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Wolf-Dieter Storl

Ostergrüße: Winter adé

Schneeschuhlaufen über Berg und Tal und im Wald tat gut. Doch dann Mitte März – o Schreck – war die Sonne schon so stark, dass beim Bach, an der Böschung, aus der blanken Erde ein Himmelsschlüssel hervorlugte. Und am übernächsten Tag reckten schon frech die Huflattichblüten ihre strahlenden gelben Köpfe, wie kleine Sonnen, dem Himmel entgegen. Wenn es so weitergehen würde, dann wäre der Schnee von den Gartenbeeten verschwunden, das Unkraut – pardon, die Begleitkräuter – würden grün, würden lebenshungrig sprießen und sprossen und wuchern. Und ich armer Gärtner müsste graben und ackern und den reifen Kompost einbuddeln. Dabei war mein Buch noch gar nicht fertig geschrieben.

Das Schneereich schmolz dahin.

Da begegnete mir ein mürrischer Eisgnom, der lud mich ein, zum Schloss der Schneekönigin. Kriesensitzung! Alle Winterwesen waren da, Jack Frost, Raureifbold, Eisbein und Glace-Zwerg und die Winterwölfe. „Das Klima erwärmt sich. Die herrlichen Eisgebilde, Eiszapfen sind bedroht, wie auch die zarten Schneeflöckchen“, jammerte die Königin; kristallene Tränen klirrten von ihren Augen. Die weiße Schneeeule wusste warum: „Menschen und Tiere atmen zu viel. Atem ist warm und erhitzt die Atmosphäre!“
„Wir werden das Atmen besteuern!“ erklärte ihre Majestät, „und zugleich die Eisheiligen rufen, den Bonifatius, Pankratius, Servatius und die Kalte Sophie!“

Nun, ja, zwar kam noch ein Sturm und eine Kaltfront in der Karwoche, aber ich sah wie der harte Wintermann seine Koffer packte und zu den Schweizer Alpen hinüber schielte. Die Frösche im Tümpel feierten schon Hochzeit. Ein bunter Schmetterling landete am Fensterbrett – der erste Schmetterling, den man im Frühling sieht, deutet das kommende Jahr an – es wird wohl bunt sein. Vögel zwitschern neue Lieder. Die Maikätzchen und die Haseln blühen. Scharbockskraut, Giersch, Löwenzahn- und Brennnesselspitzen werden sichtbar und sagen: „Komm, mach dir einen guten vitaminreichen, die Lebensgeister weckenden Salat, damit dann die Gartenarbeit flott vorangeht“.

Da hör ich halt mit Schreiben auf, und beuge mich dem Willen der Götter und freue mich auf all die bunten Eier, die der Osterhase bringen wird.

Einen schönen Frühling wünsche ich Euch,
Wolf-Dieter

Frohe Ostern!

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