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Wolf-Dieter Storl

Liebe Freunde,

Was für ein Winter! Wir hatten mal gedacht, mit der Klimaerwärmung, Polschmelze und all der Heißluft, wäre es bald soweit, dass unser Berg zur Insel wird, dass wir dann Kokospalmen, Papaya und Maracujas pflanzen könnten, und ich nicht mehr in die Kanaren zum Wellenreiten reisen müsste. Aber nun wird unser Holz knapp vom vielen Heizen müssen; der Garten schmachtet noch unter einer dicken Schneedecke; die Rehe, die bald ihre Kitze zur Welt bringen, lechzen nach zartem Grün; der Fuchs ist hungrig; der Dachs ebenfalls – der hat den Sammelkompost hinter dem Haus geplündert und ist in unseren Keller eingezogen; und der Osterhase musste durch tiefen Schnee stampfen um mit seinen bunten Eiern, das neue Jahr zu segnen. Ja, die Natur macht eben was sie will. Sie hält sich nicht an Computer-Modell Vorhersagen. Und die alte Bauernweisheit sagt: Aprilschnee düngt besser als Schafmist. Das Rad wird sich weitere drehen, bald bricht das Frühlingsgrün hervor wenn die Göttin Ostara – die Brigit oder Bertha der Kelten – über das Land tanzt.

Rückkehr an den Ganges

Die Weltpremiere findet beim Cosmic Cine Festival am 11.4 um 21 Uhr in Zürich, und die Deutschlandpremiere(n) am 18.4. um je 21 Uhr in München, Darmstadt, Karlsruhe und Bonn statt! www.cosmic-cine.com

Rückkehr an den Ganges

Letzten November, nachdem ich mit Christian Rätsch, Claudia Müller-Ebeling und echten Schamanen in Nepal die Geister der Berge besuchte, flog ich nach Delhi, wo mich Ingos Filmteam erwartete. Diesmal hatten wir eine Regisseurin mit dabei: Joanna Michna, eine erfahrene, künstlerisch begabte Filmemacherin, deren Filme bei Arte und anderswo im Fernsehen erscheinen. Auch mit von Partie war der furchtlose Alexander Hein, einer der besten Kameraleute Deutschlands, der Ton-Mann Micha Geck, dessen Universum aus Klang und Ton besteht, Ingo, als Produzent, Sandesh Singh, unser Guide und Hauptdarsteller, Inder, der Busfahrer, und ich. Noch am selben Tag fuhren wir nach Rishikesh, wo wir Sadhus, heilige Kühe, Würgefeigen und Dschungelwildnis aufnahmen.

Rückkehr an den Ganges - Hibiskus

Eigentlich wollte ich nur einen Film über die heiligen Pflanzen Indiens machen: Den heiligen Feigenbaum unter dem der Buddha die Erleuchtung fand; den Hanf, der Shiva träumen lässt; die rote Hibiskus, mit der man die Göttin Kali besänftigen kann; das heilige Basilikum (Tulsi), in dem sich Krishna verkörpert; den Lotos, als Sitz der Götter; die köstliche Mangofrucht, der Neem Baum, und so weiter. Okay, gut, aber das sei nicht genug, sagte Joanna. Eine spannende Geschichte müsste mit hineinverwoben werden. Um diese zu finden, brauchten wir nicht lange zu suchen. Sie war da in der Person unseres indischen Freundes Sandesh. Er befand sich an einem Schicksalsscheidepunkt. Der junge Mann aus der Kaste der Krieger, hatte sechs Jahre in Deutschland Bio-Tech studiert. Seine Eltern, sehr traditionelle Hindus, wollten dass er nach Hause kommt und eine standesgemäße, astrologisch passende Frau heiratet, die sie für ihn ausgesucht hatten. Da er seine Eltern liebt, wollte er sie nicht enttäuschen – aber, da war zufällig eine andere junge Frau, die er in Delhi kennengelernt und in die er sich verliebt hatte. Sie war aber nicht Hindu, sondern Christin. Welche sollte er zur Frau nehmen? Er musste sich bald entscheiden. Das war der erste Schicksalsknoten. Der zweite: Seine Familie würde sich freuen, wenn er in Indien bliebe. Er hatte ein Job-Angebot in Bombay, aber auch in Deutschland, wo er viel mehr verdienen würde. Auch da musste er sich entscheiden.

Rückkehr an den Ganges - Ganges

Wir fuhren entlang des Ganges von Rishikesh nach Varanasi, „der Stadt Shivas.“ Dort lebt Sandeshs Familie, seine Eltern sind übrigens sind alte Freunde von meiner Frau und mir aus Flower-Power-Zeiten. Wer es schon mal erlebt hat weiß: die Straßen in Indien sind mehr als abenteuerlich. Es ist ein Hürdenrennen, mit Kühen, streunenden Hunden, Menschen, abgestellten Pannenfahrzeugen und immer wieder Geisterfahrern auf der Fahrbahn – ausweichen tut wer zuerst die Nerven verliert. Ununterbrochen wird gehupt und nachts fahren alle mit voll aufgeblendetem Licht. Für deutsche Verkehrspolizisten ein (Alp-) Traumurlaub!

