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Weihenächte 2019

Die heiligen Weihnachtstage sind segensreich. Sie sind nicht eine willkürliche „kulturelle Konstruktion“, sondern ein jährliches kosmisches Ereignis, welches die ganze Natur betrifft.

In der Nacht des kürzesten Tages beendet die Sonne, die allen uns Lebewesen das Leben ermöglicht, ihren Abstieg. Nun muss es nicht mehr dunkler, kälter und lebensfeindlicher werden. Von dem Augenblick der Wende an, wird es allmählich heller und – auch wenn sie noch kalte Tage im Schlepptau hat – wärmer. Die Pflanzen, die weiser sind als wir glauben, spüren es; die Samen beginnen sich vorzubereiten auf das Keimen, die Knospen auf das sich Öffnen und die Bäume bereiten sich auf den neuen Saftfluss vor. Die Tiere spüren den Wandel; im Frühling bringen sie dann ihre Jungen zur Welt. Und selbstverständlich spüren es die Menschen unbewusst, in der stillen Tiefe ihrer Seelen – besonders in den Ländern der nördlichen geographischen Breiten.

Winterbild

Die Raunächte

Die Weihenächte waren den Eingeborenen in hiesigen Ländern so wichtig, dass die Kirche sich anpassen musste. Im 4. Jahrhundert (353 n.u.Z.) erklärte der Papst die Nacht des 24. Dezember zum Geburtstag des Heilands, des „Lichtes der Welt“, der „Sonne der Seele“ und brachte so das Kirchendogma in Einklang mit der Kultur der ehemaligen Heiden.

Das Kindlein – so die christliche Lehre – sei von Maria, der reinen Jungfrau geboren worden. In unserem spöttischen, post-christlichen Zeitalter macht man sich gerne lustig über den Gedanken einer unbefleckten, jungfräulichen Geburt. Wir verstehen es einfach nicht mehr. Die Jungfrau, aber, ist Sinnbild unserer Seele; ist die Seele rein und von Lüge, Hass, Habgier und anderen Untugenden unbefleckt, kann das göttliche Kind (unser wahres Selbst) empfangen und geboren werden. Das Ereignis ist metaphysisch, und bezieht sich nicht auf eine materielle, biologische Tatsache.

Weihnachten ist vielschichtig. Viele Völker, auch die hiesigen Eingeborenen (Kelten, Germanen, Slawen) imaginierten den Makrokosmos (das geistige und materielle Universum) als einen lebendigen Baum. Diesen Baum holen wir uns rituell in unsere Wohnung als Weihnachtsbaum. Seine immergrünen Zweige, mit Kugeln, Lametta, bunten Figuren, Süßigkeiten und Lichtern geschmückt, sind ein Bild der vielstufigen, jenseitigen Dimension. Die Geschenke, die wir einander geben, während der Baum im Kerzenlicht strahlt, sind Ausdruck der Liebe, die wir für einander in uns tragen.

tannenbaum

Die Bedeutung der Krippe

Am Fuße des Weihnachtsbaumes stellen viele Familien die Krippe auf, wo das Christkindlein – das Göttliche in jeder Seele – auf Heu, Kräuter und Stroh liegt. Diese symbolisieren die Vegetation an sich, die Pflanzen, die uns tragen, nähren, heilen und uns die Luft zum Atmen geben. Ochs und Esel, Schafe, Kamele und Hirtenhund stehen für die Tierwelt, die Ausdruck der Seele der Erde sind. Die Hirten, sind die einfachen Menschen, die das Wunder in der Natur meditativ erblicken (indisch gesagt, stellen sie die Bhakti Yogis dar, deren Zugang zum Göttlichen die liebevolle Hingabe ist). Die sternkundigen Weisen aus dem Morgenland, stehen für die edlen Seelen, die den Weg der Erkenntnis gehen (sie versinnbildlichen den Weg des Raja Yogas).

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Zeige 10 Kommentare
  • Petra Prinz
    Antworten

    Ich finde die Artikel immer sehr interessant und es wäre wunderbar, wenn Wolf-Dieter Storl auch einmal in die Nähe von Essen käme und dort einen Vortrag halten würde.

