Dr. rer. medic. Sarah Mortiz

Gründerin Ethnobotanisches Institut

Sarah Moritz Dipl. Ing. (Univ.) für Landschaftsplanung. Studienabschluss 2007 mit einer ethnomedizinischen Diplomarbeit. 2012 Promotion in Medizinwissenschaft mit einer Dissertation über Alchemie und Spagyrik. 2010 Gründung – zusammen mit ihrem Mann – des Ethnobotanischen Institutes, unter Schirmherrschaft von Dr. Wolf-Dieter Storl. Umfangreiche Lehrtätigkeit.

Sarah ist Referentin bei der Ausbildung in Naturheilkunde und Ethnobotanik

Meine Themen

Der Geist der Pflanze heilt

Indigene Sichtweisen auf Krankheit, Heilung und die Pflanzenwelt

„In Deutschland dominiert die Sichtweise, dass die Inhaltsstoffe einer Pflanze ihr heilkräftiges Element sind.“ Diese meine Aussage in Gesprächen mit Menschen im peruanischen und kolumbianischen Amazonasgebiet löste einiges Lachen aus. Sie wurde für einen Scherz gehalten. Undenkbar schien es, dass wir fortschrittlichen Deutschen mit all unseren Errungenschaften solchen Glaubensätzen anhängen würden.

Die Gespräche waren Teil einer Feldstudie, in der es um Sichtweisen auf „Krankheit“, „Heilung“, „Heilertum“ und auf die Pflanzenwelt ging. Ich lebte in der Familie eines peruanischen ‚curandero‘ (Heiler, Schamane) und in zahlreichen Alltagssituationen zeichnete sich das dortige Weltbild und Lebensgefühl ab.

Die vorgefundenen Sichtweisen sprengen das naturwissenschaftliche Paradigma und werfen die Frage auf, inwieweit Vorstellungen über Krankheit, Gesundheit und Heilung kulturell geprägt sind. Das vorgefundene Lebensgefühl und die persönlicheN Sichtweisen der Menschen kommen dem Kohärenzgefühl nach Antonovsky nahe, der in seinem salutogenetischen Konzept der Frage nachging, wie Gesundheit und Gesundung überhaupt entstehen. Die indigene Perspektive auf die Pflanzenwelt eröffnet ebenfalls Sichtweisen und ein Lebensgefühl des Eingebettet-Seins, das für Angehörige unserer Kultur als bereichernd empfunden werden kann.

Fest steht: der Blick in die Ferne schärft den Blick auf die eigene (medizinische) Kultur und eröffnet Perspektiven im Umgang mit Pflanzen und Natur überhaupt.

Der Blick in die Ferne schärft den Blick auf die eigene (medizinische) Kultur und eröffnet Perspektiven im Umgang mit Pflanzen und Natur überhaupt.

Workshop: Frauenheilkräuter in Theorie und Praxis

Seit Urzeiten haben Frauen und Männer in bestimmten Lebensphasen auf pflanzliche Helfer an ihrer Seite zurückgegriffen. In heutigen Heilpflanzenanwendungen kombiniert sich altes Wissen mit modernen Erkenntnissen. Dieses oft noch viel zu wenig bekannte Wissens- und Möglichkeiten-Gespann kann eine große Hilfe bei vielen Beschwerdebildern sein, auch in der Frauenheilkunde. Beispielsweise können hormonelle Ungleichgewichte zu zahlreichen Folge-Problemen führen. Die hormonellen Ungleichgewichte lassen sich aber mit Hilfe der Phytotherapie und Naturmedizin oft sehr gut ausbalancieren.

In diesem Workshop wird Frauenheilkunde-Wissen vermittelt und verschiedene hilfreiche Pflanzen, die Frauen wie Männern gut tun, werden vorgestellt. Um einen Einblick in die Herstellungsmöglichkeiten zu geben, hat jeder Seminarteilnehmer die Möglichkeit, eine Tinktur selbst anzusetzen und aus verschiedenen Zutaten eine Heilsalbe zu rühren.   

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Literaturempfehlungen

Moritz, Sarah (2012): Alchemie und zeitgenössische Spagyrik. Eine historische, medizin- und sozialwissenschaftliche Untersuchung. Witten, Herdecke, Univ., Dissertation

Moritz, Sarah (2018): Interview zum Thema „Ethnobio? Logisch! Aus dem Urwald in Tube und Tiegel.“ In der Zeitschrift „Natürlich“, Juni 2018

Moritz, Sarah (2018): Der Geist der Pflanze heilt – Indigene Sichtweisen im Amazonasgebiet. In: Herrera Krebber, C. (Hrsg.): Ganzheitsmedizin III. Die Wissenschaft der Heilung. Institut für Ganzheitsmedizin e. V., München