Rückkehr an den Ganges - Dr. Vandana Shiva

Auf dem Weg trafen wir uns mit Vandana Shiva. Wie kann man sie beschreiben? Umweltaktivistin, Power-Frau, Doktor der Quantenphysik, Inkarnation der Göttin Durga – es ist es wert, sie zu googeln. Da ihr Erde und die Pflanzen heilig sind, hat sie es mit den mächtigen Chemie- und Saatgut-Riesen aufgenommen, die weltweit die Kleinbauern in den Ruin treiben und dafür Agrarkombinate etablieren, wo gigantische Monokulturen mit gen-veränderten Organismen, wie etwa „Terminator-Saaten“, angebaut werden. Vandana, Trägerin des Alternativen Nobelpreises, hat die Welt aufmerksam gemacht, wie umweltzerstörerisch und teuer diese unnötigen neuen Technologien sind; sie hat auch bekannt gemacht, dass sich in Indien mehr als eine Viertelmillionen arme Bauern das Leben genommen haben, weil sie den Versprechen der Konzerne geglaubt haben und dadurch in eine hoffnungslose Schuldspirale strudelten. Vandana hat eine internationale Bewegung (Navdanya-Movement) gestartet, um Saatgut und Land den Menschen wieder zurück zu geben. Auch das war eine schicksalshafte Begegnung für unseren Film-Helden Sandesh, der ja Gen-Tech studiert hat. Auf jeden Fall ist es ein ausgereifter Film mit schönen Bildern. Der Titel des Films? „Rückkehr an den Ganges“. Erscheinungsdatum: Mai 2013 - ab jetzt auch vorbestellbar!

Impressionen aus dem Film

Rückkehr an den Ganges - Video

Indische Dimensionen - Erlebnisabende

Eine Film- und Vortragstour, durch mehrere Städte im deutschsprachigen Raum ist geplant. Indien ist das Land der bunten Bilder – erschreckende, erschütternde, wie auch himmlische. Bilder zum Träumen, zum Wundern. Ich zeige euch die Rituale, die Mystik und Symbolik, welche die indische Kultur, die Heil- und Zauberpflanzen – vom Bodhi-Baum Buddhas bis zum Hanf und Stechapfel Shivas – umweben. Die Bilder, die Indien uns schenkt, sind Nahrung für unsere ausgehungerten Seelen.

Es gibt verschiedene Weisen die Welt zu sehen. Wir sind geschult in einer kühlen, wissenschaftlichen Sichtweise, die analysierend ist und unsere Welt zum Gegenstand macht. Die indische Sichtweise erfährt die Welt, indem sie sich seelisch verbindet und meditativ in sie eindringt. Bis zum göttlichen Urgrund dringt sie vor und stellt das Gesehene in bunten, mythologischen, märchenhaften Bildern dar, als das Abenteuer und als Verwandlungen der Götter. So können dem schauenden Auge auch die Pflanzen als Götter erscheinen; oder die Götter und Göttinnen nehmen pflanzliche Gestalt an. Ich lade euch ein, auf eine Reise in eine Kultur, in der jede Pflanze Ausdruck und Verkörperung eines Gottes oder einer Göttin ist.

Termine

Vielleicht findet eine der Veranstaltungen in eurer Nähe statt. Ich würde mich freuen Euch – neue und alte Freunde und Bekannte – wiederzusehen.

Deutschland

Österreich

Schweiz

Der Selbstversorger

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Die Menschheit hat sich weit von ihren Wurzeln entfernt. Wer kennt noch die essbaren Wildpflanzen; wer weiß wie man, ohne aufwendige Technologie und Chemie einen Garten, der eine Familie ernähren kann, bestellt. Wer weiß noch, wie man eine Kuh ohne Melkmaschine melkt? Viele fragen sich, ob das Finanzsystem, das Weltwirtschaftssystem vor dem Kollaps stehen? Werden die Supermarktregale in naher Zukunft leer sein? Ich hoffe nicht. Ich hoffe auf Wandel zur Besinnung und Genesung, ohne Katastrophe. Weil Zukunftsangst grassiert, suchen viele Menschen wieder nach der Möglichkeit, selbstversorgend, mit beiden Füßen auf der Erde zu leben. Deshalb hat mich der Verlag Gräfe & Unzer gefragt, ob ich etwas über selbstversorgenden Eigenanbau schreiben könnte. Ja, das kann ich. Aus eigener harter Erfahrung weiß ich, welche Heilkräuter und Wildgemüse man sammeln kann, wie man mit einfachen Mitteln einen Gemüsegarten anlegt, pflegt, düngt, und wie man die Ernte verstaut. Da habe ich mich hingesetzt und ein richtig praktisches Buch geschrieben, ohne unnötige Umschweife und Theorien.

Der Selbstversorger Video

„Der Selbstversorger“ heißt das Buch und ist ab sofort auch bei uns mit Signatur erhältlich. Frank Brunke, der schon andere Bücher von mir mit seinen einmaligen Fotos illustriert hat, hat auch hier zur Bebilderung beigetragen. Das Buch werde ich im April in einigen Städten vorstellen. Hier sind die Termine:

Zu guter Letzt noch ein weises Wort von Chief Dan George, ein Salish Indianer von der Pazifikküste Kanadas, ein naturweiser Poet, der auch eine Weile Schauspieler in Hollywood war:

Der Mensch muss die ganze Schöpfung lieben – oder er wird nichts in ihr lieben.

und,

Mögen die Sterne deine Traurigkeit hinwegnehmen, und die Blumen dein Herz mit Schönheit füllen. Möge die Hoffnung deine Tränen trocken und – vor allem – möge die Stille dir Kraft geben.

in Liebe,

Euer Wolf-Dieter

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