Ich lebte in der Familie eines peruanischen ‚curandero‘ (Heiler, Schamane) und in zahlreichen Alltagssituationen zeichnete sich das dortige Weltbild und Lebensgefühl ab.

Die vorgefundenen Sichtweisen sprengen das naturwissenschaftliche Paradigma und werfen die Frage auf, inwieweit Vorstellungen über Krankheit, Gesundheit und Heilung kulturell geprägt sind. Das vorgefundene Lebensgefühl und die persönlicheN Sichtweisen der Menschen kommen dem Kohärenzgefühl nach Antonovsky nahe, der in seinem salutogenetischen Konzept der Frage nachging, wie Gesundheit und Gesundung überhaupt entstehen. Die indigene Perspektive auf die Pflanzenwelt eröffnet ebenfalls Sichtweisen und ein Lebensgefühl des Eingebettet-Seins, das für Angehörige unserer Kultur als bereichernd empfunden werden kann.

Fest steht: der Blick in die Ferne schärft den Blick auf die eigene (medizinische) Kultur und eröffnet Perspektiven im Umgang mit Pflanzen und Natur überhaupt.

Frauenheilkräuter in Theorie und Praxis

Seit Urzeiten haben Frauen und Männer in bestimmten Lebensphasen auf pflanzliche Helfer an ihrer Seite zurückgegriffen. In heutigen Heilpflanzenanwendungen kombiniert sich altes Wissen mit modernen Erkenntnissen. Dieses oft noch viel zu wenig bekannte Wissens- und Möglichkeiten-Gespann kann eine große Hilfe bei vielen Beschwerdebildern sein, auch in der Frauenheilkunde. Beispielsweise können hormonelle Ungleichgewichte zu zahlreichen Folge-Problemen führen. Die hormonellen Ungleichgewichte lassen sich aber mit Hilfe der Phytotherapie und Naturmedizin oft sehr gut ausbalancieren.

In diesem Workshop wird Frauenheilkunde-Wissen vermittelt und verschiedene hilfreiche Pflanzen, die Frauen wie Männern gut tun, werden vorgestellt. Um einen Einblick in die Herstellungsmöglichkeiten zu geben, hat jeder Seminarteilnehmer die Möglichkeit, eine Tinktur selbst anzusetzen und aus verschiedenen Zutaten eine Heilsalbe zu rühren.   

Resistenzentwicklungen gegen Antibiotika und Parasiten durch jahrzehntelangen übermäßigen Gebrauch in der Tiermedizin

Viele Tierbesitzer wollen für Ihren Schützling nur die allerbeste medizinische Versorgung. Die Zeiten der kritiklosen Verehrung des Tierarztes sind heute allerdings längst vorbei. Der Tierbesitzer ist heute aufgeklärt und möchte wissen womit und warum sein Tier damit behandelt wird. Die Zeiten der „mal schnellen Antibiotikaspritze“ sind vorüber.

Resistenzentwicklung gegen Antibiotika und Antiparasitika ist längst nicht mehr nur Thema der Landwirtschaft und Großtiermedizin, auch die Behandlung von Hund und Katze sollte heute ganzheitlich und mit Blick auf die Natur und ihre Ressourcen überdacht werden. „Kuren gegen Würmer“ sind längst überholt auch wenn uns die Pharmaindustrie vom Gegenteil überzeugen will.

Mit Manipulation und Angst wird dem Tierbesitzer ein übersteigerter Hygienewahn eingetrichtert. Zecken, Flöhe, Sandmücken und Würmer werden zu lebensbedrohlichen Gefahren hochstilisiert um jedes Jahr mehr und noch stärkere Pestizide verkaufen zu können.

Wir wollen in dem Seminar, einmal ganz mit den Füßen am Boden, das Thema von beiden Seiten betrachten. Wie sinnvoll ist der synthetisch-chemische Kampf gegen Parasiten wirklich? Wann braucht das Tier tatsächlich ein Antibiotikum?

Seit Anbeginn leben Tiere in einer Koevolution und Symbiose mit Pflanzen, ist die seit ca. erst 200 Jahren bestehende synthetische Medizin tatsächlich die Rettung für alle? Oder birgt sie nicht durch ihren unsachgemäßen Gebrauch viele Gefahren?

Heute, in einer Zeit in der Resistenzen mit immer noch stärkeren und die Natur belastenden Medikamenten gefördert werden ist ein Rückbesinnen so wichtig. Pflanzliche Wirkstoffe bieten in den allermeisten Fällen Hilfe. Das war schon immer der Plan der Natur. Wieso kämpfen wir so dagegen an?

Tiere, die unter unsere Obhut stehen sind dem ausgesetzt. Und nicht nur ihnen sondern auch der ganzen Natur richten wir Schaden an: Das Zeckenmittel auf dem Hund das Bienen tötet. Das ausgekotete Wurmmittel der Katze welches zum Rückgang von Bodennematoden führt.

Dies alles und noch viel mehr beleuchten wir und sehen, welche Möglichkeiten uns die Natur bietet und wo Ängste endlich einmal wieder reflektiert gehören.