Unsere heiligen Bäumen

„Bäume sind weise Wesen und sind unsere Lehrer. Sie leben in der Stille, sind Meister der Meditation. Sie nehmen das aus der Sonne strömende OM auf. Sie verwandeln die kosmische Harmonie in Leben. Bäume geben und geben, weil sie unendlich viel empfangen aus dem Kosmos.“

Ich gebe in dieser Baumserie spannende Einblicke in Mythologie, Brauchtum und Weisheit dieser fünf wirkungsvollen, heiligen Bäume. Wie uns die fünf wichtigsten heimischen Bäume prägten. Wie diese Bäume uns auch heute viel lehren und zu unserer Heilung beitragen, wenn wir uns die Zeit dafür nehmen und uns ihren Botschaften und Wirkweisen öffnen.

Redaktion & Schnitt: Rebecca Kunz
Sprecher: Wolf-Dieter Storl
Musik: Baptiste Kunz

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zu den Bäumen…

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Die Birke

der Baum des lichtvollen Anfangs

Die Birke ist der Baum des Frühlings, des Anfangs, des Neubeginns. Sie ist ein lichterfüllter, reinigender Baum und die dazu gehörige Göttin Brigit oder Birgit läuft im Frühling übers Land und bringt alles zu mehr Leichtigkeit und ins Fliessen. Sogar unsere Gedanken und Worte. Die Birke ist im Norden der Maibaum und steht insgesamt für fröhliches Wachstum und Gedeihen. Die Birke ist auch ein Schamanenbaum, unter ihm wachsen oft Fliegenpilze.

In der Meditation werden wir von der Birke hochgehoben ins Licht und die Anderswelt, deren Zugang unter der Birke nur ein dünner Schleier ist. Sanft werden wir gewiegt und geschaukelt und alles Verhärtete wird aufgeweicht, gelöst und kommt wieder in den Fluss. Mit Bildern voller Zuversicht und Lebensfreude hilft uns die zarte, elastische Birke, wieder zu uns zu kommen und heil zu werden.

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Die Buche

der Baum der geistigen Verbindung

Priester, weise Frauen, Ratsuchende gingen in die heiligen Buchenhaine, wenn sie schicksalhafte Fragen hatten. Aus Buchenholzstückchen wurden Runen gefertigt, die sich, auf ein weisses Leinen geworfen, zur Enträtselung anboten. Im raunenhaften Rauschen des säulenartigen Buchenwaldes ist das Tor zur geistigen Welt durchlässig und gleichzeitig die Verbindung zur Erde hoch. Das spendet Geborgenheit.

Die Buche als hoch sensibler Saturnbaum steht für Weisheit und Transzendenz – ein dünnhäutiger Riese. Im Buchenwald können wir still werden, in Einklang kommen und Visionen empfangen. Wenn wir die Seele dabei zu einem Spiegel machen und lauschen, können wir wahre Ratschläge unserer Ahnen empfangen, die tief berühren. Mit unserem innersten Wesen verbunden und heil, können wir auch Heilendes in die Welt bringen.

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Die Eiche

der Baum der ordnenden Kräfte

Die Eiche ist der heilige Baum der indoeuropäischen Völker. Sie ist der Baum des weisen Jupiters, des Gottes der Fülle und der reichen Ernte. Unter der Eiche, dem Platz des Gerichtes, trafen sich die freien Menschen und alle hatten sie eine Stimme. Mit drei Hammerschlägen wurde ein neues Gesetz, eine neue Ordnung, vereidigt. Verbindlichkeit, Wahrheit, Kraft, Treue, Mut, Vertrauen, Willensstärke, Gerechtigkeit sind die grundlegenden Qualitäten dieses Heiligen Baumes.

In der Meditation unter der nährenden Eiche finden wir zu unserer Mitte zurück. Ungelöstes und allzu Verschwommenes wird geordnet, gewinnt Struktur und Ausrichtung. So nehmen wir unmittelbar wahr, was wir für unsere Entwicklung im Moment brauchen. Damit gewinnen wir unsere persönliche Freiheit zurück. Eine Freiheit, die im Heilsein, im Ganzsein begründet ist.

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Die Linde

der Baum der heilenden Liebe

Die Linde wird geliebt von den Menschen. Ihr himmlischer Blütenduft verzaubert alle. Sie strahlt Harmonie und Lebensfreude aus und ist der Baum der mittsommerlichen Ekstase. Unter der Dorflinde traf sich die Sippe, die Familie, die Liebenden. Dort fanden Dorffeste und Hochzeiten statt und im geselligen Beisammensein wurde gefeiert. Die Linde vermittelt Heimatgefühle, Zugehörigkeit, Geborgenheit, Schutz und Gesundheit.

Zuweilen finden wir unter Linden noch immer eine Sitzbank. Es lohnt sich, sich zu setzen und mit der Linde zu meditieren. Die Linde bringt uns in Kontakt mit der uns innewohnenden göttlichen Verbundenheit und Liebe. Was gebrochen wurde, wird wieder ganz. Denn dieser heilige Baum ist die verkörperte göttliche Liebe. Wir werden in unserer Präsenz, unserem Vertrauen und unserer Liebe wohlwollend gestärkt.

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Die Eibe

der Baum des aufgebrochenen Kreises

Die Eibe hat eine dunkle Aura, das kann uns unheimlich vorkommen. Sie durchbricht den Kreislauf des lichten Lebenskreises. Sie gewährt uns einen Blick in die dunkle Seite des Seins – bis hin zum Licht, das im Dunkelsten geboren wird. Hier tut sich die Ewigkeit auf. Das ist eine Ebene jenseits von Raum und Zeit, es ist die göttliche Gegenwart. Das Reich Gottes ist nicht nur Licht, sondern es ist Alles. Wenn wir nicht mit unserem Wesenskern verbunden sind, haben wir Angst vor der dunklen Seite und vor dem Tod.

Die Eibe hilft uns, das vollständige Sein in unserem Wesen zu erfahren. Sie ist der Schwellenbaum und zeigt uns den Schlüssel aus den endlosen Kreisläufen heraus. Wir gehören zum Sein, wir sind geborgen im Urgrund, wir sind Teil des Göttlichen. Wir sind das Göttliche. Die Eibe fördert diese heilende, erlösende Erfahrung von Ganzheit.

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Der Wald ist nicht nur ein Ökosystem irgendwo da draußen; der Wald ist auch in uns, er ist Teil unserer Seelenlandschaft. Unsere Verbundenheit mit den Bäumen hat innige und tiefe evolutionäre Wurzeln: Sie entstanden vor 70 Millionen Jahren, als wir als Primaten durch das Geäst der tropischen Urwälder Afrikas huschten.

Wolf-Dieter Storl
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