| Newsletter Januar 2012 |
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Januar 2012 Es ist tiefer Winter. Die Ruhe eingekehrt, in der man die Gedanken tief fassen und gut schreiben kann. Im Herd knackt und prasselt das Feuer, die schwarze Katze liegt hinter mir an meinen Rücken geschmiegt, meine treue Hirtenhündin schläft auf dem Läufer und ich sitze am Rechner und blicke aus dem Fenster in die schneebedeckte Landschaft. Die Schneekristalle auf der Weidefläche und in den Fichtenzweigen glitzern im Sonnenlicht. Tiere sind kaum mehr zu sehen, die Rinder sind schon längst wieder bei ihren Bauern im Tal und auch die Rehe und Hirsche sind in tiefere Lagen gewandert oder harren in den unzugänglichen Schluchten. Ein Fuchs streift gerade am Haus vorbei, vielleicht hat der Kompost bei der Hintertür ihn angelockt. Kurse, Vorträge, Seminare: Ich danke Ingo, denn er hat meine Termine für dieses Jahr ins Internet gestellt. Mir wäre das schwer gefallen, denn ich bin praktisch ein Computer-Analphabet. Im April ˆ ich werde gerade noch Zeit haben unseren Selbstversorger-Gemüsegarten zu beackern und einzusäen ˆ fängt es an: Da bin ich in Bern, Augsburg und Balderschwang. Im Mai bin ich in Würzburg und Bregenz und veranstalte auch einen Kräuterkurs im Allgäu. Im Juni komme ich zu den ≥Internationalen Heilkräutertagen„ in der Steiermark, einem Treffen der führenden Kräuterleute, Heiler und Ethnobotaniker im deutschsprachigen Raum; das Heilpflanzenfest wird vom Thor-Zentrum veranstaltet: Im Juni bin ich, wie gewohnt, im Lichtquell im Schwarzwald. Ganz besonders aufregend für mich ist die Einladung im Juni nach Lettland um die Heilpflanzen und das Brauchtum kennenzulernen und zu erläutern. Da das kleine baltische Land erst spät im 15. Jahrhundert christianisiert wurde, ist noch vieles von der alten Naturreligion erhalten geblieben. In der ersten Julihälfte bin dann ich im Rheinland in der Nähe von Düsseldorf und im Allgäuer Kräutergartenn Artemisia mit Peter Germann, der ein tolles phytotherapeutisches Institut in Dortmund leitet. Vom 16. bis 22. Juli findet wieder die Tagung des Ethnobotanischen Instituts in Freisen/Grügelborn, Saarland, statt. Auch diesmal kann ich es kaum erwarten, den vielen interessanten Pflanzenkennern und Ethnobotanikern zu begegnen, die dort ihr Wissen und Können vorstellen. Gegen Monatsende halte ich wieder einen Vortrag in der Blumenschule in Schongau. Die Gärtnerei ist ein wahrhafter botanischer Garten mit vielen ungewöhnlichen und seltenen Pflanzen, die man auch mitnehmen kann. Es folgen noch Veranstaltungen in Bremen, München und im Allgäu. Anfang September bin ich in Wien, in der Mitte des Monats im Schwarzwald und anschließend in der Freiburger Heilpflanzenschule von Ursel Bühring. Anfang Oktober bin ich wieder im Allgäuer Kräutergarten Artemisia. Dieses 13 Hektar große Gelände ist immer einen Besuch wert. Und danach geht es nach in Nepal, wo ich von Christian Rätsch und Claudia Müller-Ebeling zu einem Treffen (Tiger meets Jaguar again) von nepalesischen und südamerikanischen Schamanen eingeladen wurde. Ich soll dort eine Pflanzenwanderung machen und über Shiva, dem ≥Gott der Götter„, etwas sagen. Das trifft sich gut, denn gerade jetzt ist mein Buch ≥Shiva, der wilde gütige Gott„ als Paperback bei KOHA neu erschienen In dem Buch ist auch eine DVD, die Konrad Halbig gefilmt und zusammengestellt hat, über unsere Pilgerreise letztes Jahr um den heiligen Berg Kailash. (Link: http://www.storl.de/publikationen/buecher/shiva.html) Hier ist der Link für alle Termine: www.storl.de/veranstaltungen Bücher, Buchprojekte, DVDs: Dieses Jahr, irgendwann im Frühling erscheint mein neues Buch über Neophyten, die fremden invasiven Pflanzen, wie die Ambrosia (Traubenkraut), Herkulesstaude, Japanischer Staudenknöterich, Indisches Springkraut und viele andere, die unter selbsternannten Naturschützern hysterische Reaktionen auslösen. Wandernde Pflanzen (AT-Verlag) heißt das Buch, an dem ich lange geforscht und gearbeitet habe. Eigentlich sollten wir uns über die Bereicherung der Flora freuen. Es sind keine ≥bösen Unkräuter„, sondern viele der stillen Eroberer sind wertvolle Heilpflanzen und Nutzpflanzen. Wusstet ihr, zum Beispiel, dass man den gefürchteten Riesenbärenklau sogar essen kann? Das konnte ich von dem französischen Starkoch Jean-Marie Dumaine bei der letzten Ethnobotanischen Tagung im Saarland erfahren. Wie es mir der Cheyenne Medizinmann Bill Tallbull einst erklärte: Alle Pflanzen sind Kinder der Mutter Erde und wir sollten sie ehren. Natur ist weiser, als unser beschränkter Verstand. Die Erde sucht sich die Pflanzen aus, die sie gerade an gewissen Standorten braucht. Frank Brunke, bekannt für seine inspirierten Pflanzenaufnahmen, hat die Fotos dazu gemacht. Im vergangen Jahr sind drei Vorträge zu den Themen "Die Pflanze als Spiegel der Seele", "Herz - Heilung und Pflanzen" und "Ursprung und Weg des Menschen" aufgezeichnet worden und nun auf DVD entweder einzeln oder als Paket erhältlich sind. Weiteres dazu hier: http://shop.storl.de/de/DVDs/DVD-Paket:-Vortraege-von-Wolf-Dieter-Storl Man hat mich gefragt, ≥Und, an was arbeitest du jetzt gerade?„ Nun, ein großer Verlag hat mich angesichts drohender wirtschaftlicher Krisen gefragt, etwas über Survival, also über Überlebenskunst, zu schreiben. Da habe ich viel Erfahrung. Etwa welche Wildpflanzen einem am Leben halten und wie man ohne aufwendige und teure Technologie, Kunstdünger und Pestiziden einen Garten anlegt, der einen mit den notwendigen Nahrungsmitteln versorgt. Darüber schreibe ich und sinne nach. Auch wenn es nicht zu einem Versorgungszusammenbruch kommt ˆ mögen die gütigen Götter uns verschonen! ˆ, oder wie die Amerikaner sagen, einen ≥food collapse„, so ist das Wissen, wie man im jahreszeitlichen Einklang mit der Erde verbunden richtig lebt, ein wertvolles Wissen. Wolf-Dieter Storl |