  • Dagmar Koch
    Antworten

    Guten Morgen lieber Herr Storl, für den Weihnachtsbeitrag im Blog meinen herzlichsten, wärmsten, kräuterrauchduftenden, liebevollsten, segensreichsten, lichtkindfunkelnsten Dank! Und für Ihre Begleitung seit vielen Jahren für mich Kräuterfrau und Menschenwesen an dieser Stelle auch! Und für den wunderbaren Newsletter! Eine frohe und fröhliche Zeit, auf dass das Jahresrad wieder anspringt und die Welt noch viel von Ihnen hört, herzlichste Grüße!

  • Gertraud Hubmann
    Antworten

    Danke für die wunderbare Erklärung, sie berührt mich sehr.

  • Susanne Vahl
    Antworten

    Lieber Wolf-Dieter,

    dir und einer Familie wünsche ich eine zauberhafte Weihnachtszeit mit vielen kleinen und großen Wundern.

    Ich möchte dir von ganzem Herzen danken für alles, was du uns von dir gibst – dein Wissen und deine Liebe, was von unschätzbarem Wert ist.

    Namasté und viele glitzernde Grüße aus Hamburg
    Susanne

  • Geitlinger Anneliese
    Antworten

    Sehr geehrter HerrStorl!
    Es ist für mich jedesmal eine grosse Freude von Ihnen zu hören, Ihre Weisheiten sind für mich wie ein Gebet. Zu den Raunächten möchte ich gerne von Ihnen vermittelt bekommen, was man an Besonderem in diese Tage legen sollte. In meinem Elternhaus hatten sie einen grossen Stellenwert, aber als Kind hatte man nicht den nötigen Zugang, deshalb würde ich mich sehr freuen wenn Sie mir noch mehr Infos darüber vermitteln würden .
    Im Vorraus besten Dank . Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine lichtvolle, besinnliche Adventszeit.
    Mit herzlichen Grüssen
    Anneliese Geitlinger

    • Silke D.
      Antworten

      Vielen Dank für diese wunderschöne Erklärung von weihnachten

  • Amie Kölmel
    Antworten

    Ich habe Herrn Wolf-Dieter Storl zuerst auf Youtube entdeckt und auch einmal live in Bingenheim / Hessen, bei einem Vortrag in der Halle der Anthroposophischen Gesellschaft erlebt. Ert ist für mich ein großer lehrer und ein wunderbarer Mensch, von dem ich gerne lerne und mich inspirieren lasse, da ich hier in hessen seit 45 jahren auf einem alten Bauernhof lebe, mit 30 Menschen in verschiedenen Gruppierungen all die Jahre in der Lebensform dere Wohngemeinschaft verbringen durfte und auch in dieser Zeit viel mit und von meinen Mitbewohnern/Innen lernen durfte. Seit 10 Jahren haben wir hier einen Künstlerhof aufgebaut, der ein ort der Begegnung geworden ist und da würde ein Mensch wie herr Storl gut reinpassen. So höre ich mir seine Vorträge an und lese seine Bücher und auf diese Weise, ist er mitten unter uns . Herzlichen Dank Herr Storl für ihr wunderbares Wirken und Schaffen !!! Herzliche Grüße aus Nidderau-Heldenbergen Amie kölmel und Freunde

  • Brigitte Heinrich
    Antworten

    Ihr Beitrag über die Rauhnächte ist wunderbar. Danke!

  • Christiane Sander
    Antworten

    Ich freue mich über jeden Artikel von Ihnen – Sie schaffen es, auf eine wunderbar schlichte Art viele Dinge zu erklären, bei denen andere unnötiges esoterisches Chichi einweben… verbunden mit Ruhe und unaufdringlicher Weisheit. Es wäre zu schön, wenn Sie auch einmal in den Harz kommen würden!
    Ich wünsche Ihnen ein gesundes und gesegnetes Weihnachtsfest!

  • Lydia
    Antworten

    Lieber Herr Storl
    Ihr Weihnachts-Brief hat in mir eine tiefe Ruhe,eine blitzartige Versöhnung zwischen tiefverwurzeltem Ahnenwissen und Christendogmen hinterlassen, er ist ein Meisterwerk Ihrer Liebe zu Mensch, Natur und göttlichem Übernatürlichem, Danke!

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