| Dr. Wolf-Dieter Storl Biografie |
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Wolf-Dieter Storl, geboren am 1.10.1942 in Sachsen, ist
Kulturanthropologe und Ethnobotaniker. Als Elfjähriger wanderte er 1954
mit seinen Eltern nach Amerikan (Ohio) aus, wo er die meiste Zeit in
der Waldwildnis verbrachte. Nach Grundschule und High School wollte er
sich den Pflanzen widmen, schrieb sich als Botanikstudent an der Ohio
State University ein, wechselte aber, vom Laborbetrieb angeödet, bald
zur Völkerkunde (Anthropology). Nach dem Abschluss wurde er Assistent,
dann Vollzeitdozent für Soziologie und Anthropologie an der Kent State
University (Ohio). 1974 promovierte er als Fullbright Scholar zum
Doktor der Ethnologie (magna cum laude) in Bern, Schweiz. Es folgten
Lehrstellen am Institute for International Studies (Wien), am Rogue
College (Oregon), am Seminaire pour la Formation de Socio-Therapeutes
(Genf), als Gastdozent an der Universität Bern, als Visiting Scholar an
der Benares Hindu University, als Lehrbeauftragter am Sheridan College
(Wyoming). Es zog ihn immer wieder in ferne Länder, wo ihn besonders der Umgang der verschiedenen Kulturen mit der Natur interessierte. Die Reisen, sowie ethnographische und ethnobotanische Feldforschungen - in einer traditionellen Spiritistensiedlung in Ohio, in einer Camphill-Commune südlich von Genf, bei alteingesessenen Bauern im Emmental, bei Medizinmännern der Northern Cheyenne, bei Shiva Sadhus in Indien und Nepal - prägten sein Denken und fanden ihren Niederschlag in zahlreichen späteren Publikationen. Das erste deutschsprachige Buch, "Der Garten als Mikrokosmos" (als veränderte Neuauflage "Der Kosmos im Garten", AT-Verlag, 2001), eine "Blütenlese" seiner intensiven fünfjährigen Erfahrung als biodynamischer Gärtner, erschien 1984. Gärtnern, aber noch mehr die wilde, ursprüngliche Natur, die Wildpflanzen und Tiere, waren immer schon eine Quelle der Inspiration für ihn und formten seine Lebensphilosophie. Von den Cheyenne und anderen traditionellen Völkern in Asien und Afrika, sowie von den Überlieferungen und Erzählungen europäischer Bauern und Kräuterkundigen, erfuhr er viel über das Wesen der Pflanzen, über ihre "spirituellen" Dimensionen. Pflanzen sind für ihn nicht nur botanische Gegenstände, sondern haben,durch ihre Wechselbeziehung mit den Menschen, auch eine kulturelle, sprachliche, heilkundliche und mythologische Identität. Die traditionelle Pflanzenheilkunde der indigenen europäischen Waldvölker, der Kelten, Germanen und Slawen sowie des frühchristlichen Mittelalters, sind gegenwärtig sein Hauptinteressensgebiete. Diese Forschungen machen den Inhalt des Großteils seiner Bücher aus. Später kommen dann noch eher autobiographische Bücher hinzu, etwa, "Ich bin ein Teil des Waldes" (Kosmos 2005). Seit 1988 lebt er mit seiner Familie im Allgäu, streift durch die Wälder, gärtnert, schreibt Bücher und bietet einige Seminare an. |








